Berlin  Plötzlich mehr Freizeit: Wie viel Schlaf brauchen Rentner?

Antonia Stief
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Von Antonia Stief
| 10.03.2024 18:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Haben Rentner durch mehr Zeit auch mehr Schlafbedarf? Foto: IMAGO/CHROMORANGE
Haben Rentner durch mehr Zeit auch mehr Schlafbedarf? Foto: IMAGO/CHROMORANGE
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Oft schlafen ältere Menschen weniger, auch wenn sie mehr Zeit haben. Doch woran liegt das eigentlich? Und ist das überhaupt gesund?

Mit dem Älterwerden verändert sich nicht nur der Alltag, der einem ab der Rente mehr Freizeit bereithält und was sich entsprechend auf den Schlafbedarf auswirkt. Auch innerhalb des Körpers wandeln sich Vorgänge, die den Schlaf beeinflussen können.

Es gibt einige Faktoren, die den Schlaf im Alter beeinträchtigen. Ältere Menschen gehen weniger an die Frische Luft, wobei jedoch das Tageslicht entscheidend für einen gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus ist. Auch zu wenige körperliche Bewegung oder geistige Beschäftigung können jemandem den Schlaf nehmen. Körperliche und mentale Sorgen gehören ebenfalls zu den störenden Faktoren, wie chronische Schmerzen, Angst vor dem Tod oder Einsamkeit.

Einige ältere Menschen leiden an der Schlafapnoe oder einem Restless Leg Syndrom (RLS). Typische Anzeichen des Restless Leg Syndroms sind Bewegungsdrang der Beine, Ziehen, Stechen oder Schmerzen in diesen, Erschöpfung oder Müdigkeit.

Genauso kann das Einnehmen von Medikamenten den Schlaf stören – Blutdrucksenker, Asthmamittel oder Antibiotika gehören dazu.

Ein Phänomen, das mit zunehmendem Alter auftritt, ist der sich verändernde Tag-Nacht-Rhythmus. Ältere Menschen gehen oft früh ins Bett. Da sie aber nicht so viel schlafen wie Jüngere, kann es passieren, dass sie bereits um 3 oder 4 Uhr wieder aufwachen. Diese Veränderungen kann mehrere Ursachen haben – beispielsweise die verändernden Lebensumstände und der Verlust eines festen Tagesrhythmus mit geregelter Beschäftigung, so die deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin.

Die bereits genannte mangelnde Bewegung oder soziale Isolation tragen ebenfalls zu der Veränderung des Tag-Nacht-Rhythmus bei. Auch dass ältere Menschen schlecht hören oder sehen, ist ein Faktor der Veränderung.

Es ist zwar von Mensch zu Mensch unterschiedlich, dennoch wird jedem Erwachsenen empfohlen, sieben bis acht Stunden zu schlafen. Doch durch den veränderten Tag-Nacht-Rhythmus fühlen sich viele ältere Menschen bereits nach fünf oder sechs Stunden erholt.

Wenn Rentner mehr Zeit über den Tag hinweg haben, helfen sie oft mit einem Mittagsschlaf nach, falls sie während des Tages an Energie verlieren oder Kraft für die zweite Tageshälfte tanken wollen. Ein regelmäßiger Mittagsschlaf (besonders nach dem Mittagessen) soll die kognitiven Fähigkeiten verbessern, so Dr. Barbara Kreutzkamp über eine chinesische Studie. Diese verbesserten Fähigkeiten beinhalten die Orientierung, die Sprache und das Gedächtnis.

Doch auch bei Rentnern ist es individuell, wie viel Schlaf sie brauchen. Sie sollten jedoch versuchen, eine tägliche Einschlafroutine zu etablieren oder beizubehalten.

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