Arbeiten dauern fast acht Jahre  Die ewige Sanierung der Hoheellernschule in Leer

Jonas Bothe
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Von Jonas Bothe
| 12.03.2024 12:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Das alte Gebäude der Hoheellernschule ist eingerüstet. Auf dem Hof steht ein Containerkomplex. Foto: Bothe
Das alte Gebäude der Hoheellernschule ist eingerüstet. Auf dem Hof steht ein Containerkomplex. Foto: Bothe
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Seit acht Jahren geben sich in der Hoheellernschule die Handwerker die Klinke in die Hand. Asbest, Wasserschäden, Planänderungen sind die Hintergründe. Es kostet Millionen. Wann ist ein Ende in Sicht?

Leer - Dreistöckig ragt der Containerkomplex auf dem Schulhof der Hoheellernschule in der Leeraner Oststadt in die Höhe. Das eigentliche Gebäude ist teilweise eingerüstet. Noch immer wird es saniert. Seit dem Sommer 2016 ist das bereits der Fall. Damals war eigentlich eine Klassenraumsanierung geplant. Doch während der Arbeiten wurde krebserregendes Asbest gefunden. Die ganze Sanierung zog sich immer weiter in die Länge. Wir haben bei der Stadt nach den Gründen und den weiteren Arbeiten gefragt.

Seit wann läuft die Sanierung der Hoheellernschule?

Die Sanierung der Hoheellernschule gliedert sich in mehrere Bauabschnitte, teilt Stadt-Sprecher Patrick Düselder mit. Die ersten Sanierungsarbeiten hätten im Sommer 2016 als reine Klassenraumsanierung begonnen. Es folgten die Abschnitte Asbestsanierung Teil 1 (seit 2018), die Behebung eines großen Wasserschadens (2018) und die Asbestsanierung Teil 2 (seit 2020).

Was war damals der Auslöser?

Bei der Sanierung der Klassenräume sei schadstoffbelasteter Estrich festgestellt worden, so Düselder. „Hieraus resultierten die ersten Asbestsanierungsarbeiten und die nachfolgenden Arbeiten“, teilt er mit. Zusätzlich seien Wasserschäden hinzugekommen, ein Mehrbedarf an Räumen und „Änderungen der vorhandenen Raumaufteilung seitens der Schule“.

Was wurde seitdem alles gemacht?

Die Sanierung der Klassenräume ist im Erdgeschoss abgeschlossen und für das 1. Obergeschoss noch in Arbeit. Die Asbestsanierung sei für das Erdgeschoss, Obergeschoss und Dachgeschoss abgeschlossen, so Düselder. Weiterhin wurden aus der Aula im Dachgeschoss Klassenräume. Hier sind die Raumaufteilungen bereits fertig. Das Dach sei im Zuge der Sanierung erneuert und gedämmt worden. Lediglich das Treppenhaus 2 müsse im Hinblick auf Asbest erneut bearbeitet werden.

An der Mensa ist das Logo der Schule zu sehen. Foto: Bothe
An der Mensa ist das Logo der Schule zu sehen. Foto: Bothe

Warum muss im Treppenhaus nachgearbeitet werden?

Unter den Granitstufen befinde sich ebenfalls Asbest, erläuterte Bürgermeister Claus-Peter Horst gegenüber dieser Zeitung. Diese würden mit einer speziellen Folie abgedeckt und dann darauf neue Stufen aufgebaut. Die Folie sei allerdings kaputtgegangen. Das führte zunächst zu einem Baustopp und neuen Messungen auf Asbest in der Raumluft. Diese fielen aber negativ aus.

Warum dauern die Arbeiten so lange?

Das liege an den „Erschwernissen des denkmalgeschützten Bestandsgebäudes, Mitarbeiterabgängen, mangelhaften Ausführungen, Zwischenfällen wie erneute Asbestfunde und Wasserschäden sowie der zusätzlichen Änderungen im Raumprogramm“, schreibt die Stadtverwaltung vielsagend. Im jüngsten Schulausschuss hatte der Erste Stadtrat Detlef Holz zudem noch mitgeteilt, dass man sich vom Architekten getrennt habe. Man befinde sich derzeit im Rechtsstreit. „Das holt uns permanent ein“, so Holz. „Wir ärgern uns mindestens genauso viel wie Sie“, hatte er zu den Ausschussmitgliedern gesagt. Man müsse die Dinge jetzt aber abarbeiten. Das gehe leider nicht schneller.

Will die Stadt Schadensersatzansprüche geltend machen?

Derzeit werde der Zustand der Baustelle festgehalten. „Sollten hierbei Mängel in der Ausführung der Firmen oder Planer eindeutig festgestellt werden, behält sich die Stadt Leer vor, Schadensersatzansprüche und Gewährleistungen geltend zu machen“, so Düselder.

So sieht das Schulgelände von der Reimersstraße aus. Foto: Bothe
So sieht das Schulgelände von der Reimersstraße aus. Foto: Bothe

Was muss noch gemacht werden?

Die Asbestsanierung im Treppenhaus 2, so Düselder. Diese sei für die Osterferien vorgesehen. Anschließend folge die Wiederherstellung der denkmalgeschützten Treppe durch einen Steinmetz. Im 1. Obergeschoss und 2. Obergeschoss stehen laut dem Sprecher noch Maler- und Bodenbelagsarbeiten, Trockenbauarbeiten und der Restarbeiten der Gewerke Elektro und Heizung-Sanitär aus. Diese Arbeiten verschieben sich aber, da der derzeitige Zustand zunächst festgehalten werden müsse. Es sei dennoch geplant die Arbeiten bis spätestens Ende der Herbstferien fertigzustellen, „solange keine neuen Zwischenfälle auftreten“.

Wie lange steht das Container-Gebäude schon auf dem Pausenhof?

Seit September 2021. Geplant ist, dass die Container in der jetzigen Anzahl bis zum Ende der Baumaßnahme stehen bleiben. „Sollte sich die Möglichkeit ergeben, dass die Anzahl vorher verringert werden kann, wird dies natürlich geprüft“, so Düselder. Ein gänzlicher Rückbau der Container sei zudem vom Raumbedarf der Sprachförderklassen abhängig.

Wie hoch liegen die Kosten?

„Die Kosten für die Altmaßnahmen aus 2016 bis 2018 sind schwer zu beziffern durch die Vielzahl an Maßnahmen und Zwischenfälle“, teilt Düselder mit. Der offizielle zweite Bauabschnitt, welcher die Asbestsanierung des 1. Obergeschosses und Dachgeschosses betrifft, liege in der veranschlagten Summe bei etwa zwei Millionen Euro.

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