Beschränkungen verschärft Alte Ledabrücke in Leer ist maroder als gedacht
Die Ledabrücke in Leer soll durch einen Neubau ersetzt werden. Solange soll das alte Bauwerk noch halten. Doch jetzt sind erhebliche Schäden entdeckt worden. Das hat erhebliche Folgen für den Verkehr.
Leer - Schlechte Nachrichten für Verkehrsteilnehmer: Die Ledabrücke in Leer ist maroder als gedacht. Die jüngsten Sondierungsprüfungen hätten erhebliche Schäden am vorhandenen Bauwerk aufgezeigt, teilt die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr auf Anfrage dieser Zeitung mit. „Diese Schäden wurden sowohl an den Trägern der Stahlkonstruktion als auch an den Betonfahrbahnplatten festgestellt“, schreibt Sprecher Johannes Booken.
Daher werde die Gewichtsbeschränkung nun abgesenkt. „Um die Ledabrücke möglichst lange weiter unter Verkehr zu halten, muss die Gewichtsbeschränkung für Überfahrten auf ein zulässiges Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen reduziert werden“, so Booken. In diese Klasse fallen beispielsweise Kleinlaster und Transporter. Die neue Regelung trete bereits am 1. März in Kraft und solle dafür sorgen, „dass die Brücke trotz ihres Zustandes bis zur Fertigstellung des geplanten Neubaus im Jahr 2028 befahrbar bleibt“. Weil auch die Brücke über die Eisenbahnstrecke im Zuge des Stadtrings sanierungsbedürftig ist, werde die Gewichtsbegrenzung auch für diesen Verkehr auf ein zulässiges Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen reduziert, um eine Vereinheitlichung zu erreichen.
Busse und Rettungsfahrzeuge im Einsatz dürfen die Ledabrücke passieren
In enger Zusammenarbeit mit dem Landkreis und der Stadt Leer sei es gelungen, Lösungen für Busse und Fahrzeuge des Rettungswesens, einschließlich der Feuerwehr, die im Einsatz sind, zu entwickeln. In beiden Fällen dürfe die Ledabrücke befahren werden. Wie sich die neuen Beschränkungen auf die Müllfahrzeuge auswirkt, die zur Deponie nach Breinermoor fahren, kann laut Landkreis-Sprecher Philipp Koenen noch nicht genau gesagt werden. Es seien noch Fragen offen, die zwischen dem Landkreis und der Straßenbaubehörde besprochen werden sollen.
Bislang gilt im Bereich der Ledabrücke eine Gewichtsbegrenzung von 12,5 Tonnen tatsächlich vorhandenes Gesamtgewicht, im Bereich der Stadtringbrücke sind es 8 Tonnen. Das heißt, dass auch Fahrzeuge die Brücke passieren durften, die laut ihren Papieren schwerer sein dürfen, im Moment der Überquerung der Brücke aber weniger als beispielsweise 12,5 Tonnen wogen. „Mit Blick auf zielgerichtete Kontrollen durch die Polizei wird es dank der neuen Regelung ab dem 1. März möglich sein, Verstöße direkt vor Ort anhand der Angaben im Fahrzeugschein festzustellen“, schreibt die Landesbehörde. Dann ist es egal, wie schwer das Fahrzeug bei der Überfahrt wirklich ist. Die bisherige Umleitungsbeschilderung auf Autobahnen sowie auf Bundes- und Landesstraßen wird laut Johannes Booken in diesen Wochen entsprechend aktualisiert.
Beschränkung soll dafür sorgen, dass die Brücke noch bis zum Neubau hält
„Die stetige Überfahrt von Schwerlastfahrzeugen würde den Zustand weiter verschlechtern und das Risiko einer vollständigen Sperrung der Brücke, bevor der Ersatzneubau in Betrieb genommen werden kann, erhöhen“, schreibt Booken. Die Belastungen durch überfahrende Lastwagen übersteigen die von Autos um ein Vielfaches.
Eine eventuell erforderliche Vollsperrung würde laut Booken tausende Autofahrer, darunter etliche Pendler, die im Vergleich zum Schwerlastverkehr nicht für signifikante Beschädigungen der Brücke verantwortlich sind, treffen und großen Unmut auslösen. „Mit der neuen Regelung tragen wir dafür Sorge, dass die Ledabrücke geschont wird. Gleichzeitig bleiben damit Pendlern lange Umwege erspart“, erklärt Frank Buchholz, Geschäftsbereichsleiter der Landesstraßenbaubehörde in Aurich.