Café Mozart im Gespräch  Mit Kunst und Kultur gegen Leerstände in der Innenstadt

Christian Belling
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Von Christian Belling
| 21.03.2024 08:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Seit drei Jahren steht das Café Mozart am Papenburger Hauptkanal schon leer. Aktuell ist eine vorübergehende Nutzung der Fläche für die hiesige Kunstszene im Gespräch. Foto: Belling
Seit drei Jahren steht das Café Mozart am Papenburger Hauptkanal schon leer. Aktuell ist eine vorübergehende Nutzung der Fläche für die hiesige Kunstszene im Gespräch. Foto: Belling
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Kunstschaffende wollen Leerstände in Papenburg nutzen. Das könnte auch für die Gebäudeeigentümer Vorteile haben. Im Gespräch sind beispielsweise die ehemaligen Räume des Café Mozart.

Papenburg - Leerstehende Ladenlokale gibt es am Papenburger Hauptkanal so einige. Der Blick auf das oftmals von innen mit Folie abgeklebte Schaufenster ist sowohl für Touristen wie auch für Einheimische gleichermaßen trist und ausladend. Bunte Farben sollen den Leerstand attraktiver gestalten. Die Idee: Leerstände sollen zeitweise zu Atelier, Ausstellungs- oder Workshopfläche umgestaltet werden, die jeder nutzen kann.

Fotograf findet keine Ausstellungsflächen

Das Vorhaben geht aus von Udo Löbbers. In seiner Freizeit widmet sich der seit drei Jahren in Papenburg lebende Data-Analyst leidenschaftlich der Fotografie und der Malerei. „Ich war auf der Suche nach geeigneten Ausstellungsflächen in der Stadt für Werke unserer Fotogruppe und habe gemerkt, wie wenige es davon gibt“, erklärt der gebürtige Rheinenser. Recht zügig richtete er seinen Fokus auf leerstehende Ladenlokale in der Innenstadt. Doch wie kommt man an das Objekt, und wie lässt sich eine vorübergehende, künstlerische Nutzung der Fläche finanzieren? Fragen, mit denen das Papenburger Citymanagement vertraut ist. „Wir sehen uns als Vermittler zwischen Kunstszene und Immobilienbesitzer. Zudem sehen wir unsere Aufgabe darin, Fördergelder zu generieren“, berichtet Citymanagerin Sabine Pinkernell. Denn ohne Fördermittel werde das Vorhaben kaum funktionieren.

Konkreten Leerstand für eine künstlerische Nutzung habe man bereits im Kopf. Bei der ersten Zusammenkunft mit mehr als 50 freischaffenden Künstlern in der vergangenen Woche wurde konkret das seit drei Jahren leerstehende Café Mozart genannt. „Perfekt für Papenburg Art“, heißt es in einer gezeigten Präsentation. „Das ist aber noch nicht in trockenen Tüchern“, teilt Pinkernell mit Blick auf die nicht genehmigten Fördergelder mit.

.„Papenburg Art“: Kunstszene in Papenburg vernetzen.

Bei der Auftaktveranstaltung in der vergangenen Woche in der Kunstschule Zinnober wurde außerdem die Gründung des Vereins „Papenburg Art“ auf den Weg gebracht. „Wir wollen Künstler und Kreative zusammenbringen“, erklärt Löbbers. Davon gebe es in der Fehnstadt mehr, als vielleicht so mancher denke. Von Tätowieren, Graffitikünstlern bis hin zu Aquarellmalern war die Bandbreite unter Gästen weit gefasst. „Bislang läuft die hiesige Kunstszene eher nebeneinander her. Der Verein will alle miteinander vernetzen.“ Nach Angaben von Udo Löbbers geht der Verein zudem auf die Eigentümer leerstehender Ladenflächen zu und stellt die Idee einer temporären Nutzung vor. Sollte die Kunstszene in einen Leerstand einziehen und sich dann eine anderweitige Nutzungsperspektive ergeben, wird wieder Platz gemacht.

Leerstand herrichten, und wieder vermieten

Ein am Hauptkanal nicht unbekannter Ansatz. So musste der Coworking-Space schon mehrfach wieder aus einer Immobilie ausziehen. Für Citymanagerin Pinkernell sind die Wechsel kein Problem. Im Gegenteil: „Das ist ein Stück weit auch das Ziel von unserem Co-Work. Einen Leerstand wieder herrichten, attraktiv machen und wieder in eine Vermietung bringen.“

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