Osnabrück  Eine Warnung: Wer ist der AfD-Politiker Maximilian Krah?

Burkhard Ewert
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Von Burkhard Ewert
| 22.03.2024 09:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Maximilian Krah ist in der AfD keine Randfigur. Im Juni wurde er von der Partei zum Spitzenkandidaten für die Europawahl gekürt. Foto: dpa/Daniel Löb
Maximilian Krah ist in der AfD keine Randfigur. Im Juni wurde er von der Partei zum Spitzenkandidaten für die Europawahl gekürt. Foto: dpa/Daniel Löb
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Der AfD-Spitzenkandidat für die Europawahl Maximilian Krah fällt durch seine Sprache und sein Denken in ganz besonders unangenehmer Weise auf. Sie sollten das wissen, findet unser Chefredakteur Burkhard Ewert.

Kennen Sie den AfD-Politiker Maximilian Krah? Das sollten Sie. Bislang ist mir im gesamten Rest der Republik jedenfalls niemand untergekommen, von dem ich mich mir weniger vorstellen könnte, weshalb ihn jemand wählen würde.

Krah firmiert auf eine merkwürdige Weise unter dem Radar. Dabei handelt es sich keineswegs um eine Randfigur. Die AfD kürte ihn zum Spitzenkandidaten für die Europawahl im Juni. Und während die AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla und Alice Weidel ihre Gesprächspartner inhaltlich durchaus fordern können, klappen sich mir bei einer Person wie Krah einfach nur die Nägel hoch. Beispiele gefällig?

Krahs Dating-Tipps für Männer sind noch eine milde Ausformung seines Weltbilds. „Echte Männer sind rechts, echte Männer haben Ideale, echte Männer sind Patrioten, dann klappt es auch mit der Freundin“, lässt er in einem Tiktok-Video wissen – unappetitlich, aber noch harmlos im Unterschied zu Aussagen wie diesen: „Einwanderung ist Völkermord, denn dann gibt es ein Mischvolk.“

Wie der Deutsche trage auch der Afrikaner „seine Erde, seine Prägung“ in sich, findet Krah.

Auch für Frauen hat der Mann aus Dresden Ratschläge parat. „Liebe Frauen, seid Frauen“, ließ er neulich wissen. „Und zur Weiblichkeit gehört die Mutterschaft dazu. Das ist das, was uns inspiriert. Das ist das, was uns groß macht – echte Männer, echte Frauen, ein echtes Volk.“

Gegen Ausländer stänkern kann Krah ebenfalls. Sie seien zu dumm, um eine McDonalds-Filiale zu leiten, lästert er aktuell auf Twitter – als sei so etwas ein trivialer Job. Ich kenne jemanden, der ein halbes Dutzend solcher Restaurants betreibt. Meines Wissens leidet er keine Not, aber der Europa-Parlamentarier Krah hält ihn und tausende andere deutsche Wirte augenscheinlich für ziemlich beschränkt. 

Noch eine Originalaussage von Krah: Die AfD solle sich für eine Reservepolizei einsetzen, meint er. Privatleute, die in Schützenvereinen aktiv seien und „besser schießen könnten als ein Hauptwachtmeister Schmidt“, sollten eine Uniform im Schrank und einen Pieper haben, um im Notfall aktiviert werden zu können.

Die Männer würden dann sagen, „das ist hier mein Land, ich sorge hier für Ordnung“. Dahin müsse man zurück, erklärte Krah wörtlich.

Und wie denkt der Mann über die EU? „Das Europa, das uns vorschwebt: Das sind die Germanen, die Romanen und die Slawen, die nicht von Konstantinopel aus christianisiert wurden.“ Himmel, hilf.

Als seinen politischen Hauptfeind macht Krah übrigens nicht die Linke aus, sondern den Liberalismus. „Rechte Politik ist grundsätzlich etaistisch“, redet er in seinem Buch „Politik von rechts“ der Kollektivität und einem starken Staat das Wort.

An vielen Stellen wendet er sich gegen eine freiheitliche Wirtschaftsordnung. Auf Seite 26 schreibt er: „Politisch Rechte und marxistisch gebliebene Linke sehen sich dieser radikalisierten liberalen Mitte plötzlich gemeinsam gegenüber.“

Halten Sie also gerne von Krah, was immer Sie mögen. Ich für mich sage: Meine Feindschaft kann er haben.

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