Ausbau des Küstenkanals  C-Port wird zur Drehscheibe der Energiewende

Heiner Stix
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Von Heiner Stix
| 03.05.2024 09:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Inke Onnen-Lübben ist mit der Entwicklung des C-Ports zufrieden. Als Zwischenstation für Trafos und Kabeltrommeln hat sich der Hafen inzwischen etabliert. Foto: Stix
Inke Onnen-Lübben ist mit der Entwicklung des C-Ports zufrieden. Als Zwischenstation für Trafos und Kabeltrommeln hat sich der Hafen inzwischen etabliert. Foto: Stix
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Als Umschlagplatz für Trafos und Kabeltrommeln ist der Hafen am Küstenkanal unverzichtbar beim Bau der Stromtrassen Richtung Süden. Doch auch die anderen Geschäftsfelder laufen gut.

Friesoythe - Das Mitzählen hat Inke Onnen-Lübben aufgegeben. „Ich weiß gar nicht, wie viele Trafos wir in den vergangenen zwölf Monaten umgeschlagen haben“, sagt die Geschäftsführerin des C-Port Zweckverbandes Interkommunaler Industriepark Küstenkanal (IIK), wie das Gemeinschaftsunternehmen des Landkreises Cloppenburg, der Stadt Friesoythe und der Gemeinde Saterland offiziell heißt. Und auch bei den Kabeltrommeln, von denen immer noch einige auf dem Gelände am südlichen Ufer des Küstenkanals liegen, hat sie nicht nachgezählt.

Beides, Trafos und Kabel, sind elementare Bestandteile der Energiewende. Ohne die Kabel, die bald auch durch den Cloppenburger Nordkreis laufen werden, kann der durch Windanlagen in der Nordsee produzierte Strom nicht in den Süden transportiert werden. Und Trafos sind das Herzstück der für die Stromverteilung erforderlichen Umspannwerke. „Wir werden immer mehr zur Drehscheibe der Energiewende“, beschreibt Onnen-Lübben die Rolle des C-Ports, der unter anderem auch der Logistik-Knotenpunkt für den Bau der Stromtrasse vom Offshore-Umspannwerk BorWin 5 nahe Norderney bis nach Garrel ist.

Genau bei solchen Aufgaben, so Onnen-Lübben, könne der C-Port seine Stärke als Binnenhafen ausspielen. „Der Weg per Schiff ist unproblematischer als der Transport mit Lkw“, sagt sie. „Denn beim Straßentransport muss jede durchquerte Gemeinde eine eigene Genehmigung erteilen.“ Bürokratie eben, und davon hätte die Geschäftsführerin gerne etwas weniger. „Wir sind ein öffentliches Unternehmen und müssen eben bestimmte administrative und bürokratische Aufgaben abarbeiten“, sagt sie, ohne ins Detail zu gehen. „An verschiedenen Stellen wäre es sinnvoll, gewisse Dinge, die wir hier live mitbekommen, grundsätzlich zu entschlacken.“

Seit 2019 durchgängig positives Geschäftsergebnis

Ein Jahr ist die Wirtschaftsinformatikerin jetzt Geschäftsführerin des C-Ports und damit, wie sie selbst sagt, eine „Mischung aus Hausmeisterin und Weltmeisterin“, die nicht nur mit Grünflächenmanagement und Vertragsangelegenheiten beschäftigt ist, sondern auch mit der internationalen Vermarktung des C-Ports. Dabei kommt ihr die Rolle des Hafens bei der Energiewende zugute. „Wir können immer mehr Kompetenzen nachweisen“, sagt Onnen-Lübben. „Alles, was etwas größer und schwerer ist, ist hier besser aufgehoben.“ Und das führe tatsächlich zu einer größeren Nachfrage im Projektgeschäft, auch wenn letztlich am Ende immer der Preis entscheide.

140.000 Tonnen wurden 2023 am Hafen umgeschlagen. Etwas weniger als im Jahr zuvor, „aber wir haben Geld damit verdient“, weist Onnen-Lübben auf das zum fünften Mal in Folge positive Jahresergebnis hin. Basis des Geschäfts ist das, was sie „Grundrauschen“ nennt: der Umschlag von Torf, Baustoffen und Agrarprodukten, die per Schiff ankommen oder abtransportiert werden. „Das sorgt für die Beschäftigung“, betont sie, das „Projektgeschäft“ wie etwa die Trafos und Kabeltrommeln sei ebenfalls wichtig, aber eben nicht planbar.

Ausbau des Küstenkanals könnte für weiteren Aufschwung sorgen

Für die künftige Entwicklung des C-Ports ist Onnen Lübben optimistisch. Mit einem Logistikunternehmen sei man in guten Verhandlungen, positive Nachrichten könnte es noch im Laufe des Jahres geben. Und auch bei der Flächenvermarktung gehe es voran. „Ich gehe davon aus, dass wir noch eine weitere Neuansiedlung auf einer bereits erschlossenen Fläche verkünden können“, sagt sie. 7 Hektar sind derzeit kurzfristig verfügbar, insgesamt 17 Hektar könne sie Interessenten zusammenhängend anbieten. „Da gibt es durchaus Nachfrage“, betont Onnen-Lübben, „denn so große Flächen sind in der Region nicht so ohne Weiteres verfügbar.“

Einen weiteren Aufschwung erhofft sie sich durch den vom Bund betriebenen Ausbau des Küstenkanals, der dann für Großmotorschiffe mit 110 Metern Länge befahrbar wäre. Am C-Port soll für diese Schiffe die einzige Wendestelle zwischen Dörpen und Oldenburg entstehen, landseitig sind die Voraussetzungen dafür bereits geschaffen. „Wir haben für die Verlängerung Richtung Osten 14 Hektar Land erschlossen“, betont Onnen-Lübben. „Das Projekt ist volkswirtschaftlich sinnvoll, allerdings auch recht komplex“, sagt sie. „Aber wir sind dran.“

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