Hannover Bei CDU-Veranstaltung: Delegierter greift Reporterin im Live-TV ins Mikrofon
Zwischenfall im NDR-Fernsehen: Während einer Live-Schalte zur CDU-Regionalkonferenz in Hannover fühlt sich ein Teilnehmer offenbar so sehr von einer Reporterin gestört, dass er aufsteht und sie bei der Arbeit stört. Der NDR und die CDU reagieren prompt.
Katharina Seiler berichtet am Mittwoch für die NDR-Sendung „Hallo Niedersachsen“ live von einer CDU-Regionalkonferenz in Hannover. Im Hintergrund hält CDU-Chef Friedrich Merz eine Rede. Kurz vor dem Ende ihres Beitrags nähert sich ihr von hinter ein älterer Mann, tritt zu ihr vor die Kamera und spricht die Journalistin an: „Können Sie das woanders machen?“, fragt er.
Während Seiler ihren Satz in die Kamera zu Ende spricht, greift der Mann ihr ins Mikrofon und drückt es zusammen, um die Reporterin am Weiterreden zu hindern.
Die Journalistin wirkt kurz verdutzt, bleibt aber augenscheinlich ruhig. Direkt danach schaltet der Sender zurück ins Studio. Dort bittet NDR-Moderator Jan Starkebaum die Zuschauer um Entschuldigung für die Störung.
Der NDR hat den Beitrag auf seiner Webseite veröffentlicht, der Vorfall ist ab Minute 1:15 zu sehen. Thorsten Hapke, Chefredakteur beim NDR Niedersachsen, meldet sich am Mittwochabend auf Twitter/X unter einem Clip zu Wort, der die Szene zeigt.
Hapke berichtet, die Organisatoren der CDU hätten dem Sender diesen Platz für ihre Übertragung zugewiesen. Eine Gruppe älterer Delegierter hätte sich davon gestört gefühlt – einer davon besonders.
Kurz darauf schreibt der NDR-Chefredakteur, dass sich der auch in Hannover anwesende CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann für den Vorfall entschuldigt habe. Dies sei laut Hapke nicht nötig gewesen, denn „für individuelles Fehlverhalten kann niemand was. Fall damit erledigt.“
Die CDU will auf sechs Veranstaltungen den Entwurf ihres neuen Grundsatzprogramms diskutieren. In Hannover fand die zweite davon statt.
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