Wassertourismus in Barßel  Vorbereitung für die Entsandung der Barßeler Gewässer

Hans Passmann
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Von Hans Passmann
| 14.02.2024 16:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
An der Deichstraße in Barßelermoor wird das erste Spülfeld für die Entsandungsmaßnahmen der Barßeler Gewässer vorbereitet. Foto: Passmann
An der Deichstraße in Barßelermoor wird das erste Spülfeld für die Entsandungsmaßnahmen der Barßeler Gewässer vorbereitet. Foto: Passmann
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Die Vorbereitungen für die Entsandung der Fließgewässer in Barßel haben begonnen. Es werden Spülfelder angelegt. Weil es mit den Genehmigungen im Landkreis Leer schleppend lief, gab es Verzögerungen.

Barßel - Noch herrscht Ruhe im Barßeler Bootshafen. Die meisten Freizeitkapitäne haben ihre Boote vor dem Winter aus dem Wasser geholt. Sie alle freuen sich auf die kommende Wassersportsaison.

Die Idylle trügt. Den Bootsführern mach die Verschlammung der Barßeler Gewässer seit langem große Sorgen. Die Fahrrinne versandet immer mehr. Viele auswärtige Skipper steuern den Barßeler Hafen erst gar nicht mehr an. Mehrfach blieben Boote auf Sandbänken stecken. Bei Niedrigwasser hat der Ausflugsdampfer MS Spitzhörn große Probleme auszulaufen.

Nun gibt es Hoffnung auf Besserung. Die Gemeinde lässt den Sand entfernen, der sich im Flusslauf angesammelt hat. Mit den ersten Maßnahmen ist in dieser Woche begonnen worden. Drei Spülfelder stehen für die Schlammmassen zur Verfügung. Sie liegen auf dem Gebiet der Landkreise Cloppenburg und Leer.

Drei Hektar großes Spülfeld

Ein Spülfeld, eine etwa drei Hektar große Grünfläche, die ein Landwirt dafür zur Verfügung gestellt hat, liegt direkt an der Deichstraße in Barßelermoor. Hier wird jetzt gebaggert und geschoben. Bäume und Sträucher wurden für die Verlegung der Leitung entfernt. „Um den Schlamm aufzunehmen, wird um das Spülfeld ein etwa zwei bis drei Meter hoher Erdwall angelegt. Außerdem wird die Fläche aus Gründen der Sicherheit eingezäunt“, sagt Heinz-Georg Coners vom Bauamt der Gemeinde Barßel.

Anfang März soll dann der Saugbagger in Aktion treten. Dazu wird eine Leitung von der Soeste bzw. dem Barßeler Tief über die Deichstraße zum Spülfeld gelegt, durch die der Schlamm zum Spülfeld befördert wird. Das überschüssige Wasser wird in die Fließgewässer zurückgeführt. Nach der Entsandung würden die Spülfelder wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt, erklärt Coners.

Anfang März wird dann der Saugbagger wieder in den Gewässern zum Einsatz kommen. Foto: Passmann
Anfang März wird dann der Saugbagger wieder in den Gewässern zum Einsatz kommen. Foto: Passmann

Zuschüsse bereits 2022 bewilligt

2022 hatte der damalige CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Bley den Bewilligungsbescheid für die Entsandung erhalten. Damit die Gewässer befahrbar bleiben, gibt es vom Land Niedersachsen Fördermittel von rund 608.000 Euro zu den Kosten von rund 760.000 Euro dazu.

„Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch am Bewilligungsbescheid hat sich nichts geändert. Eigentlich hätte die Entsandung schon im vergangenen Jahr erfolgen sollen. Das Problem sind die Flächen, auf denen der Schlamm aufgebracht werden soll. Während es auf Cloppenburger Seite keine Schwierigkeiten gibt, hat die Kreisverwaltung Leer der Gemeinde Barßel einen Katalog zugestellt, welche Auflagen wir zu erfüllen haben“, sagt Barßels Erster Gemeinderat Michael Sope. Das habe zu der Zeitverzögerung geführt.

30.000 Kubikmeter werden entfernt

Rund 30.000 Kubikmeter Material, überwiegend Sand, müssen entfernt werden. Davon kommen etwa 10.000 bis 12.000 Kubikmeter aus dem Hafen und etwa 18.000 bis 20.000 Kubikmeter aus der Soeste und dem Barßeler Tief.

Die Entsandung werde zukunftsweisend für den Wassertourismus im Erholungsgebiet Barßel sein, heißt es von der Touristik. Die Gemeinde hofft, dass mit der breit angelegten Maßnahme die Schiffbarkeit der Gewässer auf längere Zeit verlässlich gesichert werden kann. Die Gewässer haben auch ökologische Bedeutung.

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