Nachruf auf Julius Südbeck Trauer um „den besten Chef, den man sich vorstellen konnte“
Der Ostrhauderfehner Julius Südbeck ist gestorben. Er leitete in dritter Generation das Modehaus in Ostrhauderfehn.
Ostrhauderfehn - Seine Geschichte ist eng mit dem Modehaus Südbeck in Ostrhauderfehn verknüpft, das er jahrzehntelang in dritter Generation geführt hat. Am 22. Februar 2024 ist Julius Südbeck im Alter von 79 Jahren gestorben. Ein Nachruf.
„Er war der beste Chef, den man sich vorstellen konnte. Er hat alles für einen getan“, erinnert sich Christel Cramer an Südbeck. Gut 40 Jahre lang hat sie in dem Modehaus an der Langholter Straße in Ostrhauderfehn gearbeitet. 1974 ist sie in dem Betrieb angefangen. Jahre, die auch für das Geschäft prägend waren. Denn Julius Südbeck musste eine einschneidende Entscheidung treffen. Damals war es noch nicht das über die Grenzen Ostrhauderfehns hinaus bekannte Modehaus, sondern ein Gemischtwarenladen. Doch mit dem Aufkommen der Supermärkte wollte der Kaufmann sich spezialisieren. „Die Entscheidung fiel nicht leicht, aber man muss mit der Zeit gehen“, sagte er einst dieser Zeitung zu dem großen Umbruch. Mit der Zeit gehen, wollte er immer. Etappenweise hat er das Geschäft stets ausgebaut und erweitert – und lockte über die Jahrzehnte zahlreiche Kunden an. Christel Cramer beschreibt die menschliche Seite ihres ehemaligen Chefs: „Er war ein lieber zuvorkommender Mann.“
„Südbeckmädels“ trauern um ihren Chef
Der Kontakt ist auch nach seinem Ausscheiden aus dem Betrieb geblieben. „Wir waren noch an seinem Geburtstag bei ihm“, sagt Cramer. „Wir“, das sind weitere ehemalige Mitarbeiterinnen, die eine gemeinsame Traueranzeige in dieser Zeitung hatten. Unterschrieben mit „deine Südbeckmädels.“ An seinem Geburtstag – einen Tag vor Silvester 2023 – erinnere sie sich noch gerne zurück. „Es war ein sehr schöner Abend“, sagt sie. Das Geschäft war für ihn mehr als nur ein Job, erinnert sich einer seiner beiden Söhne, Wolfgang Südbeck: „Er war mit Leib und Seele dabei.“ In den 1960er Jahren habe er dort gelernt und dann später auch den Betrieb von seiner Mutter übernommen.
In seiner Freizeit sei seinem Vater der Garten wichtig gewesen, sagt Wolfgang Südbeck weiter: „Wir haben einen sehr großen Garten, da hat er bis zuletzt drin gearbeitet.“ Und wenn die Blumen geblüht haben, dann habe sich sein Vater gefreut. „Dann hat er mir Fotos von den Blumen geschickt.“ Südbeck war auch in Vereinen Mitglied – etwa im Schützenverein Ostrhauderfehn und im Sportverein, einst SV Eiche Ostrhauderfehn. 2019 hatten die Sportler ihn noch für seine 65-jährige Mitgliedschaft geehrt. Beim Schützenverein erhielt er 2021 eine Anstecknadel für 50-jährige Mitgliedschaft.
Privat liebte er die Gartenarbeit
Ein langjähriger Wegbegleiter ist auch Johannes Bolland: „Wir sind etwa im selben Alter“, sagt er. Und wenn man damals eingekauft hat, ging man eben zu Südbeck. „Die hatten alle Dinge, die man eben gebraucht hat.“ Schnell hätten die beiden jungen Männer festgestellt, dass sie die selben Interessen hatten. „Wir waren auf einer Wellenlänge.“ Beide hatten eine Vorliebe für Gärten: „Julius hatte immer Lust etwas im Garten zu machen“, sagt Bolland. Gerne hätten sie auch in der Gartenlaube gesessen. Etwas ganz besonderes, was die beiden Freunde verbunden hat: die Apfelbäume. „Ich habe die bei mir im Garten selbst gezogen“, sagt Bolland. Und die Abkömmlinge seien dann auch bei Südbeck im Garten gewachsen.
Auch lange nachdem sich Südbeck aus dem Geschäft zurückgezogen hatte, hielt der Kontakt. Etwa, wann immer Bolland dort einkaufte, ging es danach durch die eine Tür im Laden direkt in die privaten Wohnräume. „Dort haben wir Tee getrunken. Döntjes erzählt.“ Etwas, dass Südbeck ausmachte, sei, dass er nie gestresst wirkte. Immer freundlich, höflich und zuvorkommend. Auf Plattdeutsch würde man sagen: „De Mann passt in disse Welt“ – Der Mann passte in die Welt.
Das Requiem findet an diesem Donnerstag, 14. März, in der St. Bonfatiuskirche Westrhauderfehn statt.