Erneuerbare Energie in Ostfriesland Erster Solarpark in Uplengen – was bringt das den Anwohnern?
Von der Autobahn aus wird sie künftig zu sehen sein: In Uplengen wird die erste Solaranlage der Gemeinde gebaut. Wir haben mit Verwaltung und dem Planer über Chancen und Bedenken gesprochen.
Uplengen - Energie aus Sonnenlicht: Hektarweise Photovoltaik soll bald in Uplengen nach langer Planung direkt an der A 28 gebaut werden. Wo genau und wie Uplengen und dessen Bewohnerinnen und Bewohner davon profitieren sollen, hat die Verwaltung in einem gemeinsamen Pressegespräch mit der beauftragten Firma erklärt.
Wo wird gebaut?
„Wir befinden uns hier künftig in einer Energieachse im südlichen Uplengen“, sagt Bürgermeister Heinz Trauernicht und zeigt auf eine Fläche direkt an der A28, zwischen Jübberde und Südgeorgsfehn. Auf etwa 16 Hektar Land soll die Solaranlage entstehen. Diese liegt im 200-Meter-Nahbereich der Autobahn und ist damit für eine Nutzung durch Freiflächen-PV privilegiert. Heißt: Entlang von Autobahnen und Bahnstrecken kann ohne Bauleitverfahren gebaut werden. Investoren sparen dadurch Zeit und Kommunen personelle Ressourcen.
Sieben Hektar des Areals gehören der Gemeinde Uplengen selbst, erklärte Trauernicht. Mit den restlichen Landeigentümern war die Verwaltung bereits im vergangenen Jahr ins Gespräch gegangen. „Bis auf einen wollen alle, dass die Anlage auf ihren Grundstücken gebaut wird“, sagt Trauernicht.
Wie sollen Gemeinde und Bürger profitieren?
Umsetzen wird die PV-Anlage die Buß Solar GmbH mit Sitz in Borken (Nordrhein-Westfalen) und investiert dafür 14,5 Millionen Euro, wie Geschäftsführer Raphael Wardecki erklärt. Die Gemeinde Uplengen wird durch ein eigens für solche Zwecke gegründetes Unternehmen mit 49 Prozent an der Solaranlage beteiligt. „Von den Einnahmen profitieren dann auch wieder indirekt die Bürger“, betont Trauernicht. Außerdem erhielten Gemeinde und Landeigentümer eine Pacht für das Gelände, das sie dem Unternehmen zur Verfügung stellen. „Es wäre toll, wenn die ansässigen Unternehmen, aber auch die Bürgerinnen und Bürger besonders günstige Tarife für den vor Ort erzeugten Strom bekommen könnten. Aber das müssen wir sehen“, sagte der Rathauschef.
Welche Bedenken gibt es?
Die Frage, ob durch die neue Solaranlage die Grünflächen an der Autobahn versiegelt werden, verneint Wardecki. Asphaltierungen oder Ähnliches werde es nicht geben. „Die Pfeiler der Module werden in die Erde gerammt und können, sollte die Anlage irgendwann wieder abgebaut werden, einfach so wieder herausgezogen werden“, sagte er. Für den Boden und die Tier- und Pflanzenwelt sei es seiner Ansicht nach sogar eine Chance, sich zu erholen. „Es wird zwei- bis dreimal im Jahr gemäht. Ansonsten donnern da keine schweren landwirtschaftlichen Maschinen mehr drüber“, so der Geschäftsführer.
Damit außerdem die Autofahrer auf der A 28 nicht von den Panelen geblendet werden, wird darauf geachtet, diese entsprechend auszurichten. „Sie werden nach Süden zeigen“, so Wardecki.
Wann geht es los?
Bis die Bauarbeiten losgehen, dauere es noch eine Weile, sagt der Buß-Solar-Geschäftsführer. Das Gelände müsse nun kartiert werden und beispielsweise Bodengutachten eingeholt werden. „Sobald diese Schritte durchgeführt wurden, kann der Bauantrag eingereicht werden“, so Wardecki. Erste Baustellenfahrzeuge dürften demnach im Spätherbst rollen, sagte er. Dann werde die Anlage für mindestens 30 Jahre dort stehen – so lange ist die Vertragslaufzeit. „Ich glaube aber nicht, dass sie dann abgebaut wird. Es wird wohl eher ein Repowering“, vermutet Wardecki.
Gibt es noch mehr Projekte in dem Bereich?
Die Gemeinde Uplengen, betonte Bürgermeister Trauernicht, wolle sich künftig so wie in diesem Fall an allen Erneuerbare-Energien-Projekten beteiligen. „Dieses ist eine Art Blaupause, ein gutes Beispiel, wie es laufen kann“, sagte er. Es gebe seiner Ansicht nach noch viele weitere Flächen, auf denen beispielsweise PV-Anlagen errichtet werden könnten: sowohl an der Autobahn als auch auf dem Gelände der alten Raketenstation. „Der Boden ist vorbelastet, eine landwirtschaftliche Nutzung macht da wenig Sinn. Für uns heißt es also quasi: Uplengen sucht den Projektierer“, sagt er.