Burladingen  Wolfgang Grupp nennt Vier-Tage-Woche „lächerlich“ – was ihn an dem Arbeitsmodell stört

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 09.03.2024 15:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wolfgang Grupp war jahrzehntelang Chef des Textilunternehmens Trigema. Foto: dpa/Sebastian Gollnow
Wolfgang Grupp war jahrzehntelang Chef des Textilunternehmens Trigema. Foto: dpa/Sebastian Gollnow
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Seit Februar läuft in mehreren deutschen Unternehmen ein Projekt zur Vier-Tage-Woche. Der ehemalige Trigema-Chef Wolfgang Grupp hält davon wenig – und sieht den Wohlstand in Deutschland gefährdet.

Insgesamt 45 deutsche Unternehmen testen im Rahmen eines Projekts für mehrere Monate die Vier-Tage-Woche. Während sich besonders junge Menschen von dem Arbeitsmodell eine ausgewogene Work-Life-Balance versprechen, sind viele Wirtschaftsvertreter eher skeptisch. Zu ihnen gehört der ehemalige Trigema-Chef Wolfgang Grupp.

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Zum Jahreswechsel gab der 81-Jährige den Chefposten beim Textilunternehmen Trigema an seine Frau und seine Kinder ab. Dennoch ist Grupp weiterhin in vielen Wirtschaftsfragen ein gefragter Mann. In der SWR-Sendung „Zur Sache Baden-Württemberg“ bekam er kürzlich die Möglichkeit, sich zum Projekt der Vier-Tage-Woche zu äußern.

„Eine Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich, das ist lächerlich“, sagte Grupp. „Wir können nur eins haben: Wenn wir weniger Leistung bringen, wird der Wohlstand nicht mehr. Es sei denn, wir haben andere Maschinen, die im Prinzip die Leistung bringen und den Menschen ersetzen.“ Bei Trigema hätten einige Mitarbeiter die Möglichkeit, halbtags zu arbeiten. Allerdings könne man nicht sagen, „dass sie mehr an der Maschine rausholen als die, die ganztags arbeiten“.

Grundsätzlich gelte beim deutschen Textilunternehmen: „Wer mehr leistet, bekommt auch mehr Gehalt.“ Dass in vier Tagen dasselbe geleistet wird wie in fünf, könne sich Grupp nicht vorstellen. Stattdessen setze man bei Trigema auf andere Anreize. Als Beispiel nannte der 81-Jährige sichere Arbeitsplätze und Teilzeitmodelle.

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