Osnabrück Pattie Boyds Auktion: Lifestyle der wilden Sechziger wird besichtigt
Das Erbe der wilden Sechziger kommt unter den Hammer: Mit der Auktion von Pop-Muse Pattie Boyd wird auch eine ganze Ära und ihre populäre Kultur noch einmal besichtigt.
Ein Gemälde als Entschädigung für die ausgespannte Ehefrau: Pattie Boyd war die heiß umworbene Muse in einer Dreiecksbeziehung mit George Harrison und Eric Clapton. Das Kunstwerk erzählt eine delikate Geschichte – wie all das, was Boyd jetzt versteigern lässt. Nur ein Haufen altes Zeug? Nein, eher eine Anekdotensammlung aus der Goldenen Ära des Pop und Rock.
Pattie Boyd trennt sich nur auf den ersten Blick von ihren Erinnerungsstücken. In Wirklichkeit bringt sie sich noch einmal so richtig ins Gespräch, als Zeitzeugin und Ikone eines Lifestyles, der das Lebensgefühl ganzer Generationen geprägt hat.
Ob Elton John oder David Bowie, Yves Saint-Laurent oder nun eben Pattie Boyd: Die Auktionen der Promis des Pop sind längst zu einem eigenen Kulturformat avanciert. Sie geben den Blick frei auf private Details und weiten ihn zugleich zu einem kollektiven Panorama.
In den Stars bündeln sich die offenen oder versteckten Sehnsüchte von Millionen. Promis wie Pattie Boyd haben vorgelebt, was erst später zu einem Mainstream wurde – gerade für Frauen. Jedes Stück, das jetzt unter den Hammer kommt, berichtet von einem freien Leben.
Die Auktionen Boyds und anderer Größen des Pop zeigen auch, wie sehr einstige Skandale zur Geschichte geronnen sind. Mit jeder dieser Versteigerungen wird auch klar, dass die populäre Kultur ihre Position verändert hat, vom Rand in das Zentrum, von der Provokation wilder Zeiten in das Archiv des kollektiven Gedächtnisses.
Weißt Du noch? In der Versteigerung scheint es noch einmal auf, das Lebensgefühl der wilden Sechziger. Wie die jungen Stars von heute wohl einmal den Rückblick auf ihre Jahre des Aufbruchs inszenieren werden? Eine Auktion wird dann vielleicht nicht mehr ihr Medium sein.