Bahnstrecke Leer-Oldenburg gesperrt Züge fahren nicht – Reisende müssen auf Busse umsteigen
Zwischen Leer und Oldenburg fahren seit Freitag keine Züge mehr. Der Grund sind Bauarbeiten. Das hatten aber nicht alle Reisenden mitbekommen: So mancher Fahrgast stand wartend am Gleis.
Leer/Augustfehn - Bauarbeiten an der Bahnstrecke in Oldenburg: Dort werden neue Lärmschutzwände errichtet. Was die Anwohner freuen dürfte, stellt Bahnreisende und Pendler auf der Strecke nach Ostfriesland auf eine Geduldsprobe. Weil die Bahnstrecke Leer-Oldenburg wegen der Arbeiten seit Freitag, 16. Februar 2024, für mehrere Wochen gesperrt ist, müssen sie auf Busse umsteigen. Die sind deutlich länger unterwegs als die Züge und fahren zu anderen Zeiten ab. Zum Start des Schienenersatzverkehrs (SEV) am Freitag war zahlreichen Fahrgästen offenbar gar nicht klar, dass sie auf Busse umsteigen müssen.
Warten auf den Zug, der nicht kommt
Am Bahnhof Augustfehn, den auch viele Reisende und Pendler aus den angrenzenden Landkreisen Leer, Aurich und Cloppenburg nutzen, standen am Freitagmittag etliche Personen auf den Bahnsteigen. Geduldig auf die Züge in Richtung Oldenburg und Leer wartend. Dabei kündigte die digitale Laufbandansage vor Ort den Ausfall der Züge und den Ersatzverkehr mit Bussen an. Als sie darauf aufmerksam gemacht wurden, war für einige der Ersatzbus schon abgefahren.
Gut informiert war dagegen Stephanie Lindenzweig-Thau aus der Gemeinde Apen. Sie wollte mit ihrer Tochter Josephine zu einem Wochenendtrip aufbrechen und hatte sich auf den veränderten Fahrplan eingestellt. Sie reise nur mit der Bahn, „da bin ich bequemer unterwegs als mit dem Auto“. Das Umsteigen auf den Bus sei kein Problem, so Lindenzweig-Thau: „Das schreckt mich nicht ab.“
Busfahrer freut sich über Fahrgäste
Bis Donnerstag, 7. März, dauern die Arbeiten voraussichtlich. Für den Ersatzverkehr wurden Busunternehmen auch aus anderen Regionen Niedersachsens verpflichtet. An diesem Freitag steuerte Ludwig Bursche aus Wolfenbüttel einen der Busse. Er arbeitet für das Unternehmen Fuhrmann aus dem Landkreis Helmstedt und ist für eine Woche in den Norden „abkommandiert“, wie er gut gelaunt berichtete. Die Landschaft gefalle ihm gut. Die Reisenden seien alle sehr freundlich. „Und sie helfen mir, den richtigen Weg zu finden“, lobt er die Hilfsbereitschaft: „Ich kenne mich hier ja überhaupt nicht aus.“ Den Weg zur Haltestelle am neuen ZOB in Augustfehn hat er gefunden, sein Bus in Richtung Leer fährt pünktlich ab.
Über die veränderten Fahrzeiten informiert die Deutsche Bahn auf ihrer Webseite, in der App – und auf Aushängen an den Bahnhöfen auch. In Augustfehn sind sie etwas unsortiert ans Wartehäuschen an der Bushaltestelle geklebt.
Welche Auswirkungen gibt es auf den Nahverkehr in Ostfriesland?
Die Fahrplanänderungen betreffen den Regional- und Fernverkehr. Betroffen sind laut Mitteilung der Deutschen Bahn unter anderem die Regio-Linie RE 1 von Norddeich Mole nach Hannover in beiden Richtungen und der IC 56 von Norddeich Mole über Leer, Bremen, Hannover nach Magdeburg. Im Regionalverkehr fallen die Züge der Linie RE 1 Norddeich-Oldenburg-Bremen-Hannover in verschiedenen Abschnitten zwischen Norddeich Mole und Oldenburg nach Mitteilung der Bahn aus. Zwischen Norddeich/Mole, Emden und Leer fahren Ersatzzüge mit abweichenden Fahrtzeiten, zwischen Leer und Oldenburg wird ein Ersatzverkehr mittels Bussen Augustfehn, Westerstede-Ocholt und Bad Zwischenahn eingerichtet. Das Unternehmen informiert auf seiner Internetseite (hier) über die Ausfälle.
Und wie sieht es mit dem Fernverkehr aus?
Komplizierter wird es beim Fernverkehr, da der IC 56 nach Angaben der Bahn in manchen Zeiträumen nur eingeschränkt - etwa zwischen Norddeich Mole und Leer - oder gar nicht fährt und teils über Osnabrück umgeleitet wird. Als Konstante bleibt dabei der Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Leer und Oldenburg. Die Bahn empfiehlt, sich im Vorfeld der Fahrten zu informieren.
Änderungen gibt es auch bei der Nordwestbahn
Auch bei der Nordwestbahn wird der Fahrplan der Linien RS 3/RS 30 baustellenbedingt angepasst, teilt das Unternehmen mit. Von Freitag, 16. Februar 2024, bis Freitag, 8. März 2024, würden die Züge vom Bremer Hauptbahnhof bis Bad Zwischenahn nach dem regulären Fahrplan verkehren. In Bad Zwischenahn bestehe dann Anschluss an den Ersatzverkehr mit Bussen - mit Zwischenhalt zum Ein- und Ausstieg in Oldenburg-Wechloy bis Oldenburg Hauptbahnhof. In der Gegenrichtung würden Busse ab dem Oldenburg- Hauptbahnhof über Oldenburg-Wechloy bis Bad Zwischenahn fahren. Die Mitnahme von Fahrrädern ist in den Bussen des Ersatzverkehrs nicht möglich.