Osnabrück Grüne im Umfragetief: Mit Eurer Politik seid Ihr selbst schuld!
Die falschen Themen, die falschen Leute, die falsche Zeit: Der Hype ist passé und die Grünen verharren im Umfragekeller. Doch ihre Misere hat sich die Partei selber eingebrockt – und sollte Robert Habeck nun einfach mal machen lassen.
Gut vier Jahre ist es nun her, da wähnten sich die Grünen schon im Kanzleramt. Man erinnere sich an eine Zeit, in der die politischen Probleme überschaubar waren, Armin Laschet auf allen Titelseiten und Hunderttausende mit Fridays for Future für mehr Klimaschutz demonstrierten.
Damals waren die Grünen für breite gesellschaftliche Schichten anschlussfähig: Ihre Ideen waren pragmatisch, für viele Wähler einleuchtend und zukunftsorientiert. Doch das ist lange her. Laut einer Allensbach-Studie haben die Grünen seit 2019 die Hälfte ihrer Unterstützer verloren. Jeder zweite Deutsche lehnt die Partei heute grundsätzlich ab.
Der Wind hat sich gedreht: Klimaschutz ist nicht mehr en vogue und in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit geraten identitätspolitische Themen in den Hintergrund. Schmale Geldbeutel senken die Bereitschaft zum Klimaschutz erheblich und verlagern den Fokus – das gilt für Wähler genauso wie für Staaten. Die Grünen haben auf unbequeme Themen gesetzt. Nur: Die sind den meisten Bürgern nicht mehr wichtig.
Feindbild: Warum die Grünen so viel Hass erfahren
63 Prozent der Wähler finden, dass die Grünen an den echten Sorgen der Bevölkerung vorbeireden. Um die harten Themen wie Migration, Reform der Sozialsysteme oder die darbende Wirtschaftslage kümmern sich derweil andere – und punkten damit. Die Grünen sind währenddessen auf die Avantgarde zusammengeschrumpft.
Dabei gibt es einen, der das Ruder rumreißen könnte – wenn man ihn nur ließe. Robert Habeck hat verstanden, dass die Wähler konkrete Lösungen statt theoretischer Seminare erwarten und symbolisiert einen neuen Typus Politiker: pragmatisch, erklärend, fleißig.
Der Wirtschaftsminister könnte so etwas wie das Gegengewicht zum Kanzler sein, der ja nicht spricht und wenn doch, meistens nichts sagt. Habeck hingegen erklärt seinem Wahlvolk mal wie ein Klassenlehrer und mal wie ein genervter Familienvater, warum er tut, was er tut. Dafür bekommt er oft Gegenwind und wird regelmäßig auch absichtlich missverstanden. Aber davon sollte sich Habeck nicht aus dem Konzept bringen lassen: Man kann auch mit Gegenwind segeln.