Erfurt Machte die Telekom Werbung mit SA-Spruch? Höcke zieht Falschbehauptung zurück
Im TV-Duell zur Landtagswahl in Thüringen hatte der AfD-Politiker Björn Höcke behauptet, die Telekom habe einst mit der SA-Losung „Alles für Deutschland“ geworben. Das Unternehmen will jetzt juristische Schritte gegen ihn einleiten.
Der AfD-Landeschef Björn Höcke muss sich ab dem 18. April vor dem Landgericht in Halle verantworten. Der Grund: Er soll am 29. Mai 2021 in einer Rede im anhaltischen Merseburg (Saalekreis) die verbotene Losung der sogenannten Sturmabteilung (SA) „Alles für Deutschland“ verwendet haben. Die Angelegenheit war auch Thema im TV-Duell zur Landtagswahl in Thüringen am Donnerstag.
Höcke verteidigte während der Sendung den Gebrauch der Worte. Er habe sie in einer freien Wahlkampfrede genutzt und letztlich „America First“ von Donald Trump frei interpretierend ins Deutsche übertragen, sagte der AfD-Politiker. Auf die Frage, ob er während der Rede nicht wusste, dass „Alles für Deutschland“ eine SA-Parole sei, sagte Höcke, der früher Geschichtslehrer war: „Nein ich wusste es nicht“. Es handele sich um einen „Allerweltsspruch.“
Höcke führte während des TV-Duells aus, die Telekom habe den Spruch als Werbeslogan genutzt. Mittlerweile hat das Unternehmen auf die Aussagen reagiert. „Die Behauptung von Björn Höcke ist falsch“, erklärte ein Telekom-Sprecher gegenüber dem „Focus“. „Wir geben das an unsere Anwälte und werden Herrn Höcke umgehend eine Unterlassungsaufforderung zukommen lassen.“
Auch Höcke selbst meldete sich in der Angelegenheit zu Wort – und räumte einen Irrtum ein. „Ich habe da etwas verwechselt, tatsächlich hat die Telekom den Spruch ‚Jedem das Seine‘, der über dem Eingangstor des KZ Buchenwald angebracht ist, benutzt.“
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Dieses ist zutreffend. Die Telekom verwendete den Spruch 2001 in einer Broschüre und sorgte damit für Kritik. Das Unternehmen zog den Flyer daraufhin zurück und führte „Unwissenheit“ von Werbetextern als Grund an.