Statistik vorgestellt  Viele Papenburger ziehen nach Westoverledingen und nach Rhauderfehn

Gerd Schade
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Von Gerd Schade
| 18.03.2024 15:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Viele Papenburger ziehen nach Westoverledingen. Auch Rhauderfehn ist ein beliebtes Ziel. Symbolfoto: Maria Fuchs/stock.adobe.com
Viele Papenburger ziehen nach Westoverledingen. Auch Rhauderfehn ist ein beliebtes Ziel. Symbolfoto: Maria Fuchs/stock.adobe.com
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Wenn es um Fortzüge geht, dann steht bei den Papenburgern die Gemeinde Westoverledingen als Zielort ganz oben. Doch noch mehr Westoverledinger sind nach Papenburg gezogen.

Papenburg/Westoverledingen - Wohin zieht es Menschen aus Papenburg am häufigsten und von wo kommen sie in die Fehnstadt? Antworten auf diese Fragen stecken im neuen Konzept zur Wohnraumversorgung der Stadt. Ein Ergebnis räumt mit einem Vorurteil auf, das die Nachbargemeinde Westoverledingen betrifft. Der Beschluss des Konzeptes in der vergangenen Sitzung des Stadtrates war Formsache. Damit dient es fortan als Grundlage für das Entwickeln von Wohnbauflächen im Stadtgebiet. Vor dem Rat hatte bereits der Ausschuss für Stadtentwicklung die Handreichung ohne Gegenstimme gebilligt.

2017 erstmals erstellt, ist die Studie von der Verwaltung nun erstmals überarbeitet worden. Damit erfüllt die Stadt nach eigenen Angaben eine Anforderung der Landesförderbank (N-Bank). Nur mit einem aktuellen Konzept könnten Investoren in Papenburg in die Mietraumförderung der N-Bank kommen. Auf diese Weise werde der Bau von (preisgünstigem) Wohnraum unterstützt.

In Papenburg fehlen bis 2040 vor allem Wohnungen für Ü65-Singles

Für die Erkenntnis, dass der Druck auf dem Wohnungsmarkt in Papenburg mit rund 40.000 Einwohnern anhaltend groß ist, hätte es allerdings wohl keine neue Analyse gebraucht. Mit dem knapp 70-seitigen Werk, das auf der Internetseite der Stadt hinterlegt ist, haben es Verwaltung und Politik aber Schwarz auf Weiß – und vor allem ausdifferenziert.

Im Kern müssen dem Konzept zufolge bis zum Jahr 2040 exakt 1617 neue Wohnungen entstehen, davon allein mehr als 800 Single-Wohnungen für Über-65-Jährige. Mehr als 400 wären es für kinderlose Paare, rund 300 für Paare mit Kindern und etwa 100 für Alleinerziehende.

Leerstand von Wohnungen in Papenburg? Fehlanzeige!

Der Anteil leerstehender Wohnungen in Papenburg ist laut Konzept zurzeit gleich Null. Die Stadt hält den geforderten 1617 Wohnungen aber 1057 geplante entgegen, darunter auch privatwirtschaftliche. In der Studie stecken derweil eine Reihe weiterer Informationen. Unter anderem liefert sie eine Übersicht über Umzugsbewegungen von und nach Papenburg.

Bürgermeisterin Vanessa Gattung (SPD) sieht darin eine Behauptung als falsch widerlegt. Immer wieder werde gesagt, dass Papenburg Einwohner an Westoverledingen „verliert“, weil sie die dort bauen und wohnen. „Tatsächlich gibt es von dort mehr Zuzüge als Abwanderungen“, stellte Gattung im Ausschuss für Stadtentwicklung unter Verweis auf das Konzept fest.

Mehr Wegzüge nach Rhede und Dörpen als Zuzüge

Diese Aussage gilt zumindest für das in der Studie zugrunde gelegte Jahr 2022. Demnach zog es die meisten Menschen aus Papenburg, die ihren Wohnort wechseln, in der Tat nach Westoverledingen. Noch mehr kommen im Gegenzug aber aus der ostfriesischen Nachbargemeinde in die Fehnstadt.

Zu- und Wegzüge aus und nach Papenburg gibt es vor allem aus den beziehungsweise in die Nachbar- und Umlandgemeinden. Dabei spielt Westoverledingen eine tragende Rolle. Die Top Ten im Überblick:

1.) Westoverledingen (249 Zuzüge nach Papenburg/218 Fortzüge aus Papenburg)

2.) Weener (70/54)

3.) Oldenburg (57/47)

4.) Bramsche (57/2)

5.) Rhede (56/86)

6.) Surwold (51/44)

7.) Rhauderfehn (46/86)

8.) Bunde (38/19)

9.) Leer (37/41)

10.) Dörpen (33/50)

Vielmehr ist es also so, dass mehr Menschen aus Papenburg nach Rhede, Rhauderfehn, Leer und Dörpen weg- als zugezogen sind. Bei den Fortzügen spielen derweil auch die Städte Hamburg und Bremen eine Rolle. In dem Konzept wird vermutet, dass dies „auf junge Papenburger zurückzuführen ist, die dort eine Ausbildung oder ein Studium beginnen“. Dasselbe gelte für Oldenburg.

Papenburg soll sich „im Wettbewerb der Kommunen klarer positionieren“

Im Zusammenhang mit den Wanderungsbewegungen gibt die Studie folgende Empfehlung: „Da Zu- und Fortzüge immer auch mit dem Gewinn und dem Verlust von Potenzialen wie Arbeitskräfte und Kaufkraft einhergehen, sollte Papenburg sich in dem Wettbewerb der Kommunen klarer positionieren und zeitgemäße, bezahlbare Wohnungsangebote mit Blick auf die oben genannten Zielgruppen schaffen.

Relevant sind hier vor allem bezahlbare Grundstücke, da das Eigenheim nach wie vor das Ziel junger Familien ist, und bezahlbare barrierefreie, kleine Wohnungen für eine älter werdende Stadtgesellschaft.“

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