Hamburg  Heimnimbus endgültig weg – HSV-Trainer Walter mächtig unter Druck

Alexander Barklage
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Von Alexander Barklage
| 10.02.2024 10:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Trainer Tim Walter bekommt die Abwehrprobleme des HSV nicht in den Griff. Foto: IMAGO/Eibner
Trainer Tim Walter bekommt die Abwehrprobleme des HSV nicht in den Griff. Foto: IMAGO/Eibner
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In der Hinrunde war der Hamburger SV im Volkspark eine Macht, doch in der Rückrunde kassierte der HSV bereits die zweite Heimniederlage in Folge. Nach einem turbulenten Spiel steht Trainer Tim Walter vermehrt in der Kritik.

Einige der 57.000 Zuschauer im wieder einmal ausverkauften Volksparkstadion hatten bereits die Heimreise angetreten, als der Hannoveraner Sebastian Ernst das 4:3-Siegtor für die Gäste erzielte. Der Treffer fiel in der achten Minute der 16-minütigen Nachspielzeit. Davor hatte es zudem noch eine fast halbstündige Spielunterbrechung wegen Fanprotesten (siehe Infokasten) gegeben. Es war ein chaotischer und sehr ereignisreicher Abend in Hamburg – am Ende stand aus HSV-Sicht die dritte Heimniederlage in Folge in der 2. Fußball-Bundesliga. Besonders die Art und Weise, wie die Rothosen teilweise agierten, wirft große Frage auf.

In der Hinrunde gewann der HSV sieben von acht Heimspielen, in der Rückrunde kassierte er jetzt zweimal eine Heimniederlage mit jeweils vier Gegentoren. Insgesamt stehen schon 33 Gegentore zu Buche. Die Defensive wurde schon in der Winterpause als mögliche Achillesferse prognostiziert. HSV-Trainer Tim Walter schafft es jedoch weiterhin nicht, diese Baustelle zu schließen. Immer wieder verhindern haarsträubende individuelle Fehler, gepaart mit einem mangelhaften Abwehrverhalten konstant gute Spiele über 90 Minuten abzuliefern. „Es kann nicht sein, dass wir zum zweiten Mal zu Hause fünf Tore schießen müssten, um ein Spiel zu gewinnen“, haderte auch Stürmer Robert Glatzel mit der Gegentorflut der letzten Spiele.

Trainer Walter, der im Tor erstmals auf Matheo Raab statt Stammkeeper Daniel Heuer Fernandes setzte, sah nach der Partie mal wieder das Positive und rühmte die gute Moral seiner Mannschaft: „Wir stehen immer wieder auf.“ Wie schon beim 3:4 gegen Karlsruhe holte sein Team ein 0:2 und ein 2:3 auf, um am Ende doch mit leeren Händen dazustehen. Wie schon gegen Karlsruhe begnügten sich die Rothosen in einer aufgeheizten Partie nicht mit einem Remis, sondern verloren beide Partien durch einen späten Gegentreffer noch.

Gegen Hannover kamen in der entscheidenden Phase noch zwei Undiszipliniertheiten dazu. Kurz nach dem 3:3 sah Laszlo Benes die Rote Karte, wenig später musste der erst zur zweiten Halbzeit eingewechselte Dennis Hadzikadunic nach der zweiten Gelben Karte vom Platz.

Trainer Tim Walter steht nach der dritten Heimniederlage seines Teams endgültig in der Bringschuld und muss schleunigst Stabilität und Konstanz ins Spiel seiner Mannschaft bekommen. Personell kann er – bis auf seinen Abwehrchef Sebastian Schonlau – auch wieder aus dem Vollen schöpfen. Vor allem in der Rückwärtsbewegung hat das Team große Defizite.

Ob und wie lange Walter noch coachen darf, ließ Sportvorstand Jonas Boldt nach der Partie offen: „Wir haben generell in allen Bereichen zu viele Fehler gemacht. Die Gegentore fallen viel zu einfach, wir hatten keine Abstände. Die Herangehensweise, wie wir arbeiten, die müssen wir grundsätzlich hinterfragen. Natürlich spielt der Trainer eine ganz wichtige Rolle. So können wir nicht weiterspielen.“

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