Hannover  Beim Gendern den Bayern folgen und Sternchen verbieten

Lars Laue
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Von Lars Laue
| 10.04.2024 18:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ein Plakat mit der Aufschrift „*Innen“ ist an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF) zu sehen. In Bayerns Schulen, Hochschulen und Behörden ist die Verwendung von geschlechtersensibler Gendersprache ausdrücklich verboten. Foto: Sven Hoppe/dpa
Ein Plakat mit der Aufschrift „*Innen“ ist an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF) zu sehen. In Bayerns Schulen, Hochschulen und Behörden ist die Verwendung von geschlechtersensibler Gendersprache ausdrücklich verboten. Foto: Sven Hoppe/dpa
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In Bayern gibt es nun ein Gender-Verbot. Eine Volksinitiative in Niedersachsen will dem Beispiel folgen. Gut so.

Aus norddeutscher Sicht wirkt ja so manch bayrische Sicht- und Verhaltensweise befremdlich. Allein schon: Grüß Gott statt Moin. Nun ja.

Was aber jetzt doch mal Applaus verdient, ist das kürzlich in Kraft getretene Genderverbot in Bayern. In Schulen, Hochschulen und Behörden im Freistaat ist die Verwendung von Gendersprache mittlerweile ausdrücklich verboten. Wie wohltuend.

Statt Lehrer:innen, Handwerker*innen, Richter_innen oder MitarbeiterInnen heißt es schlicht Lehrer, Handwerker, Richter und Mitarbeiter. Gemeint sind sowohl Männer als auch Frauen. Dieses generische Maskulinum ist nicht nur leichter zu lesen, sondern verhindert auch, dass unsere Sprache unnötig verkompliziert und der Redefluss durch nervige Sprechpausen ständig unterbrochen wird.

Verschweigen wollen wir andererseits auch nicht, dass es bei der alleinigen Verwendung der männlichen Form auch mal kompliziert werden kann. In manchen Fällen macht es durchaus einen Unterschied, ob beispielsweise die weibliche Form explizit dazugesagt wird oder nicht. Zwei Beispiele: „Die Kellner zogen sich helle Hemden und Blusen an“. Oder auch: „Die Berufsschüler wurden in geschlechtergemischte Klassen eingeteilt.“

In solchen Grenzfällen macht es Sinn, die männliche und zusätzlich die weibliche Form zu verwenden – aber bitte nicht mit Wortbinnenzeichen wie Genderstern, Doppelpunkt, Gender-Gap oder Mediopunkt.

In Niedersachsen hat sich jetzt eine Volksinitiative auf den Weg gemacht, dem Beispiels Bayerns zu folgen. Man kann den Initiatoren nur wünschen, dass so viele Unterschriften zusammenbekommen, dass der Landtag sich mit ihrem geforderten Gender-Verbot befassen muss.

Nüchtern betrachtet dürfte der Verstoß von der rot-grünen Regierungskoalition aber wohl abgeschmettert werden. Wenn schon die grüne Kultusministerin in Niedersachsen Lehrkräfte zum Gendern aufruft, wird Niedersachsen in der „Sternchen“-Debatte kaum den Bayern folgen. Schade eigentlich.

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