Wohnquartier geplant In der Stadt Leer sollen mehr als 90 neue Wohnungen gebaut werden
In Leer könnten in unmittelbarer Nachbarschaft zur Evenburg-Kaserne Dutzende neue Wohnungen gebaut werden. Das ist geplant.
Leer - Mehr als 90 neue Wohneinheiten könnten künftig in Leer gebaut werden. Dafür hatte sich am Dienstag, 20. Februar 2024, der Leeraner Stadtentwicklungsausschuss ausgesprochen. Hintergrund sei, dass der Luxemburger Investor Dekima S.A. im vergangenen Jahr mit der Idee an die Stadt herangetreten ist, auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Verpackungsfabrik Neemann am Ostermeedlandsweg ein modernes und energieeffizientes Wohnquartier zu entwickeln. Das geht aus der entsprechenden Beschlussvorlage im Online-Ratsinformationssystem hervor.
Wo soll das Wohnquartier entstehen?
Das Grundstück, um das es geht, umfasst über 17.000 Quadratmeter, schreibt das beauftragte Architekturbüro Eden Architekten GmbH aus Leer in der Projektbeschreibung. Das Gelände ist zwischen Osseweg und Papenburger Straße und zwischen Ostermeedlandsweg und Südring gelegen – in unmittelbarer Nähe zur Evenburg-Kaserne der Bundeswehr. Über den Ostermeedlandsweg könnten künftige Bewohnerinnen und Bewohner auf das Gelände fahren, wenn das Projekt verwirklicht wird.
Mit dem Fahrrad könne man über den Ostermeedlandsweg, durch die Unterführung oder über die Reimersstraße in das Zentrum der Stadt Leer fahren. Über den Südring und den Hoheellernweg, die Saar- oder Bremerstraße gelangen Autofahrer Stadt ein- bzw. -auswärts.
Was spricht für den Standort des Wohnquartiers?
Der Investor sieht in diesem Standort gleich mehrere Vorteile: In fußläufiger Nähe gebe es Bushaltestellen, die Nahversorgung sei beispielsweise über Multi Süd gesichert. Schulen, Kindergärten, Sport- und Spielplätze gebe es ebenfalls in der näheren Umgebung, heißt es in der Projektbeschreibung.
Werden nur Klötze gebaut?
Wer fürchtet, dass nur große Mehrfamilienhäuser – Klötze – gebaut werden, kann an dieser Stelle beruhigt werden. „Das neue Wohnquartier soll sich in die nähere Umgebung einfügen und die vorhandene Bebauung weiterführen und ergänzen“, schreibt das Architekturbüro. Heißt: Zur niedriggeschossigen Bebauung am Osseweg starte das Wohnquartier in Westen mit ein- bis zweigeschossigen Reihen- und Doppelhäusern. Erst nach Osten hin in Richtung Kaserne werden nach aktueller Planung auch Häuser mit bis zu drei Geschossen stehen.
Bei der Dachform werde eine Mischung aus Sattel- und Flachdach mit entsprechender Festlegung der Gebäudehöhen angestrebt. Gestaltet werden sollen die Häuser „mit einem Mix aus klassischen Klinker- sowie verputzten Gebäuden“, heißt es von Eden Architekten.
Wie viele verschiedene Arten von Häusern soll es geben?
Im Vorentwurf sind zwölf Reihenhäuser, acht Doppelhaushälften und sechs Mehrfamilienhäuser mit etwa 92 Wohnungen vorgesehen. Aber: „Die Anzahl der Gebäude und Wohneinheiten kann sich je nach Bedarf und Größe der Einheiten noch ändern“, heißt es in der Projektbeschreibung. Gerade das Wohnraumversorgungskonzept der Stadt Leer sowie Gespräche zum Bedarf der Bundeswehr spielten bei der weiteren Planung eine große Rolle.
Was ist noch geplant?
Für die jeweiligen Grundstücke werden entsprechende Auto-Stellplätze geplant, schreibt das Architekturbüro. Außerdem werde Wert auf Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit gelegt. So werden Mehrfamilienhäuser barrierefrei und mit einem Anteil an rollstuhlgerechten Wohnungen gebaut.
Was bedeutet in dem Zusammenhang Nachhaltigkeit?
Das Wohnquartier sei ein gutes Beispiel für eine innere Nachverdichtung auf einem ehemaligen Gewerbegrundstück, heißt es weiter. Denn: Die hohe Versiegelung des Geländes werde in Teilen zurückgenommen. „So wird aus einem ehemaligen Gewerbestandort ein attraktiver Wohnraum mit ca. 92 Wohneinheiten“, schreibt das Architekturbüro.
Das Abbruchmaterial solle, soweit möglich, auf dem Gelände als Schotterschicht belassen und eingebaut werden, um CO2 beim Abtransport und bei der Entsorgung einzusparen. Es sei geplant, die Gebäude energieeffizient zu bauen. Sie sollen ohne fossile Brennstoffe auskommen. „Wärmepumpen in Kombination mit Photovoltaikanlagen sorgen für die Wärme- und Energieversorgung“, heißt es.
Durch die „sehr gute Lage“ des Grundstücks böten sich außerdem Mobilitätskonzepte in dem Quartier an, um den Individualverkehr zu reduzieren und damit Stellplätze – also versiegelte Fläche – zu reduzieren. Einige Beispiele hierfür hat das Architekturbüro auch in petto: „Hierzu zählen Car-Sharing Angebote und eine gute Infrastruktur für Fahrräder und E-Bikes innerhalb sowie außerhalb des Quartiers.“
Was sagt die Politik?
In der Leeraner Stadtpolitik war man sich am Dienstagabend offenbar einig, dass das Projekt weiter verfolgt werden soll. Der Beschlussvorschlag, den Bebauungsplan in diesem Bereich entsprechend anzupassen, wurde einstimmig angenommen. Denn aktuell handele es sich bei dem Gelände noch um ein Gewerbegebiet. Als nächsten Schritt wird die Planung im Verwaltungsausschuss der Stadt Leer besprochen.