AWO Friesoythe  Vorsitzende Berti Kapels gibt ihr „Herzenskind“ in jüngere Hände

Hans Passmann
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Von Hans Passmann
| 19.02.2024 15:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Über 50 Jahre leitete Berti Kapels den Ortsverein Friesoythe der Arbeiterwohlfahrt. Nun zieht sich die Vorsitzende vom Amt zurück. Foto: Passmann
Über 50 Jahre leitete Berti Kapels den Ortsverein Friesoythe der Arbeiterwohlfahrt. Nun zieht sich die Vorsitzende vom Amt zurück. Foto: Passmann
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Seit 50 Jahren leitete sie den Ortsverein Friesoythe der AWO. Jetzt hat sich die 86-jährige Berti Kapels aus Kamperfehn dazu entschieden, ihr Amt in jüngere Hände zu übergeben.

Kamperfehn/Friesoythe - Im Jahre 1973 gründete sich in Friesoythe der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Seitdem steht Berti Kapels aus Kamperfehn an der Spitze des Vereins. Nun, nach genau 50 Jahren, hat sich die Kamperfehnerin aus der Vorstandsetage als Vorsitzende verabschiedet. Allerdings mit ein wenig Wehmut und einer Träne im Auge, denn die AWO ist und war von Anfang an ihr „Herzenskind“.

Die 86-jährige Vorsitzende ist und war der Motor der AWO in Friesoythe. Doch mit dem jetzt hohen Alter war es für Kapels an der Zeit, das Amt abzugeben. „Jetzt war der richtige Zeitpunkt, das Amt in jüngere Hände abzugeben“, so Kapels. Gleichwohl wird sie der AWO als Mitglied und helfende Hand weiter zur Verfügung stehen.

Als „Armutshilfe“ gegründet

Berti Kapels erinnert sich: „Damals wurde der Friesoyther Ortsverein sozusagen als Stützpunkt im AWO-Kreisverband Cloppenburg aus der Taufe gehoben. Heute nennen wir uns Ortsverein, denn mit dem Namen Stützpunkt konnten die wenigsten Mitglieder etwas anfangen“, sagt Kapels. Eigentlich habe sich die AWO sozusagen als „Armutshilfe“ gegründet. Insbesondere, um die Arbeiterfrauen zu unterstützen. Daher stand die AWO, aber auch umgekehrt der SPD immer sehr nahe. So ist auch nicht verwunderlich, dass die Vorsitzende überzeugte Sozialdemokratin ist.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde hauptsächlich vielen Flüchtlingsfamilien geholfen. „Unsere Hauptaufgabe ist es, sozial schlechter gestellte Menschen zu unterstützen. Heutzutage betreuten wir hauptsächlich Menschen mit Behinderungen und Senioren, sagte Kapels.

„Hilfe geht immer wieder. Bei uns steht immer der Mensch im Vordergrund. Die Mitmenschlichkeit zieht sich immer wieder wie ein roter Faden durch den Grundgedanken der AWO. Das Persönliche stehe bei der Arbeit im Vordergrund“, meint Kapels. Heute werde der Ortsverein auch mit der Integration der ausländischen Mitbürger konfrontiert. Eine große Aufgabe und Verantwortung für den Verein, der zu den aktivsten Ortsvereinen im Kreis gehört.

Kapels erinnert sich, dass er zunächst nach der Gründung kein Zuhause hatte. Dann war das Domizil 25 Jahre die Mühle. Als dort nichts mehr ging, stellten sowohl die katholische als auch evangelische Kirchengemeinde Räumlichkeiten zur Verfügung und das ist noch heute so.

Mitglieder kommen auch aus der Gemeinde Barßel

Die Mitglieder kommen nicht nur aus Friesoythe, sondern auch aus der weiteren Umgebung wie Barßel oder Elisabethfehn. Einen umfangreichen Terminkalender nimmt sich die Ortsgruppe Friesoythe in jedem Jahr vor. Der Vorstand trifft sich zu Beginn des Jahres und stellt den Plan zusammen“, schildert Kapels, die für ihr soziales Engagement schon das Bundesverdienstkreuz und die Ehrenurkunde des Kreisverbandes Cloppenburg erhielt. „Jeder kann zu uns kommen, egal welcher Konfession“, sagt Berti Kapels. Geselligkeit sei ein wichtiger Aspekt. Dadurch können sich die Senioren austauschen und pflegen soziale Kontakte.

Die Wurzeln der AWO liegen im letzten Jahrhundert, entstanden aus der Arbeiterbewegung. „Ziel war es, die Menschen aus der Armut und Arbeitslosigkeit herauszuholen. Aber vielfach sind die Probleme, auch heute noch in unserer Gesellschaft zu finden“, so Kapels. Damals wie heute steht die AWO für Solidarität und Opferbereitschaft.

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