Kiew Macron schließt Truppen nicht aus: Rutscht so Deutschland in den Dritten Weltkrieg?
Unfassbar: Präsident Emmanuel Macron überlegt, der Ukraine mit Bodentruppen gegen Putins Armee zur Hilfe zu eilen. So könnte auch Deutschland in einen Dritten Weltkrieg gerissen werden.
Allein der Gedanke ist ungeheuerlich, den Macron nach Abschluss einer Ukraine-Hilfskonferenz in Paris geäußert hat. Er will das Entsenden eigener Soldaten nicht ausschließen – gegen Russland, damit Putin nicht in der Ukraine gewinnt, tönt es aus Paris. Damit wäre Frankreich endgültig Kriegspartei – und somit auch Westeuropa. Da darf sich Deutschland nichts vormachen: Wenn Macron Truppen schickt, wird das auch für dieses Land katastrophale Konsequenzen haben. Da ist dann jede weitere Eskalation möglich – bis hin zu begrenzten atomaren Schlägen und einem militärischen Eingreifen Chinas zugunsten Putins.
Kanzler Scholz betont zwar, alles zu versuchen, damit Deutschland nicht aktiv in den Ukraine-Krieg hineingezogen wird. Doch die Gefahr ist real, dass sich dieses Land in nicht allzu ferner Zukunft genau dort wiederfindet. Schon jetzt drehen FDP- und Grünen-Politiker gefährlich an der Gewaltspirale.
Der Vorstoß Macrons offenbart, wie sehr die Nerven blank liegen, weil Putin bei seinem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf dem Vormarsch ist. Das verstärkt auch die Zweifel an Präsident Selenskyjs umstrittener Aussage, bislang seien 31.000 ukrainische Soldaten getötet worden. Die Realität dürfte viel grausamer sein. Richtig ist: Der Ukraine mangelt es nach zwei Jahren Abnutzungskrieg an Soldaten.
Macrons Alleingang ist zugleich ein Affront gegenüber den Verbündeten. Das ist Gift für die NATO und die EU und karikiert die Sonntagsreden von einer gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik.
Auch wenn die Motive heldenhaft klingen mögen, der Westen müsse der überfallenen Ukraine mit Kampftruppen helfen, kommt Macrons Vorstoß einem Himmelfahrtskommando gleich. Es ist ja grotesk, dass die EU nicht einmal die Kiew zugesicherte Artilleriemunition liefern kann und gleichzeitig ein Mitgliedsland mit eigenen Kampfeinheiten droht. Nicht nur die deutsche Truppe ist kaputtgespart worden, auch die französische Armee hat gegen Putins Kriegsmaschinerie keine Chance. Zudem gibt es erhebliche Widerstände in den USA gegen weitere Militärhilfen.
Historiker streiten sich bis heute, wie Europa in den Ersten Weltkrieg stolpern konnte. Jetzt muss verhindert werden, dass sich das eines Tages Historiker über den Dritten Weltkrieg fragen müssen. Ohne Kompromisse wird es keinen Frieden geben.