Hamburg  So viele Deutsche erhalten eine gesetzliche Rente von unter 1100 Euro

Henry Borgelt, AFP User
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Von Henry Borgelt, AFP User
| 18.03.2024 12:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Mehr als die Hälfte der gesetzlichen Renten liegt unter 1100 Euro, zeigt eine Anfrage an das Bundessozialministerium. Foto: IMAGO/HalfPoint Images
Mehr als die Hälfte der gesetzlichen Renten liegt unter 1100 Euro, zeigt eine Anfrage an das Bundessozialministerium. Foto: IMAGO/HalfPoint Images
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Sorgen über die Rente plagen viele Menschen in Deutschland. Eine Anfrage von Sahra Wagenknecht zeigt nun, dass die gesetzliche Altersrente teilweise unter 1100 Euro liegt. Das Bundessozialministerium widerspricht allerdings Wagenknechts Deutung der Zahlen.

Vor wenigen Tagen stellte die Bundesregierung das Konzept der Aktienrente vor. Wie nun aus einer Antwort des Bundessozialministeriums auf Anfrage der Bundestags-Abgeordneten Sahra Wagenknecht (BSW) hervorgeht, liegt mehr als die Hälfte der gesetzlichen Altersrenten in Deutschland unter dem Betrag von 1100 Euro im Monat. Die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND)“ berichteten aus dem Papier am Montag. Demnach erhalten 10,1 Millionen Menschen in Deutschland eine gesetzliche Rente unterhalb von 1100 Euro pro Monat, das entspricht einem Anteil von 54,3 Prozent aller Renten.

Unter dem Betrag von 1300 Euro rangieren demnach 12,4 Millionen (66,6 Prozent) und unter 1600 Euro im Monat 15,1 Millionen Altersrenten (81,1 Prozent). Die überwiegende Mehrheit der gesetzlichen Renten in Deutschland liegt derzeit unter 2000 Euro im Monat, nämlich in rund 17,3 Millionen Fällen oder 93,1 Prozent aller Altersrenten.

Wagenknecht kritisierte das Rentenniveau: Damit würde Deutschland „Millionen Menschen im Alter in die Armut entlassen“, sagte sie den RND-Zeitungen. Dies sei eine „Verhöhnung der Menschen“. Wagenknecht forderte „mehr Einfluss der Bürger auf die Zukunft ihrer Renten“. Am Tag der Bundestagswahl 2025 sollte auch eine Volksabstimmung über das Rentensystem stattfinden, sagte sie. „Es sollte um ein faires System gehen, in das endlich alle Bürger einzahlen.“

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Dieser Deutung der Oppositionspolitikerin widerspricht das Ministerium in einem Schreiben, welches dem RND vorliegt. Demnach sei es gerade bei gesetzlichen Renten oftmals der Fall, dass hier noch weitere Alterseinkommen hinzukommen. So könne allein aufgrund der niedrigen Rente in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht auf ein niedriges Alterseinkommen geschlossen werden, erklärt BMAS-Staatssekretärin Kerstin Griese.

Die finanzielle Lage im Alter könne nur „im Haushaltskontext bestimmt werden“, erläuter die Deutsche Rentenversicherung (DRV), da oftmals Betriebsrenten, Einkünfte eines Partners oder Hinterbliebenenleistungen hinzukämen.

Tatsächlich stellt der aktuellste Alterssicherungsbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2020 fest, dass das durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen eines älteren Ehepaares bei monatlich 2907 Euro liegt. Das Einkommen von alleinstehenden älteren Männern liegt demnach bei 1816 Euro, das von Frauen bei 1607 Euro. Ein neuer Bericht erscheint vermutlich noch in diesem Jahr.

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