Blick aufs Wasser Bar am Leeraner Hafen darf eröffnet werden
Bereits seit dem vergangenen Jahr gibt es Pläne für eine Bar beim Ernst-Reuter-Platz mit Blick auf den Hafen. Jetzt liegt auch die Genehmigung vor. So geht es nun weiter.
Leer - Das Gastronomie-Angebot am Leeraner Hafen wird weiter ausgebaut. Jalmaz und Sipan Acar können ihre Nordbar beim Ernst-Reuter-Platz aufbauen. Die Baugenehmigung sei in der vergangenen Woche erteilt worden, erklärt Stadtsprecher Edgar Behrendt auf Nachfrage dieser Zeitung. Sie sei zunächst auf drei Jahre befristet. Die Parkplätze direkt am Wasser fallen dafür weg.
„Wir gehen jetzt in die Planung“, sagt Jalmaz Acar. Wann genau die Bar dort stehe, werde noch intern besprochen. „Spätestens zum Stadtfest Mitte Juni wollen wir zumindest mit dem Verkaufscontainer dort stehen“, betont Acar, der zusammen mit seinem Bruder Sipan die Havnbar am Willy-Brandt-Platz und das Hotel-Restaurant „360 Grad“ betreibt. Der entsprechende Seecontainer sei bereits gekauft. „Für die Möbel müssen wir aber locker sechs Wochen Lieferzeit einplanen“, betont der Gastronom.
Holzdeck für die Bar am Leeraner Hafen
Wenn erst nur der Container stehe, sollten die Leute nicht denken, dass das schon die ganze Bar sei. „Vielleicht werden wir den Verkaufsstand noch mit einer Folie bekleben, die darauf hinweist, dass hier die Nordbar entsteht“, sagt Acar. Später soll dann noch ein Holzdeck aufgebaut werden. Außerdem seien Markisen, Schirme, Tische und Stühle vorgesehen. „Wie es konkret aussehen wird, wird derzeit geplant“, so Acar. Die Sanitäranlagen könnten im „360 Grad“ genutzt werden. Ob es unterdessen bei dem Namen Nordbar bleiben wird, stehe noch nicht fest.
Die ersten Pläne waren bereits vor einem Jahr vorgestellt worden. Allerdings musste zunächst die Fläche vorbereitet werden. 35.000 Euro hat die Stadt investiert, um die Trinkwasser- und Stromversorgung sowie die Abwasserentsorgung sicherzustellen. Dies war im Sommer geschehen. Im Anschluss musste aber noch der Bauantrag eingereicht und abgestimmt werden. Das zog sich hin.
Saison hat gerade begonnen
Dass die Genehmigung jetzt endlich komme, freue Acar einerseits. „Es ist gut, dass wir jetzt starten können“, betont er. Fügt aber hinzu, dass es eigentlich ein unglücklicher Zeitpunkt sei. Die Saison habe gerade begonnen, in seinen Läden sei viel los. „Wir werden definitiv auch noch Mitarbeiter einstellen“, so der Gastronom.
Auch bei der Stadt ist man froh, dass die Bar entstehen wird. „Es ist erfreulich, dass es gerade in dieser besonderen Lage am Freizeithafen eine weitere Belebung geben wird“, betont Stadtsprecher Behrendt. „Die Nordbar hat Potenzial, die Attraktivität der Innenstadt weiter zu steigern.“ Vorgesehen sei, dass der Investor mit seinem Nordbar-Projekt zunächst in einem überschaubaren Rahmen beginnen möchte, um es dann nach und nach weiter auszugestalten. „Wir wollen die Bar sukzessive aufbauen“, betont auch Acar. Sie solle dann ganzjährig betrieben werden.
Die Genehmigung beinhaltet Vorgaben zum Lärmschutz, die eingehalten werden müssten, erläutert Behrendt. Außerdem dürfe die Bar bis 20 Uhr geöffnet sein. „Auf Antrag können die Öffnungszeiten allerdings zeitweise verlängert werden.“
Die Idee für eine Bar am Hafen
Bereits im Sommer 2021 war – damals noch unter Bürgermeisterin Beatrix Kuhl – von einem Stadtstrand mit Beach-Bar und Spielgeräten auf dem Ernst-Reuter-Platz die Rede. Das war damals ein zentrales Projekt, für das der Antrag für das Förderprogramm Perspektive Innenstadt gestellt wurde, was den Kommunen helfen soll, die Folgen der Corona-Pandemie abzufedern. Den Zuschlag für knapp 900.000 Euro Fördergeld hat die Stadt zwar bekommen, sich aber unter Bürgermeister Claus-Peter Horst zunächst auf eine Umgestaltung der Ledastraße konzentriert. Die wiederum war aber von der Politik kurzfristig wieder gestrichen worden, weil die Kosten immer weiter gestiegen waren.
Dass der Parkplatz am Wasser aufgegeben wird und stattdessen dort ein multifunktionaler Platz entstehen soll, war schließlich ein Ergebnis eines Bürgerworkshops zum Förderprogramm gewesen, der 2022/2023 stattfand. Dort sollten nach der Idee temporäre Nutzungen beispielsweise durch Gastronomie, Kultur oder Kunst möglich sein. Die ersten Nutzer werden nun Jalmaz und Sipan Acar sein.
In der Nordbar soll es neben Getränken auch italienisches Streetfood geben, kündigt Jalmaz Acar an. Bis dahin ist allerdings noch ein wenig Geduld gefragt. So lange steht die Fläche noch den Autofahrern zum Parken zur Verfügung.