„Regional Friesoythe“ ausgezeichnet  Küchenchef Timo Plenter erlangt begehrten „Grünen Stern“

| 27.03.2024 18:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Sie haben es geschafft: Timo Plenter und Ina Stuke waren bei der Preisverleihung in Hamburg erfolgreich. Foto: Stuke
Sie haben es geschafft: Timo Plenter und Ina Stuke waren bei der Preisverleihung in Hamburg erfolgreich. Foto: Stuke
Artikel teilen:

Timo Plenter und Ina Stuke bilden im Restaurant „Regional Friesoythe“ ein perfektes Team. Nun haben sie den „Grünen Stern“ des Guide Michelin Deutschland erhalten.

Friesoythe/Hamburg - „Regional Friesoythe - Timo Plenter“ hallte es durch die Hamburger Handelskammer und leuchtete in großen Lettern auf der Leinwand. Timo Plenter blieb bewegungslos sitzen. „Du musst jetzt aufstehen“, hörte er dann Lebensgefährtin Ina Stuke und den Saarländer Chefkoch Peter Wirbel als Sitznachbarn sagen, die zeitgleich die Ellenbogen einsetzten und ihn amüsiert an den Gang auf die Bühne erinnerten. „Viel mehr weiß ich eigentlich nicht mehr, dieser Moment war einfach unglaublich“, beschreibt der Friesoyther Küchenchef seine ganz persönliche Sternstunde.

Der 36-Jährige konnte bei dem feierlichen Event am Dienstag, 26. März 2024, gemeinsam mit neun weiteren Kollegen den „Grünen Stern“ des Guide Michelin Deutschland entgegennehmen. Mit der Verleihung soll das Engagement für besonders nachhaltiges und verantwortungsvolles Arbeiten gewürdigt werden. „Für uns ein ganz wichtiger Schritt und wir können insgesamt noch nicht so wirklich fassen, was da gerade alles passiert“, erzählt Plenter. Das „Regional Friesoythe“ ist 2024 eines von bundesweit 77 Restaurants, die mit einem „Grünen Stern“ strahlen, im Oldenburger Münsterland ist es das Erste und Einzige.

„Die Adressen kombinieren ein kulinarisches Erlebnis auf höchstem Niveau mit Umweltbewusstsein und zeichnen sich durch alternative und besonders vorbildliche Gastronomie-Modelle aus“, heißt es seitens des Guide Michelins, der diesen Stern seit 2020 vergibt.

Friesoyther Gaumenfreuden

Seit der Eröffnung im September 2022 erleben die Gäste in Friesoythe Gaumenfreuden mit der Verbindung von Mensch und Natur sowie den Anspruch, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Timo Plenter und Ina Stuke bilden dabei ein perfektes Team. Er kreiert in der Küche genussvolle Menüs mit regionalen Produkten und eigener Handschrift. Sie garantiert als Restaurantleiterin einen professionellen Service und eine sympathische Atmosphäre.

Kommt die Einladung nach Hamburg oder kommt sie nicht? „Der Gang zum Postkasten war in den vergangenen Wochen schon mit Aufregung verbunden“, verrät der Restaurant-Inhaber. Umso größer die Freude, als das begehrte Schreiben am Dienstag vor der Verleihung endlich auf dem Tisch lag. Dass sie die Reise in die Hansestadt nicht umsonst antreten, war bekannt. Dass es der „Grüne Stern“ werden könnte, würde „Sinn machen, aber wir wussten es eben nicht.“

Auf dem roten Teppich

Von Coolness war der Chefkoch somit auch beim Betreten des roten Teppichs im Foyer der Handelskammer weit entfernt. „Vielleicht sind wir doch nur hier, damit wir mal sehen, wie es laufen könnte“, verrät er „verrückte Gedanken“ und Zweifel, die sich jedoch eine halbe Stunde nach der offiziellen Begrüßung in Luft auflösten.

Neben Peter Wirbel, dessen Restaurant an diesem Abend mit dem ersten Stern dekoriert wurde, lernte das Friesoyther Paar nach dem Festakt bei Champus und Fingerfood jede Menge weiterer Kollegen kennen. Darunter auch die „Großen der Branche, die ich seit meiner Ausbildung bewundere, mich dagegen kannte keiner“, erzählt der Newcomer schmunzelnd, dem seine Gesprächspartner allesamt mit ungläubigen Blicken zuhörten, weil es im Regional weder Küchencrew noch umfangreiches Management gibt „und wir dennoch so erfolgreich sind.“

Das Ziel: Ein richtiger Stern

Feiner seien sie geworden, aber bodenständig und bezahlbar geblieben, charakterisiert das Paar. So soll es auch bleiben, allerdings kommt Stillstand nicht infrage und dass mal „ein richtiger Stern“ über dem Restaurant strahlt, ist das Ziel, „auf das wir weiter hinarbeiten“, sagen die Gastronomen aus Leidenschaft.

Hamburg mussten sie schon früh am nächsten Morgen wieder verlassen: Ein TV-Team hatte sich für zwei Beiträge angekündigt. „Das überregionale Interesse wächst nicht nur bei unseren Gästen“, kommentiert Plenter die Aufnahmen vor der Kamera. „Größenwahnsinnig werden wir aber nicht.“

Ähnliche Artikel