Teneriffa „Touristen geht nach Hause“: Teneriffas Bewohner ätzen gegen Urlauber und Auswanderer
Die Einheimischen der Kanaren-Insel Teneriffa sind wegen hoher Lebenshaltungskosten besorgt. Ihren Frust schieben sie auf die vielen Touristen auf der beliebten Urlaubsinsel.
Die Kanarischen Inseln sind nicht nur in den Osterferien für deutsche Urlauber ein beliebtes Reiseziel. Die spanische Inselgruppe im Atlantischen Ozean gelegen, lockt Touristen mit ganzjährig sommerlichen Temperaturen an. Wer über die Osterfeiertage die größte der Kanarischen Inseln, Teneriffa, besucht hat, wurde von der einheimischen Bevölkerung jedoch nicht gerade herzlich empfangen. Wie die englische Zeitung „Daily Mail“ berichtet, beschwert sich die spanische Bevölkerung über steigende Lebenshaltungskosten und hohe Mieten und macht die vielen Touristen auf der Insel dafür verantwortlich.
Unbekannte haben Touristen mit feindseligen Graffiti und Botschaften auf Plakaten wie „Touristen geht nach Hause“ empfangen. Auf einer der mit Graffiti beschmierten Wand steht zum Beispiel: „Die Einheimischen werden gezwungen wegzuziehen, und SIE sind dafür verantwortlich... digitale Nomaden, ihr seid hier NICHT willkommen“.
Mit „digitalen Nomaden“ meinen die Einheimischen die Touristen, aber vor allem auch Auswanderer und Ausländer, die sich Teneriffa als Arbeitsort ausgesucht haben und im Homeoffice digital arbeiten können. Die Spanier beklagen die steigenden Kosten für Miete und Kauf von Immobilien, da Vermieter weiterhin Airbnb- und Touristenunterkünfte aufkaufen, was das Angebot verknappt und die Preise in die Höhe treibt.
Ein einheimischer Aktivist prangert auch an, dass die lokale Bevölkerung vom (Massen)-Tourismus überhaupt nicht profitiert. Im Gegenteil, die Löhne wären seit Jahren nicht mehr gestiegen, berichtet Ivan Cerdeña Molina, ein Aktivist der einheimischen Naturschutzorganisation ATAN der „Daily Mail“. Naturgemäß anders sehen es die dort ansässigen Auswanderer, wie eine Engländerin, die dort einen Pub betreibt. „Ohne den Tourismus gäbe es hier nichts, auch keine Arbeitsplätze“. Sie gab aber auch zu, dass die Mietpreise und der Immobilienmarkt auf der Insel „außer Kontrolle“ geraten seien.
Einheimische Aktivisten fordern jetzt eine Touristensteuer und strenge Regeln für Ausländer, die auf der Insel eine Immobilie kaufen wollen. Außerdem soll es mehr Initiativen für qualitativen Tourismus geben, wie es zum Beispiel auch die Ferieninsel Mallorca macht. Auch gegen betrunkene Partygänger und den stetigen Lärm und die Müllverschmutzung soll härter vorgegangen werden.
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