Berlin Von der AfD lernen? Was die Partei in den sozialen Medien so erfolgreich macht
Während die AfD politisch viel Gegenwind erfährt, erreicht sie auf Social Media mehr Follower als alle anderen Parteien. Was steckt hinter der Strategie und warum funktioniert sie so gut?
Die AfD befindet sich weiterhin im Umfragehoch. Gleichzeitig plant der Verfassungsschutz eine neue Einstufung der Rechtsaußen-Partei und es finden weiterhin bundesweite Demonstration gegen Rechtsextremismus und die AfD statt.
Ein Blick auf die Social-Media-Kampagnen der Partei zeigt allerdings, dass die AfD den anderen Parteien in diesem Bereich weit voraus ist: Keine andere Partei hat insgesamt so viele Follower wie die AfD.
Derzeit zählt die AfD insgesamt 2,66 Millionen Follower (Stand: 27.02.2024). Eine aktuelle Statista-Recherche macht dabei deutlich, wie weit die AfD alle anderen Parteien hinter sich lässt. So besteht zu den Grünen auf Platz zwei ein deutlicher Abstand von mehr als 1 Million Followern. Die meisten Fans hat die in Teilen gesichert rechtsextremistische Partei dabei auf Facebook, gefolgt von YouTube und Tiktok.
Lediglich auf einer Plattform können die anderen Parteien die AfD schlagen: Auf X liegt die Partei um Alice Weidel und Tino Chrupalla auf dem letzten Platz.
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Aber was macht die AfD auf Social Media so erfolgreich? Die Gestaltung und Aufbereitung der Videos sei es nicht, so Intermate, eine deutsche Social-Media-Agentur, in einer Mitteilung. Der Inhalt sei entscheidend: „Dabei funktionieren die Videos auf TikTok, ähnlich wie die Wahlplakate, nach klassischem populistischen Prinzip. Es gibt kurze, polarisierende Überschriften und Ausschnitte aus Reden oder Talk-Shows der bekannten Gesichter der Fraktion.“
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Ein Paradebeispiel für diese Art der Social-Media-Präsenz ist Maximilian Krah, Spitzenkandidat der AfD für die Europawahl 2024. Der 47-Jährige erreicht auf Tiktok regelmäßig Aufrufe in Millionenhöhe und nutzt die Plattform, um ein jüngeres Publikum anzusprechen. Diese Strategie bestätigt auch Politik- und Kommunikationsberater Johannes Hillje gegenüber „ZDF heute“: „Die Tiktok-Reichweite der AfD ist ihr Schlüssel zur jungen Wählerschaft.“
Gegenüber dem SWR sagt Hillje, die AfD wolle Reiz-Reaktionen hervorrufen: „Sie arbeiten mit Diffamierung und Diskreditierung des politischen Gegners und gesellschaftlicher Minderheiten.“ Auch ihre Reden im Bundestag seien häufig so formuliert und emotionalisiert, dass sie sich danach leicht in kurzen Video-Schnipseln auf sozialen Netzwerken verbreiten ließen.