Wien  „Auto wird zur Waffe“: Weiteres EU-Land verschärft Strafen für Raser

Alexander Barklage
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Von Alexander Barklage
| 29.02.2024 19:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im europäischen Ausland werden Geschwindigkeitsüberschreitungen oftmals härter bestraft. Foto: IMAGO/onemorepicture
Im europäischen Ausland werden Geschwindigkeitsüberschreitungen oftmals härter bestraft. Foto: IMAGO/onemorepicture
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Im europäischen Ausland sind die Strafen bei Geschwindigkeitsüberschreitung im Verkehr oftmals sehr viel drastischer als in Deutschland. Ein Nachbarstaat greift jetzt sehr hart durch.

Wer auf den Straßen Österreichs extrem rast, riskiert ab 1. März den Verlust seines Fahrzeugs. Eine Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) sieht vor, dass bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von über 80 km/h im Ortsgebiet und 90 km/h außerorts das Auto beschlagnahmt und in weiterer Folge auch versteigert werden kann.

Gibt es bereits eine einschlägige Vorstrafe, etwa durch die Teilnahme an illegalen Autorennen, sind Beschlagnahme und endgültige Abnahme schon bei einer Überschreitung von mehr als 60 km/h innerorts und 70 km/h außerorts möglich.

Erst vergangene Woche waren der Polizei im österreichischen Bundesland Tirol zwei Raser ins Netz gegangen. Auf der Brennerautobahn (A13) erwischte eine Zivilstreife einen 18-jährigen Deutschen in einer 60 km/h-Zone mit 164 km/h. In Kössen (Bezirk Kitzbühel) war ein 27-jähriger Niederländer statt erlaubter 50 km/h mit Tempo 105 unterwegs. 

Zwar können laut ADAC mögliche Fahrverbote derzeit nur im jeweiligen Land durchgesetzt werden und auch Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg drohen bei Tempo-Verstößen im Ausland nicht. Was ist aber mit einer drohenden Konfiszierung des Autos bei extremer Raserei so wie in Österreich? Theoretisch könnten dort dann auch in Deutschland zugelassene Fahrzeuge beschlagnahmt werden, lautet eine erste Einschätzung des ADAC dazu.

Österreich folgt mit der Maßnahme anderen Ländern: Besonders in den skandinavischen Ländern Norwegen, Schweden und Finnland sowie in den Niederlanden, der Schweiz und Italien drohen zuweilen drastische Sanktionen.

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Beispiele: Wer 20 km/h außerorts zu schnell fährt, zahlt in Norwegen ab 585 Euro, in Schweden 215 Euro, in Finnland 200 Euro, in den Niederlanden 195 Euro, in der Schweiz 180 Euro und in Italien 175 Euro. In Deutschland dagegen werden ab 60 Euro fällig.

Falsch Parkende müssen in anderen Ländern tief in die Tasche greifen. So werden in den Niederlanden ab 100 Euro und in Polen ab 110 Euro fällig. In Österreich (ab 20 Euro), in der Schweiz (ab 40 Euro) und in Italien (45 Euro) muss man zwar etwas weniger berappen. Es kostet aber immer noch mehr als in Deutschland, wo ein solcher Verstoß mit ab 10 Euro geahndet wird.

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Autofahrerinnen und Autofahrer schauen besser auch nicht zu tief ins Glas. Wer mit 1,5 Promille in Italien erwischt wird, muss sogar die Enteignung seines Autos fürchten, falls Halter und Fahrer identisch sind. Ähnlich ist das laut ADAC auch in Dänemark ab 2,0 Promille. In Schweden kann man ab 1,0 Promille sogar für einen Monat im Gefängnis landen. Ab 1,2 Promille werden in Spanien sogar drei Monate daraus.

Telefonieren ohne Freisprechanlage zieht in Norwegen eine Strafe von 850 Euro nach sich – in den Niederlanden 380 Euro. Spanien sanktioniert das mit mindestens 200 Euro und Italien 165 Euro – in Deutschland startet das Bußgeld ab 100 Euro. Ab einem Betrag von 70 Euro können Bußgelder aus anderen EU-Ländern auch in Deutschland vollstreckt werden – aus Österreich geht das bereits ab 25 Euro.

mit dpa-Material

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