Wasser wird zum Problem Sargbeisetzung in Neermoor derzeit nicht mehr möglich
Der „neue Friedhof“ ist gar nicht mehr neu. Obwohl es viele freie Stellen gibt, kann die Gemeinde dort momentan keine Gräber mehr vergeben. Das sind die Gründe dafür.
Neermoor - Der „neue Friedhof“ in Neermoor wird zwar so genannt – trotzdem ist die Fläche zwischen der Kapelle und der historischen Friedhofswarft bereits seit etwa 60 Jahren in Gebrauch. Derzeit können dort jedoch keine Verstorbenen mehr im Sarg beigesetzt werden. Das erscheint unverständlich, gibt es doch zwischen den Gräbern viele freie Grünflächen.
Doch diese können nicht mehr als Grabstelle vergeben werden. Warum das so ist, erklärt Edith Kaslowski von der Gemeinde Moormerland: „Diese Flächen können aufgrund der Bodenverhältnisse für Sargbeisetzungen nicht wiederbelegt werden.“ Vor allem Nässe macht auf dem „neuen Friedhof“ Probleme. Deshalb plant die Gemeinde Moormerland schon seit längerem eine Erweiterung.
Erweiterung ist in Planung
Die soll auch kommen, dafür ist eine Fläche auf der anderen Seite der Kapelle in Richtung Bahngleise vorgesehen. Wann es aber dort losgeht, ist offen. Im Herbst vorigen Jahres hatte der Ortsrat der dafür notwendigen Änderung des Bebauungsplans zugestimmt. Vorgesehen sind neue Plätze für Urnenbestattungen in einer Rasenfläche, aber eben auch für Sargbestattungen, hatte Ortsbürgermeister Berthold Koch (SPD) seinerzeit mitgeteilt.
Bis diese Flächen zur Verfügung stehen, können keine neuen Sarggräber mehr vergeben werden, bedauert Kaslowski. Neermoorer, die eine Familiengrabstätte auf dem „neuen Friedhof“ haben, kann sie jedoch beruhigen: Ist in bereits vergebenen Doppelgräbern nur eine Seite belegt, dann können Verstorbene in der noch freien Hälfte weiterhin im Sarg beigesetzt werden. Darüber hinaus sind Urnenbeisetzungen auf dem „neuen Friedhof“ weiterhin möglich, heißt es weiter. Sollten Grabstellen auf dem historischen Teil frei werden, können sie ebenfalls neu belegt werden – dort besteht die Bodenproblematik nicht.
Grundwasser läuft nicht ab
Die Gemeinde Moormerland hatte den gesamten Friedhof zu Beginn der 70er Jahre von der Kirchengemeinde Neermoor übernommen. Diese hatte bereits den neuen Friedhof angelegt und mit Aushub aus Emden aufgefüllt. Dieser „bindige Boden“ sorge dafür, dass Wasser nicht abfließt, das Grundwasser stehe auf dem gesamten Friedhof sehr hoch. „Wenn Gräber ausgehoben werden, steht oft gleich Wasser darin“, hatte Harm Busemann vom Bauamt vergangenes Jahr erläutert.
Das führe dazu, dass sich Särge und die darin liegenden Toten nicht in der üblichen Zeit zersetzen. Ein ähnliches Problem haben auch andere Kommunen, darunter Ostrhauderfehn, Emden und Hinte. Aber nicht nur das Bodenproblem, sondern auch eine wachsende Zahl von Einwohnern macht die Erweiterung des Friedhofes erforderlich. Die neue Fläche soll komplett neu aufgefüllt werden.
Dieses Mal sollen jedoch ein spezieller Sand und eine darunter verlegte Drainage dafür sorgen, dass die Gräber nicht im Wasser liegen. „Sickerwasser aus den Grabstellen wird abgeleitet und fließt ins Klärwerk“, sagte Busemann. Für die Planung und Genehmigung musste die Gemeinde nachweisen, dass keine Schadstoffe ins Grundwasser gelangen können. Die aufwändigen Untersuchungen und Gutachten waren ein Grund, warum es mit der Erweiterung seine Zeit dauert.