Erinnerungen an Union Berlin Magischer Meppen-Mittwoch – beste Kickers-Kulisse seit 2009
Mehr als 2404 Zuschauer hatte es bei einem Punktspiel in Emden beim letzten Kickers-Spiel in der 3. Liga gegeben. Am Samstag ist Eilvese zu Gast. Da erhofft sich der BSV auch wieder viele Fans.
Emden - Beim Fußball-Oberligisten BSV Kickers Emden schwärmen immer noch alle vom magischen Meppen-Mittwoch. „Die Atmosphäre war beeindruckend“, sagt Trainer Stefan Emmerling zu den 90-minütigen Dauergesängen und den 2404 Zuschauern beim 2:1-Erfolg über SV Meppen II. Es war die größte Kulisse in Emden bei einem Punktspiel seit 15 Jahren. Nun aber gilt es, den Blick nach vorne zu richten. Denn drei Tage nach dem Traumgegner ist am Samstag (18 Uhr) der relativ namenlose Tabellenletzte STK Eilvese in Emden zu Gast.
Der Fokus liegt auf dem nächsten Spiel, die Erinnerungen an alte Zeiten bei Emmerling und Co-Trainer Markus Unger sind aber immer noch präsent. Beide tippen richtig, als sie nach dem Gegner gefragt werden, der zuletzt mehr Fans zu einem Punktspiel zu Kickers lockte. Es war Union Berlin. Am 23. Mai 2009 strömten zum letzten Drittliga-Spiel 3423 Fans ins Emder Stadion. Und in jener Saison waren Unger und Emmerling Teil des BSV-Teams. Kickers besiegte damals den bereits feststehenden Meister Union Berlin mit 3:2. Wenige Tage später erklärte der hoch verschuldete BSV den Rückzug aus der 3. Liga. Es folgten Insolvenz und Absturz bis in die Landesliga.
Unger blickt zurück auf 2009
Beim Spiel gegen Union kickte übrigens Markus Unger in der Kickers-Offensive. Trainer Stefan Emmerling hatte den BSV Kickers wenige Woche zuvor verlassen, um den Zweitligisten RW Ahlen mit Marco Reus und Kevin Großkreutz vor dem Abstieg zu retten – was ihm auch gelang.
Markus Unger richtete am Mittwoch noch vor dem Meppen-Spiel ein paar Worte an die Spieler. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass jetzt wieder in Emden eine Atmosphäre herrscht, wie ich sie damals als Spieler erlebt habe und dass sie das genießen sollen.“ Es herrscht im Team auch ein ähnlicher Zusammenhalt wie 2009. „Wir sind damals nach dem Spiel gegen Berlin noch zum Griechen essen gegangen“, erinnert sich Unger. „In der Stadt war alles voller Union-Fans.“ Unger wünscht sich, dass die Fans nach dem magischen Mittwoch auch an einem etwas regnerischen Samstag gegen Eilvese das Team unterstützten. „Das haben sich die Jungs verdient.“
Emmerling hat Qual der Wahl
Die beiden Trainer betonen, dass ein Erfolg über STK Eilvese keineswegs ein Selbstläufer ist. „Eilvese hat sich in der Winterpause verstärkt“, betont Emmerling. Er verweist zudem auf den jüngsten Eilveser 3:0-Sieg über Heeslingen und auf die knappe 0:1-Niederlage bei Atlas Delmenhorst. „Wir dürfen uns im Titelkampf keine Nachlässigkeiten erlauben. Bersenbrück lässt nicht nach.“
Der Kickers-Trainer hat bei der Aufstellung alle Möglichkeiten. Niemand ist gegen Eilvese gesperrt – und neben Torhüter Marcel Bergmann allein Marcell Sobotta nach seiner Knieverletzung noch minimal beeinträchtigt. „Ich habe die Qual der Wahl“, sagt der Trainer zum 22-Mann-„Problem“.
Es ist der Job von Emmerling und Unger, die richtigen personellen Entscheidungen zu treffen – damit der Spitzenreiter auch das 15. Spiel in Folge unbesiegt übersteht, den neunten Erfolg in Serie feiert und in Emden wieder häufiger ähnliche Kulissen wie 2009 für traumhafte Fußballfeste sorgen.