Hamburg Ländervergleich: Wo die Menschen mehr CO2 ausstoßen als in Deutschland
Der Lebensstandard in Deutschland ist im internationalen Vergleich hoch. Das kostet CO2-Emissionen. Aber wo stoßen die Menschen noch mehr CO2 pro Kopf aus als in Deutschland?
Obwohl der Klimaschutzindex von Germanwatch und dem New Climate Institute Deutschland mit dem 14. Platz engagierte Bestrebungen zu mehr Klimaschutz bestätigt, emittieren die Deutschen pro Kopf noch immer mehr CO2, als alle europäischen Nachbarn.
Mit fast acht Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr liegt Deutschland laut Zahlen von Statista in Europa klar an der Spitze. Schweizer stoßen mit etwas mehr als vier Tonnen pro Kopf und Jahr nur etwa halb so viel aus, wie Deutsche. Auch Franzosen, Spanier, Türken, Briten, Griechen oder Italiener emittieren deutlich weniger CO2 im Jahr.
Weltweit stoßen die Menschen im arabischen Raum am meisten CO2 aus. Die höchsten Treibhausemissionen hat Katar: Ganze 37,5 Tonnen CO2 verbraucht ein Einwohner des Golfemirates im Schnitt pro Jahr. Es folgen, deutlich dahinter, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien.
Als erster Industriestaat folgt dann Australien mit knapp 15 Tonnen pro Kopf und Jahr auf Platz vier. Dem Max-Planck-Institut für Biogeochemie zufolge kommt es dort jährlich vor allem während der Trockenzeit – nach dem Einsetzen der ersten Regenfälle – zu einem sprunghaften Anstieg der CO2-Emissionen. Studien machen auch die schlechte Verkehrsinfrastruktur, die Rohstoffgewinnung, die Stromgewinnung mit Öl, Gas und vor allem Kohle als Hauptenergieträger für die hohen Emissionen verantwortlich.
Dahinter folgen Industriestaaten wie die USA und Kanada, wo der Lebensstandard und folglich auch die Emissionen besonders hoch sind. In Kanada kommt die Förderung von Öl und Gas hinzu, die auch für die Stromversorgung eine entscheidende Rolle spielen.
Es folgen Südkorea mit einem hohen Anteil industrieller Produktion und Russland, das bekanntlich stark von fossilen Energieträgern lebt. Japan und Malaysia haben auf Platz neun und zehn im Grunde die gleichen Herausforderungen bei der CO2-Reduktion: Eine starke Fertigungsindustrie, schwach ausgebaute erneuerbare Energien und viel Verkehr.
Viele andere Staaten, die in der Vergangenheit wenig Klimaschutzmaßnahmen ergriffen haben, haben dennoch einen geringen CO2-Verbrauch. Inder beispielsweise emittieren nur knapp 1,2 Tonnen pro Jahr. Zum Vergleich: Für einen Transatlantikflug kann man pro Strecke mit Emissionen von etwa zwei Tonnen rechnen.
Doch auch wenn Industriestaaten das Ranking dominieren: Der CO2-Verbrauch in den Schwellenländern steigt an, und das deutlich. Mexikaner beispielsweise emittieren heute ähnlich viel, wie Schweizer, Briten oder Franzosen.
Oft wird in Diskussionen rund um die deutsche Klimapolitik auch nach China und dortige Zuwächse bei den Emissionen verwiesen. Mittlerweile liegt der dortige CO2-Verbrauch pro Kopf mit dem deutschen gleichauf. Wegen der deutlich höheren Bevölkerungszahl aber verbraucht China insgesamt ein knappes Drittel des jährlich emittierten CO2 allein. Auf Deutschland entfallen gerade einmal 1,79 Prozent des Jahresverbrauchs der Welt.