Kolumne „Digital total“  Genau wissen, was wo gespeichert ist

Fabian Scherschel
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Eine Kolumne von Fabian Scherschel
| 09.04.2024 10:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Fabian Scherschel
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Auf Computern sammelt sich eine Menge Daten an. Aber wo die eigentlich gespeichert werden, ist vielen Menschen gar nicht klar – was unseren Kolumnisten beinahe schockiert.

Neulich war es mal wieder so weit: Tech-Support-Zeit bei den Eltern. Als IT-Redakteur kann man sich halt nicht rausreden, wenn die Eltern Computer-Probleme haben. So ziemlich einmal im Jahr, meistens an Feiertagen, ist es dann wieder so weit und ich verbringe ein oder zwei Tage – bei zugegeben sehr guter Kost und Logis – zu Hause, um Back-ups zu erstellen, Software zu reparieren oder neue Hardware zu installieren.

Was mir dabei gerade in den Sinn kommt, ist die Frage, warum ich mich jedes Mal darüber wundere, wie meine Eltern – und, um ehrlich zu sein, wahrscheinlich die Mehrzahl der Bevölkerung – Technik verwendet. Das muss eine Art Verdrängungsmechanismus meines Hirns sein. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass ich Jahr für Jahr dasselbe erlebe und es mich trotzdem immer wieder überrascht.

So kommt es dann, dass ich jedes Mal ein bisschen wahnsinnig werde, wenn ich sehe, dass Menschen ein Computerprogramm regelmäßig benutzen, aber nicht wissen, wo die Daten, mit denen sie arbeiten, gespeichert sind. Liegen die auf dem Desktop? In einem eigens dafür angelegten Ordner? Werden sie automatisch in der Cloud gespeichert? Wie kann man so etwas nicht wissen? Ich dachte immer, es wäre völlig normal, jederzeit zu wissen, wo man alle seine Daten abgelegt hat. Mein aktuelles Computer-Back-up ist neun Terabyte groß und ich weiß trotzdem, was wo gespeichert ist. Man hat sich für so etwas doch ein System zurechtgelegt! Oder bin ich denn der Einzige, der so arbeitet?

Ich werde versuchen, aufzuhören, mir über solche Sachen Gedanken zu machen. Ich habe eine neue Strategie entwickelt; jedenfalls, was die Rechner meiner Eltern angeht. Ich sichere jetzt einfach den ganzen Rechner in einem riesigen Datenball, verschlüssele das Ganze und lade es in die Cloud – automatisiert natürlich. Auf diese Art kann mir egal sein, was wo gespeichert ist. Wenn etwas passiert, bügele ich einfach das Back-up drüber und gut ist. Anders kann ich mit dem Wahnsinn nicht umgehen.

Kontakt: kolumne@zgo.de

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