Fahrsicherheitstraining  Immer mehr E-Bike-Fahrer sind in Unfälle verwickelt

| | 07.04.2024 11:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Günter Jelting (rechts mit der gelben Warnweste), Vorsitzender der Verkehrswacht des Landkreises Leer, erläuterte den Teilnehmern, wie man mit einem E-Bike sicher am Straßenverkehr teilnimmt. Foto: Ammermann
Günter Jelting (rechts mit der gelben Warnweste), Vorsitzender der Verkehrswacht des Landkreises Leer, erläuterte den Teilnehmern, wie man mit einem E-Bike sicher am Straßenverkehr teilnimmt. Foto: Ammermann
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Die Gründe wir die Unfälle sind vielfältig. 22 Senioren nahmen an einem E-Bike-Training in Ostrhauderfehn teil. Schnell wurde klar: Das elektrisch unterstützte Fahren ist gar nicht so einfach.

Ostrhauderfehn/Rhauderfehn/Leer - „Fit mit dem E-Bike“ – unter diesem Motto stand ein kostenloses Fahrsicherheitstraining mit dem E-Bike für Senioren am Samstag, 6. April 2024, bei der Firma Wilken Poelker in Ostrhauderfehn. Schnell war vielen der 22 Teilnehmern klar: Das elektrisch unterstützte Fahren ist gar nicht so einfach.

Begrüßt wurden die Teilnehmer von Frank Schüür vom Senioren- und Pflegestützpunkt des Landkreises Leer und von Günter Jelting, Vorsitzender der Verkehrswacht des Landkreises Leer. Jelting ist außerdem Polizist. Der Beamte machte gleich zu Beginn der Veranstaltung deutlich, wie wichtig ein sicherer Umgang mit dem E-Bike im Straßenverkehr ist, und wie wichtig das Tragen eines Fahrradhelmes ist. Denn in diesen Tagen, so Jelting, gab es im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Leer-Emden einen schweren Unfall. Ein 80 Jahre alter E-Bikefahrer, der ohne Helm unterwegs war, ist nach einem Sturz an den Verletzungen, die er sich zugezogen hatte, gestorben.

Zahl der E-Bike-Unfälle seit Jahren gestiegen

Laut Jelting steigen immer mehr Radfahrer auf E-Bikes oder Pedelecs um - gerade auch viele Senioren. Leider verzeichnet die Polizei seit Jahren auch eine steigenden Zahl an Unfällen mit E-Bike-Fahrern. Der Experte nannte auch Zahlen: 2018 wurden im Bereich der Polizeiinspektion Leer/Emden 46 Unfälle mit E-Bike-Fahrern verzeichnet. Im Jahr 2020 waren es bereits 80 Unfälle, und im Jahr 2022 schon 98.

Nach einer kurzen Einweisung konnten die Teilnehmer auf dem Parcours das richtige Fahren mit dem E-Bike üben. Foto: Ammermann
Nach einer kurzen Einweisung konnten die Teilnehmer auf dem Parcours das richtige Fahren mit dem E-Bike üben. Foto: Ammermann

Bei dem Fahrsicherheitstraining am Samstag - es war bereits die vierte Veranstaltung dieser Art - kooperieren der Senioren- und Pflegestützpunkt des Landkreises Leer, die Verkehrswacht des Landkreises, der Landkreis Leer, die Seniorenbeiräte der Gemeinden Ostrhauderfehn und Rhauderfehn sowie die Firma Wilken Poelker miteinander. Polker stellt insgesamt 20 verschiedene E-Bikes und einen Parcours zur Verfügung. Neben einem theoretischen Teil lernen die Teilnehmer auf dem Parcours den richtigen Umgang mit dem E-Bike. „Im theoretischen Teil wird unter anderem auf die vielen Neuerungen und Änderungen in der Straßenverkehrsordnung eingegangen, um die Teilnehmenden auf den aktuellen Stand zu bringen. Im praktischen Teil werden viele wertvolle Tipps zum Fahrverhalten und zum Handling und Besonderheiten sowie Gefahren im Umgang mit dem Pedelec und E-Bike vermittelt“, sagte Jelting. „Durch die Teilnahme soll die Handlungssicherheit und vor allem die Fahrfertigkeit der Senioren erhalten und gesteigert werden. Ziel ist die möglichst lange und sichere Teilnahme am Straßenverkehr“, erläuterte der Vorsitzende der Verkehrswacht.

Es gibt viele Gefahrensituationen

Gegenüber den Teilnehmern machte Jelting deutlich, dass Pedelec-Fahrer oft nicht als schnellere Fahrzeuge wahrgenommen beziehungsweise unterschätzt werden. „Oftmals werden die Gefahren beim Fahren in falscher Richtung unterschätzt. Das Pedelec mit seinen Besonderheiten wie hohes Gewicht, Motorunterstützung und Scheibenbremsen wird, gerade in Gefahrensituationen, nicht richtig beherrscht. Und das Fahren ohne Helm führt bei Verkehrsunfällen leider viel zu oft zu schwersten Verletzungen“, führte der Experte aus.

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