Berlin Diese Begriffe sollten Sie kennen: Was unterscheidet Marihuana, Haschisch und Gras eigentlich?
Seit dem 1. April darf man Cannabis legal besitzen, rauchen und sogar anbauen. Aber was meinen die Begriffe Haschisch, Marihuana und Gras? Ein Überblick über die wichtigsten Kiffer-Begriffe.
Drei Männer sitzen nach einer langen Motorradtour am Lagerfeuer und unterhalten sich, als einer von ihnen plötzlich einen Joint rollt. Diese Szene aus dem Kultfilm „Easy Rider“ ist weltbekannt. Aber was genau rauchen Peter Fonda, Dennis Hopper und Jack Nicholson da eigentlich: Cannabis, Haschisch oder vielleicht Marihuana? Und was sind überhaupt die Unterschiede?
Hanf ist der allgemeine Begriff für die Cannabispflanze. Wahrscheinlich hat sie ihren Ursprung in Zentralasien. Die ältesten bekannten Hanffasern haben Archäologen jedenfalls in China gefunden. Laut Forschern wird die Pflanze bereits seit mindestens 10.000 Jahren – unabhängig von den berauschenden Inhaltsstoffen seiner Blüten – als Nutzpflanze angebaut.
Hanf kann verschiedentlich genutzt werden, beispielsweise für Textilien, Papier, Dämmmaterialien oder auch nährstoffreiche Öle, Tierfutter und Lebensmittel. Archäologen fanden beispielsweise heraus, dass die weltbekannten tonnenschweren Moai-Statuen auf der Osterinsel mit Hanfseilen bewegt wurden.
Die ersten Dealer gab es übrigens schon vor 5000 Jahren: Damals brachten zentralasiatische Reitervölker aus der östlichen Steppenregion der heutigen Ukraine und Russlands, die Hanfpflanze nach Europa. Das ist heute nicht mehr nötig: Seit dem 1. April darf jeder Erwachsene bis zu drei Hanfpflanzen zu Hause besitzen.
Die berauschenden Wirkstoffe der Hanfpflanze befinden sich vor allem in den Blütenknollen weiblicher Hanfpflanzen, das eigentliche Marihuana. Diese werden gesammelt, dann getrocknet und lassen sich anschließend gut zerkleinern. Mit dem zerkleinerten Marihuana lässt sich beispielsweise ein Joint drehen. Je nach Herkunft, Qualität und Trocknungsgrad ist Marihuana grün bis bräunlich, teilweise auch weiß oder leicht lila.
Das Wort Marihuana stammt ursprünglich aus der mexikanischen Urbevölkerung: Die indigenen Nahua-Völker nutzen die von den Spaniern mitgebrachte Hanfpflanze laut Fachmagazinen medizinisch, bis die Kolonialherren sie verboten. Fortan wurde die Hanfblüte zur Tarnung unter dem indigenen Namen „Marihuana“ gehandelt, was so viel wie „Dinge der Maria” bedeutet.
Blüten und Blätter enthalten auch Harz. Das aus den Blüten gesammelte und anschließend gepresste Harz der Hanfpflanze nennt man Haschisch, erklären Szenemagazine. Die Farbe von Haschisch variiert je nach Qualität und Herstellung von hellem grau-braun bis zu mattem schwarz.
Haschisch selbst hat eine klebrige Substanz und wird unter Hitze zu kleinen Brocken zerrieben, die anschließend geraucht werden können. Heute wird Haschisch vor allem in Südeuropa konsumiert, während in Nordeuropa Marihuana verbreiteter ist.
Egal ob Haschisch oder Marihuana – beides bezeichnen Kiffer laut Szeneblogs umgangssprachlich als „Gras“. Klassischerweise raucht man Haschisch oder Marihuana in einem Joint. Das aber setzt schädliche Stoffe wie Kohlenmonoxid und Partikel aus Pflanzenmaterial frei.
Wer ungern raucht, kann den Stoff auch in einem Vaporizer konsumieren. Hersteller erklären: Dabei wird das Haschisch oder Marihuana nicht verbrannt, sondern verdampft: Der Vaporizer erhitzt das Cannabis auf mehr als 200 Grad, wobei die Wirkstoffe verdampfen, ohne dass dabei Rauch entsteht. Das gilt als weniger gesundheitsschädlich.
Viele rauchen Cannabis auch in einer sogenannten Bong. Diese Wasserpfeife ohne Schlauch kommt ursprünglich aus Thailand und Indonesien, sind aber auch in Neuguinea oder auf den Philippinen traditionell verbreitet.
Aber warum wird man eigentlich high beim Kiffen? Die Barmer Krankenkasse erklärt: Die Hanfpflanze enthält mehrere Wirkstoffe, darunter THC und CBD. Ihr Verhältnis zueinander variiert je nach Cannabissorte, der C-Gehalt des Straßencannabis steigt aber seit Jahren.
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Den Rausch verursacht der Wirkstoff Tetrahydrocannabinol, kurz THC, der sich im Gehirn an spezielle Rezeptoren bindet. Dabei werden Glückshormone ausgeschüttet und eine psychoaktive Wirkung ausgelöst.
Anders Cannabidiol oder auch CBD, das nicht an die entsprechenden Rezeptoren andockt und deshalb auch keinen Rausch verursacht. Dennoch wirkt CBD entkrampfend, entzündungshemmend und angstlösend.
Es gibt laut Samenhändlern und Szenemagazinen verschiedene Arten von Cannabis, die beiden wichtigsten Sorten sind Cannabis sativa und Cannabis indica. Viele Konsumenten verwenden diese Unterteilung insbesondere, um deren Wirkung zu beschreiben: Indicas erzeugen demnach ein starkes körperliches High im Gegensatz zu einem eher psychischen Rausch der Sativa-Pflanze. Während Sativa also eher stimulierend wirke, erzeuge Indica bei Konsumenten eher Entspannung.
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Experten stellen diese Einschätzung allerdings infrage. Die wichtigsten Unterschiede sind: Beide Sorten sehen anders aus, wachsen in anderen Gefilden und schmecken anders.