Ehrenamtlich im Einsatz  Hochwasser stellte für Wehren eine große Herausforderung dar

Hinrich Kuper
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Von Hinrich Kuper
| 29.02.2024 12:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Orts- und Gemeindebrandmeister der Feuerwehren aus dem Landkreis Leer trafen sich zur Tagung in Bunde. Foto: Kuiper
Die Orts- und Gemeindebrandmeister der Feuerwehren aus dem Landkreis Leer trafen sich zur Tagung in Bunde. Foto: Kuiper
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Das machte der Leeraner Kreisbrandmeister Ralf Heykants während einer Führungstagung in Bunde deutlich. Der Westoverledinger Chef der Kreisfeuerwehren übte in seiner Rede auch Kritik.

Bunde/Oberledingerland - Ein Pflichttermin ist die jährliche Tagung der Orts- und Gemeindebrandmeister nicht nur für die Führungskräfte der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Leer. Auch für den Landrat als höchsten verantwortlichen Kreispolitiker für die Wehren und die jeweiligen Bürgermeister der Trägerkommunen ist der letzte Sonnabend im Februar mehr oder weniger Pflicht. Eingeladen werden auch Abgeordnete von Bund und Land sowie Vertreter von Behörden und Institutionen, die irgendwie eine Verbindung zu den Feuerwehren haben.

Entsprechend lang war am Sonnabend in der Dorfgemeinschaftsanlage Bunde als erneutem Tagungsort die Begrüßung einzelner Personen durch Kreisbrandmeister Ralf Heykants aus Westoverledingen, dieses Mal sozusagen voll im Amt, nachdem er vor einem Jahr noch kommissarischer Leiter war. Da die DGA in Bunde seit Jahren fester Tagungsort für die Kreisfeuerwehr ist, gehört die Begrüßung durch den Bunder Bürgermeister zur Tagesordnung. Anstatt nur „Nettigkeiten“ zu verkünden, sprach Uwe Sap in diesem Jahr direkt die Bundes- und Landespolitiker an, von denen nur Nico Bloem als MdL anwesend war. „Auch wenn Feuerwehren Pflichtaufgaben der Kommunen sind, wir brauchen mehr Hilfe von Bund und Land“, so Sap. Denn die Städte und Gemeinden hätten „enorme Investitionen“ geleistet und vorzunehmen. Und der Bunder Bürgermeister machte auch einen konkreten Vorschlag: „Uns könnte zum Beispiel die Umsatzsteuer erlassen werden.“

Zahlen zur Kreisfeuerwehr Leer

Die 68 Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises hatten zum Stichtag 31. Dezember 2023 insgesamt 4563 Mitglieder (2022: 4347), davon gehören 2715 (2557) zu den aktiven Einsatzkräften. 682 (686) sind in der nicht mehr aktiven Ehrenabteilung sowie 664 (636) in den Jugendfeuerwehren und 502 (468) in den Kinderfeuerwehren.

704 (702) Feuerwehrmänner und -frauen wurden auf Kreisebene ausgebildet, 147 (205) an den Standorten Loy und Celle.

Die Feuerwehren im Landkreis Leer wurden im vergangenen Jahr zu insgesamt 1732 Einsätzen (1419) alarmiert. Davon war 418 (420) Mal ein Brand der Anlass, 1052 (778) wurden als Technische Hilfeleistung registriert und 261 (195) gehören als „sonstige Alarmierungen“ in die Statistik. Darunter befinden sich auch Falschmeldungen der Brandmeldeanlagen und Notfalltüröffnungen.

In seinem Jahresbericht erwähnte Heykants ausführlich das Hochwasser Ende des Jahres als Herausforderung für die Feuerwehren. Gerade bei Sturmschäden und Hochwassergefahr zeige sich, wie „wertvoll die Feuerwehren sind mit ihrer einzigartigen Kameradschaft.“ Kritisiert wurde der Rückgang bei den Lehrgangsplätzen in Loy und Celle. In 2023 gab es mit 147 Plätzen 58 Ausbildungen weniger als in 2022. Erfreulich hingegen sei das Plus bei den Einsatzkräften, so Heykants: „In 2023 hatten wir 158 mehr Einsatzkräfte als im Jahr davor.“ Timo Klinkenborg (Bunderhee) und Jan Doosje (Bingum) wurden am Sonnabend mit der Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes in Bronze beziehungsweise Silber ausgezeichnet.

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