Drehleiter für Moormerland? 500.000 Euro sollen für Feuerwehr reserviert werden
Ein Großbrand hat gezeigt, wie sinnvoll eine eigene Drehleiter für die Moormerländer Feuerwehren sein könnte. Die Gemeinde steht vor einer entscheidenden Abstimmung.
Moormerland - Die Gemeinde Moormerland soll für ihre Feuerwehren eine große Drehleiter anschaffen. Diese Forderung gibt es seit längerem, doch nun steht das Thema auf der Tagesordnung für den Gemeinderat. 500.000 Euro sollen in den Haushalt für die Anschaffung eingeplant werden. Gemeindebrandmeister Karsten Leerhoff trug nun ein wichtiges Argument vor.
Im Ausschuss für öffentliche Sicherheit stellte Leerhoff die aktuelle Situation vor. Danach muss bei größeren Einsätzen eine Drehleiter von außerhalb angefordert werden. „Die Anfahrt dauert zwischen 19 und 30 Minuten“, sagte er. Abhängig sei das von Lage des Einsatzes und der Tageszeit. Der Großbrand in der Sporthalle Neermoor vor zwei Wochen habe deutlich vor Augen geführt, dass ein solches Gerät vor Ort schneller da gewesen wäre.
Hohe Neubauten als Einsatzorte
Zumal die Sporthalle nachts um 23 Uhr in Flammen stand, wenn wenig Verkehr auf der Straße ist. Eine weitere Notwendigkeit für eine eigene Drehleiter ergibt sich für Leerhoff aus dem geplanten Bau eines vierstöckigen Gesundheitshauses und des dreistöckigen Rathauses im Zentrum. Das Gesundheitshaus habe eine Höhe von 11,34 Metern – mit der eigenen Anlegeleiter, die aus vier Steckleitern besteht, erreiche man nur sieben Meter.
Für Menschen, die aus solcher Höhe gerettet werden sollen, habe die Drehleiter ebenfalls Vorteile. Sie müssen lediglich in einen Personenkorb steigen, statt selbst die Leitersprossen der Steckleiter herunterzuklettern. „Wir reden hier über Personen, für die es nicht alltäglich ist, in solcher Höhe auf eine Leiter zu steigen“, so der Gemeindebrandmeister. Bei schwergewichtigen oder körperlich beeinträchtigten Menschen ist eine Rettung mittels Drehleiter aus Obergeschossen überhaupt erst möglich.
Gebrauchte sind günstiger zu haben
Es soll keine neue Drehleiter gekauft werden, sondern eine – günstigere – gebrauchte. Sie soll im Feuerwehrgerätehaus Warsingsfehn zentral stationiert werden. Nach zehn Jahren Betriebsdauer durchlaufen solche Fahrzeuge eine Überprüfung und werden dann verkauft. Meistens handelt es sich dabei um Geräte, die bei Berufsfeuerwehren oder Feuerwehrschulen benutzt wurden. Dafür werden laut Leerhoff zwischen 350.000 und 500.000 Euro fällig. Die Fahrzeuge werden bei öffentlichen Auktionen versteigert.
Das ist der Grund, warum die Gemeinde nun einen entsprechenden Betrag in den Haushalt aufnehmen will: Denn sollte eine passende Drehleiter angeboten werden, muss schnell geboten werden. Dafür erst einen Beschluss aus politischen Gremien einzuholen, würde zu lange dauern. Der Beschluss zur Beschaffung müsse im Vorgriff erfolgen, da ansonsten keine Garantie dafür besteht, dass ein passendes angebotenes Fahrzeug noch vorrätig ist, heißt es in der Beschlussvorlage.
Sechs Feuerwehren in der Gemeinde
Der Ausschuss für öffentliche Sicherheit sprach sich einstimmig für die Bereitstellung der Mittel aus. Nun wird sich noch der Gemeinderat in seiner öffentlichen Sitzung am 14. März, 19 Uhr, im Rathaus damit auseinandersetzen. Am Tag zuvor befasst sich der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss damit, dem die Spitzen der Ratsfraktionen angehören.
In Moormerland gibt es die sechs Freiwilligen Feuerwehren in Warsingsfehn, Neermoor, Oldersum (diese drei sind Stützpunktfeuerwehren), Veenhusen, Hatshausen und Jheringsfehn. Die Wehren haben zum Teil Spezialausrüstung, Warsingsfehn zum Beispiel ein Boot oder Veenhusen einen Einsatzleitwagen. Die Ausrüstung wird von der Gemeinde Moormerland finanziert und bestellt.
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