Personal Leiter des Jugendzentrums Weener geht – aber nicht weit
Kim Kanschat war seit 2022 Jugendpfleger und Leiter des Jugendzentrums in Weener. Er hat nun eine neue Stelle inne. Was bedeutet das für die Jugendlichen?
Weener - Seit Sommer 2022 arbeitete Kim Kanschat als Jugendpfleger in Weener und Leiter des Jugendzentrums Wasserturm. Kürzlich hat sich das Personalkarussell in der Jugend- und Seniorenarbeit in der Stadt allerdings in Gang gesetzt. Nach mehr als drei Jahrzehnten war Angelika Janßen-Harms in den Ruhestand verabschiedet worden. Seit dem 1. Mai 1991 hatte sie sich mit Tatkraft für die Gleichstellung der Frauen, für die Jugend sowie die Senioren in Weener sowie im Rheiderland eingesetzt. Diese Stelle als Stadtjugendpfleger übernimmt nun Kim Kanschat.
Das bedeutet allerdings nicht, dass das Jugendzentrum nun dicht machen müsste: „Kim Kanschat hat die Stelle seit dem 7. Februar inne. Zusätzlich obliegt ihm noch die Leitung des Jugendzentrums Weener, bis eine Nachfolgerin/ein Nachfolger gefunden ist“, erklärt dazu Stadtsprecherin Kerstin Beier. Für diese Stelle laufe die Bewerbungsfrist bis zum 11. März. Bis jetzt laufe die Suche ganz gut: „Die ersten Bewerbungen hierfür liegen bereits vor.“ Fest stehe: „Das Jugendzentrum bleibt weiterhin geöffnet, in der Übergangsphase wird es geringe Einschränkungen geben.“
Kanschat hatte sich in seiner Zeit als Jugendpfleger für die jungen Weeneraner, aber auch für das Image der Sozialarbeit eingesetzt. „Sozialarbeit ist mein Traumjob“, er würde sich aber mehr Akzeptanz der niedrigschwelligen sozialen Arbeit wünschen, sagte er im Dezember 2023 im Gespräch mit dieser Zeitung. Jugendpfleger trinken Kaffee und quatschen viel – das verbreitete Vorurteil kennt Kanschat nur zu gut. Das Problem: „Der qualitative Erfolg unserer Arbeit ist schwer messbar.“ Die Anforderungen hätten sich gewandelt. Sozialarbeiter müssen auffangen, was bei den Kindern zu kurz kommt. Viele kriegen zu Hause kein Essen, nennt Kanschat ein Beispiel. „Die Kinder werden hier nicht bekocht“, betont er. Wer mitessen will, muss auch mithelfen. Durch das gemeinsame Zubereiten und Essen entstehe Vertrauen, auch untereinander. Kanschat hat mehr als 20 Jahre Berufserfahrung, auch mit Schwererziehbaren. Er war in der Kinder- und Jugendhilfe bei der Johannesburg in Papenburg beschäftigt und als Traumaberater tätig. Zuletzt hatte er bei der Caritas-Werkstatt für psychisch Kranke gearbeitet.