Kundgebung in Barßel  Rund 150 Bürger demonstrierten für Menschenrechte und Vielfalt

Hans Passmann
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Von Hans Passmann
| 14.04.2024 14:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Viele Barßeler kamen noch einmal zum Protest gegen rechts zusammen. Foto: Passmann
Viele Barßeler kamen noch einmal zum Protest gegen rechts zusammen. Foto: Passmann
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Im Februar war die Aktion gestartet. Seitdem hatte es mehrere Demos in Barßel gegeben. Zum Abschluss zeigten die Teilnehmer noch einmal Flagge.

Barßel - Etwa 150 Menschen haben an diesem Samstag, 14. April 2024, in Barßel erneut ein Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt. Auf dem Gelände des Bootshafens veranstaltete ein Bündnis aus mehr als 40 Vereinen und Gruppen aus Barßel eine Demonstration für Demokratie, Menschenrechte und Vielfalt.

Es war die Abschlussveranstaltung einer seit mehreren Wochen laufenden Aktion unter Federführung des Pastorenehepaares der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Elisabethfehn, Wiebke und Thomas Perzul, unter dem Motto „Barßel zeigt Flagge gegen Rechtsextremismus – Die Menschenwürde ist unantastbar“. Die Auftaktveranstaltung hatte es im Februar auf dem Rathausplatz gegeben.

Wortbeiträge und Musik

Seit dieser Zeit sind überall in der Gemeinde die Bauzaunbanner „Barßel zeigt Flagge“ mit verschiedenen Texten für Vielfalt, Menschenrecht, Demokratie und gegen Hass und Hetze zu sehen. Neben den diesmal von überwiegend ganz jungen Menschen vorbereiteten Wortbeiträgen gab es viel Musik. Der „Chor Color“ sang einige Lieder. Dazu brachte sich Thomas Lühring ebenfalls musikalisch ein.

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Demo gegen rechts in Barßel
14.04.2024

„Wir wollen mit der Veranstaltung für eine lebendige und menschenfreundliche Gesellschaft eintreten. Die Menschenwürde ist unantastbar. Wir wehren uns gegen Hass und Hetze. Barßel steht für Demokratie und Freiheit“, meinte Pastor Thomas Perzul in seiner Eingangsrede. Es habe in den letzten Wochen viele Diskussionen und Gespräche in Schulen, Vereinen und Nachbarschaften gegeben. „Parteien wie die AFD, die nur auf Neid, Hass und Ausgrenzung setzen, sollen uns nicht vertreten“, so Perzul, der Applaus erntete.

Neuer Pastor war auch da

„Es ist heute meiner erster öffentlicher Auftritt als neuer Pastor der Kirchengemeinde Barßel“, trat Pastor Wölke ans Mikrofon. Ein Thema liege ihm besonders am Herzen und das sei Freiheit. Die Freiheit sei das Maß aller Dinge der Menschen. Jeder Mensch könne über sein Leben entscheiden. Wer die Freiheit bedrohe, der müsse mit seinem Widerstand rechnen. „Ich bin gern ein Deutscher“, so der Geistliche.

Schüler der Soeste-Schule Barßel warben mit einem Plakat für Menschlichkeit, Respekt, Toleranz, Solidarität, Zusammenhalt und Freiheit. „Wir haben das Thema Rechtsextremismus in der Schule aufgegriffen. Es ist wichtig, Courage zu zeigen“, erklärten Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Barßel.

Einander mit Respekt begegnen

„Demokratie ist keine Angelegenheit nur für gewählte Politiker. Demokratie ist im besten Fall auch dort, wo sich jede und jeder Einzelne im Alltag aufhält, dort wo Menschen zusammenkommen“, so Hannah Haak, Anna Thoben und Arny Hönsch von der Evangelischen Jugendarbeit Elisabethfehn. „Mich bewegt der Wunsch, in einer Gesellschaft zu leben, in der wir uns einander mit Respekt begegnen. Gleichzeitig bewegt mich auch die Angst, dass Rechtsextreme genau diese Gesellschaft durch Hass, Hetze und Lügen vergiften“, so Angelika Blömer aus Elisabethfehn. Bewegende Worte gab es von Yan Slazar, der im Jahr 2012 aus Venezuela nach Deutschland ausgewandert war.

„Die Banner werden in den kommenden Wochen wieder abgenommen, doch hoffen wir sehr, dass die konstruktiven Gespräche über politische Fragen und die Offenheit für ein offenes, demokratisches Miteinander uns in Zukunft weiter begleiten werden“, so Pastor Perzul zum Schluss der Kundgebung.

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