Rohrleitungen verlegt Soeste und Barßeler Tief werden von Sandablagerungen befreit
Sandablagerungen in Soeste und Barßeler Tief beeinträchtigen die Wasserwege . Nun werden Schritte unternommen werden, um das Erholungsgebiet Barßel-Saterland für Bootsfahrer attraktiver zu machen.
Barßel - Wenn kräftiger Wind oder die Ebbe das Wasser der Soeste und des Barßeler Tiefs herausdrückt, treten die Ausmaße der enormen Sandablagerungen deutlich zutage. Man könnte glauben, die Flüsse zu Fuß durchqueren zu können. Ein Dorn im Auge sind den Freizeitkapitänen diese Hindernisse. Denn die Gewässer sind fast nur noch bei hohem Wasserstand zu befahren. Doch Abhilfe naht. In den kommenden Tagen beginnt die Arbeiten zur Entsandung.
Eigentlich hätten diese Maßnahmen bereits im vergangenen Jahr stattfinden sollen. Doch immer wieder kam es zu Verzögerungen. Insbesondere der Landkreis Leer bombardierte die Gemeinde Barßel mit Auflagen und Bedingungen, die erst erfüllt werden mussten. Dazu gehörten auch wasserrechtliche Auflagen. Außerdem gab es auch naturschutzrechtliche Belange wegen der Brut- und Setzzeit zu bedenken. „Doch mittlerweile ist alles in trockenen Tüchern, die Arbeiten können beginnen“, sagt Heinz-Georg Coners vom Bauamt der Gemeinde Barßel.
Das Spülfeld an der Deichstraße (K 307) ist komplett hergerichtet. Weitere Spülfelder werden in Roggenberg und auf Flächen im Landkreis Leer angelegt.
Die Pipeline vom Bootshafen in Barßel über die Soeste und das Barßeler Tief bis zum Ufer an der Deichstraße ist verlegt worden. „Das überschüssige Wasser wird direkt in die Fließgewässer zurückgeführt“, so Coners.
Damit der Verkehr über die viel befahrene Deichstraße weiterfließen kann, muss noch eine Überquerung, eine Art Brücke, hergestellt werden. Denn die rund drei Hektar große Fläche, die ein Landwirt für das Spülfeld zur Verfügung gestellt hat, liegt auf der gegenüberliegenden Seite der Straße. Dies soll in der kommenden Woche geschehen. „Wenn alles nach Plan verläuft, dann kommt nach Ostern der Saugbagger zum Einsatz“, so Coners.
Zuschuss vom Land Niedersachsen
Für diese Maßnahme gibt es vom Land Niedersachsen Fördermittel in Höhe von rund 608.000 Euro zu den Kosten von insgesamt etwa 760.000 Euro. Rund 30.000 Kubikmeter Material, überwiegend Sandablagerungen, müssen aus den Gewässern entfernt werden. Davon kommen etwa 10.000 bis 12.000 Kubikmeter aus dem Bootshafen Barßel und etwa 18.000 bis 20.000 Kubikmeter aus der Soeste und dem Barßeler Tief.
Wenn die Flut kommt, drückt das Wasser aus der Nordsee über die Ems bis hinauf in den Barßeler Hafen. Was von oben nicht zu sehen ist: Tonnenweise werden von der Strömung Sand und Schlick mitgerissen, die irgendwann im Hafen zur Ruhe kommen und sich am Grund absetzen. Die Entsandung wird zukunftsweisend für den Wassertourismus und das Wasserwandern im Erholungsgebiet Barßel-Saterland sein, heißt es vom Tourismusverein Erholungsgebiet Barßel-Saterland. Die Gemeinde hofft, dass mit der breit angelegten Maßnahme die Schiffbarkeit der Gewässer auf längere Zeit zuverlässig gesichert werden kann. Die Gewässer haben auch eine ökologische Bedeutung für Natur und Landschaft.