Osnabrück  „Sexuelle Belästigung ist alltäglich“: Autorinnen berichten über persönliche Erfahrungen

NOZ-Autorengemeinschaft
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Von NOZ-Autorengemeinschaft
| 08.03.2024 09:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ungewollt angefasst werden: Das ist sexuelle Belästigung. In dieser Artikel-Reihe tragen sechs Volontärinnen persönliche Erfahrungen mit sexueller Gewalt zusammen. Foto: imago images/Pond5 Images
Ungewollt angefasst werden: Das ist sexuelle Belästigung. In dieser Artikel-Reihe tragen sechs Volontärinnen persönliche Erfahrungen mit sexueller Gewalt zusammen. Foto: imago images/Pond5 Images
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Im Rahmen der Artikel-Reihe „Sexuelle Belästigung ist alltäglich“ schildern Nachwuchs-Journalistinnen persönliche Erlebnisse: Frauen werden regelmäßig gegen ihren Willen bedrängt, genötigt und angefasst. Das ist das Projekt im Überblick.

Fast jede Frau wird im Laufe ihres Lebens sexuell belästigt – ob im Sportverein, in der S-Bahn oder bei der Arbeit. Betroffene sind also keineswegs allein und es gibt verschiedene Hilfsangebote für sie. Diese Artikel-Reihe mit dem Titel „Sexuelle Belästigung ist alltäglich“ zeigt mit persönlichen Erfahrungsberichten, Expertengesprächen, Meinungstexten, Datenanalysen sowie umfassenden Hintergrundrecherchen verschiedenste Aspekte und überraschende Perspektiven dieser Thematik auf.

Heute, am 8. März, ist Internationaler Frauentag. Ein Tag, an dem jedes Jahr erneut darauf hingewiesen wird, dass Frauen und Männer in Deutschland immer noch nicht gleichberechtigt leben können. Diese Artikelreihe soll einen Aspekt der mangelnden Gleichberechtigung in den Vordergrund stellen.

Zwei Texte unserer Autorinnen berichten von Vorfällen auf Übernachtungspartys und wie sie damit umgegangen sind. Die Frauen wurden gegen ihren Willen von Bekannten angefasst.

Unangenehme Situationen begegnen Frauen im Alltag in ganz unterschiedlicher Weise. Eine Frau erzählt von einem Sporttrainer, der ihr anzügliche Nachrichten schrieb. Für eine andere Frau wurde ein Auftritt vor Zuschauern zur Zumutung: Was das Publikum für Teil des Stückes hielt, war in Wahrheit ein sexueller Übergriff.

Auch über sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum berichtet unsere Autorengemeinschaft aus sechs Nachwuchs-Journalistinnen. Eine Frau schildern, wie sie von Fremden auf dem Nachhauseweg angefasst wurden, ohne dass die anderen Fahrgästen dies bemerkten.

Eine andere Frau berichtet von einem Vorfall beim Feiern in einem Club. In der Menge wurden sie und ihre Freundin immer wieder von Männern angefasst.

Im Rahmen der Artikel-Reihe „Sexuelle Belästigung ist alltäglich“ haben die Volontärinnen nicht nur diese Erfahrungen protokolliert, sondern auch darüber hinaus zum Thema recherchiert und mit Expertinnen und Experten gesprochen.

Ein Text widmet sich der Frage, wieso Opfern sexualisierter Gewalt immer wieder die Schuld an der Situation gegeben wird. Regina Tocke, Leiterin der Telefonseelsorge Osnabrück, erläutert, was es mit diesem Phänomen des „Victim Blaming“ auf sich hat. Maike Ahlrichs von der Polizei Osnabrück erklärt, wann genau ein sexueller Übergriff strafbar ist.

In Osnabrück gibt es für Frauen verschiedene Möglichkeiten, sich bei sexualisierter Gewalt Hilfe zu suchen. In der Info-Box haben wir diese aufgelistet.

Zu diesen und weiteren Hilfsangeboten gibt es außerdem in diesem Artikel weitere Infos: Sicher und unauffällig: Diese 4 Projekte helfen Frauen in Not

Auch Männer können Opfer sein. Speziell für sie gibt es ein telefonisches Hilfsangebot: Das „Hilfetelefon Gewalt an Männern“ berät Männer auch bei sexueller Belästigung. Warum Männer und Frauen aus unterschiedlichen Gründen über sexualisierte Gewalt schweigen und wie Betroffenen geholfen werden kann, hat Männer-Berater Björn Süfke im Interview erklärt.

Weiterlesen: Wenn Männer sexuelle Belästigung erleben: „Männliche Opferschaft ist ein No-Go“

Im Rahmen des Projekts erfolgte eine Analyse der Statistik der Polizeiinspektion Osnabrück. Die Daten zeigen: Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung steigt. Im Jahr 2013 waren es in der Summe aus Stadt und Landkreis noch 345 Fälle – 587 Fälle weniger als in 2022.

Die Zahlen und Fakten zum Thema im Detail: Sexuelle Belästigung in Zahlen: Rasanter Anstieg der Fälle in Osnabrück

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