Berlin  Brauchen ältere Menschen wirklich weniger Schlaf? Das sagen Experten

Antonia Stief
|
Von Antonia Stief
| 09.03.2024 18:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Viele Menschen sind der Meinung, dass Senioren weniger Schlaf benötigen. Aber stimmt das auch? Foto: IMAGO/Panthermedia
Viele Menschen sind der Meinung, dass Senioren weniger Schlaf benötigen. Aber stimmt das auch? Foto: IMAGO/Panthermedia
Artikel teilen:

Viele Senioren schlafen nur fünf bis sieben Stunden pro Nacht. Doch brauchen ältere Menschen wirklich weniger Schlaf als jüngere – und wann sollten sie ins Bett gehen?

Unsere Lebensphasen bestimmen auch unseren Schlafrhythmus. Babys brauchen im Schnitt 14 bis 17 Stunden Schlaf, ein Kleinkind elf bis 14. Ein Kind, mit etwa sechs Jahren, neun bis elf Stunden, ein Teenager acht bis zehn. Ein erwachsener Mensch ab ungefähr 26 Jahren braucht im Schnitt sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht, so die amerikanische National Health Foundation. Doch wie sieht es bei älteren Menschen aus?

Bei Senioren nehmen die Leichtschlafphasen zu. Diese treten direkt nach dem richtigen Einschlafen ein, die Atmung und der Herzschlag werden langsamer und die Muskeln entspannen sich. Die Körpertemperatur sinkt ebenfalls.

Diese Abläufe sind notwendig, um gut in die Tiefschlafphase einzusteigen und sich zu erholen. Die Leichtschlafphase nimmt etwa die Hälfte des gesamten Schlafs ein, wobei das Gehirn in dieser Zeit das am Tag Erlebte verarbeiten kann.

Da die Tiefschlafphase – die wichtigste und erholsamste aller Phasen – im Alter kürzer werden kann, wird es wahrscheinlicher, dass man in der Nacht oft aufwacht. Das hat zur Folge, dass der Schlaf generell unruhiger und nicht besonders lang ist.

Auch die Einschlafphasen können im Alter länger dauern. Durch die zunehmenden Leichtschlafphasen wachen ältere Menschen häufiger in der Nacht auf und brauchen auch länger, um wieder einzuschlafen.

Neben den häufigeren Leichtschlafphasen können andere körperliche und mentale Faktoren dazu führen, dass ältere Menschen generell schlechter schlafen oder sogar an Schlafproblemen leiden. Erkrankungen und Beschwerden, wie zum Beispiel chronische Schmerzen oder eine Diabetes-Erkrankung können den Schlaf negativ beeinflussen.

Es kommt vor, dass Atemstörungen oder auch Schlafapnoe den Schlaf beeinträchtigen. Eine obstruktive Schlafapnoe äußert sich durch sehr lautes Schnarchen mit Atemaussetzern. Das Schnarchen generell ist harmlos, erst wenn die Atemaussetzer hinzukommen, kann es gefährlich werden.

„Die weit verbreitete Ansicht, ältere Menschen benötigen weniger Schlaf als jüngere, ist falsch“, so die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGMS). Untersuchungen an gesunden Menschen, die nicht über Schlafprobleme klagen und die über 70 Jahre alt sind, zeigen, dass sie ungefähr sechs bis acht Stunden pro Nacht schlafen.

Verallgemeinern lässt sich die Aussage jedoch nicht, denn es kommt auf den Menschen an und darauf, wie diese sich tagsüber fühlt.

Weiterlesen: Senioren brauchen es wärmer: Das ist die perfekte Schlaftemperatur

Doch wann sollten Senioren denn nun am besten ihren Tag beenden und ins Bett gehen? Eine Studie aus England, von der Oxford Academic, schlägt vor, um 22 bis 23 Uhr schlafen zu gehen. Gehe man früher oder später ins Bett, könne das negative Folgen auf die innere Uhr haben.

Jedoch lässt sich nicht verallgemeinern, wer wann schlafen gehen sollte. Das hängt wieder von dem individuellen Menschen und dem Lebensstil ab. Dennoch sollte man für einen optimalen Schlaf eine Routine etablieren und jeden Tag ungefähr zur selben Zeit schlafen gehen.

Ähnliche Artikel