Osnabrück SUV raus aus den Großstädten? Die Debatte führt nicht weiter!
Paris will durch hohe Preise SUV aus der Stadt verbannen. Auch in Norddeutschland gibt es Befürworter. Haben sie Recht?
Ist die Pariser SUV-Debatte populistisch? Ja! Handelt es sich um eine Neid-Debatte, wenn SUV-Fahrer Mondpreise zahlen sollen, um in der französischen Hauptstadt ein paar Stunden im Zentrum stehen zu dürfen? Definitiv! Ja, es nervt, wenn die Riesenautos im Parkhaus zwei Parkplätze blockieren oder den Verkehr in der Autobahnbaustelle aufhalten, weil die Fahrer die Breite ihrer SUVs ignorieren und dann überfordert sind. Sie schaden übermäßig der Umwelt und ältere Modelle verursachen schwerere Unfälle. Es gibt viele gute Gründe gegen SUVs, insbesondere im Stadtverkehr. Niemand braucht wirklich empfindliche Riesenfahrzeuge mit Allradantrieb, wenn er in der Regel auf ebenen, asphaltierten Straßen unterwegs ist.
Am Ende ist es jedoch jedem Einzelnen überlassen, ob er SUV-Fahrer sein will, oder eine vernünftigere Entscheidung trifft. Die Argumente für eine Andersbehandlung jedenfalls überzeugen auch in Deutschland wenig bis gar nicht.
So soll etwa sanktioniert werden, dass SUV in Städten viel Platz beanspruchen. Wer nun auch in Deutschland Gebühren nach Pariser Modell fordert, verkennt jedoch, dass es in der Regel weniger vermögende Mieter sind, die ihre Autos nicht mal eben in die eigene Garage oder aufs eigene Grundstück stellen können, sondern am öffentlichen Straßenrand parken. Wer nach Flächenverbrauch geht, bestraft nicht nur den SUV-Fahrer, sondern auch die Familie, die ihren Kombi vor der Tür stehen hat.
Eine Fahrzeugklasse zu verbannen, wird die Probleme nicht ansatzweise lösen. Und wie die Regelung umgesetzt werden soll, ist unkar. Wirklich verbannt werden SUV aus Paris auch nicht: Die Regelung gilt etwa nicht für private Parkhäuser.
Sinnvoller wäre es, an Stellschrauben zu drehen, die wirklich eine Veränderung bewirken können: Mehr autofreie Bereiche und vor allem bequemere Möglichkeiten, ohne Auto die europäischen Großstädte zu erreichen. Günstige Parkplätze mit einer guten Anbindung durch Busse und Bahnen wären hilfreicher, als mit Symbolpolitik letztlich nichts zu verändern.
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