16 Stunden am Tag geöffnet  Fleischerei Leggedör aus Weener setzt auf Verkauf ohne Personal

Steffen Busemann
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Von Steffen Busemann
| 06.04.2024 15:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
16 Stunden lang an sieben Tag kann in dem Verkaufsladen eingekauft werden. Foto: Busemann
16 Stunden lang an sieben Tag kann in dem Verkaufsladen eingekauft werden. Foto: Busemann
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Aufgrund des anhaltenden Fachkräftemangels sind Selbstbedienungsgeschäfte ein immer beliebteres Konzept, das auch vor Weener keinen Halt macht. So funktioniert der Laden der Fleischerei Leggedör.

Weener - Kunden der Fleischerei Leggedör können sich in Zukunft auch außerhalb der Laden-Öffnungszeiten am Sortiment bedienen. Vor Kurzem ist der personalfreie Selbstbedienungsladen „SechzehnSieben“ eröffnet worden. Der Name ist dabei Programm: 16 Stunden lang an allen sieben Tagen der Woche können sich Kunden Zutritt verschaffen. Geöffnet ist jeweils ab sechs Uhr morgens.

Die Vorgehensweise ist dabei recht simpel. Über einen Link, der auf der Internetseite von Leggedör zu finden ist, muss sich der Kunde mit seinen persönlichen Daten registrieren. Dabei muss auch bereits eine Zahlungsmethode angegeben werden. Nach erfolgreicher Registrierung bekommt der Kunde einen QR-Code. Dieser kann dann beim Besuch des Selbstbedienungsladens, der direkt an das Geschäft in Weener angrenzt, an den Türöffner gehalten werden. Wer kein Smartphone besitzt, kann sich diesen Code auch ausdrucken. Ist der QR-Code gültig, öffnet sich die Ladentür. Nun kann wie gewohnt eingekauft werden. Zum Bezahlen werden alle Artikel in einen Kassenschacht gelegt und gescannt. Jedes Produkt ist dabei mit einem elektronischen Chip ausgestattet. Erst sobald das Produkt dann mit dem QR-Code bezahlt wurde, wird der Chip deaktiviert.

Viele Produkte aus eigener Herstellung

Zu den Waren gehören zum Großteil Produkte aus der eigenen Herstellung, wie Firmenchef Markus Leggedör betont. Dazu zählen etwa Aufschnitt, Wurstsortiment, Frischfleisch, Grillfleisch und Fertiggerichte, aber auch verschiedene Getränke. Aber auch Produkte von lokalen Herstellern können in dem Selbstbedienungsladen gekauft werden.

„Seit wir den Laden eröffnet haben, war die Resonanz sehr positiv“, freut sich Leggedör. Vor allem habe er festgestellt, dass viele Kunden den Einkauf problemlos alleine erledigen konnten. „Das zeigt uns, dass das System für alle einfach und verständlich ist.“ Auf die Idee gestoßen ist Leggedör aus einem bestimmten Grund, denn auch in der handwerklichen Fleischerei fehlt es an Fachpersonal. “Durch diese zusätzliche Option erhoffen wir uns, das bestehende Ladengeschäft entlasten zu können, und natürlich dem Kunden eine zusätzliche bequeme Einkaufsmöglichkeit auch außerhalb der Öffnungszeiten bieten zu können„, so der Rheiderländer.

Inhaber Markus Leggedör hat einen QR-Code auf seinem Handy, mit dem er den Einkauf am Kassenscanner bezahlt. Foto: Busemann
Inhaber Markus Leggedör hat einen QR-Code auf seinem Handy, mit dem er den Einkauf am Kassenscanner bezahlt. Foto: Busemann

Zwei Besuche in Bayern

Bereits seit einem Jahr sei der neue Laden geplant. „Wir arbeiten seit vielen Jahren mit einem Ladenbauanbieter aus Kulmbach (Bayern) zusammen. Dieser kooperiert neuerdings mit dem Shopanbieter von Selbstbedienungsläden. Dadurch sind wir auf das System aufmerksam geworden“, erklärt Leggedör gegenüber dieser Zeitung. Nach zwei Besuchen in Bayern sei man von der Idee überzeugt gewesen. „Der Laden bietet eine einfache Funktionsweise, ist aber trotzdem sehr sicher“, ist Leggedör überzeugt.

Mit einem ähnlichen Laden-Konzept will auch Bünting die örtliche Nahversorgung stärken. In Wymeer soll, wie berichtet, ein Selbstbedienungs-Laden in dem geplanten Baugebiet westlich der Molkereistraße entstehen und direkt an der Boenster Hauptstraße liegen. Es handelt sich dabei um einen Mini-Combi-Markt namens „CBox“, der als SB-Filiale in hochwertigen Con­tainern untergebracht sein wird und ohne Personal auskommt. Kunden können sich über ihre EC-Karte Zugang zu dieser “Einkaufskiste“ verschaffen und aus einem Sortiment von rund 500 Artikeln auswählen. Bezahlt wird ebenfalls mit Karte. Die „CBox“-Läden können rund um die Uhr und auch am Wochenende genutzt werden. Wobei den Umfang der Öffnungszeiten die Kommunen festlegen.

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