Osnabrück  Der große Windkraft-Vergleich: In welchem Landkreis wie viele Windräder stehen

Daniel Batel
|
Von Daniel Batel
| 02.02.2024 07:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Ausbau Erneuerbarer Energien kommt gut voran – je nach Landkreis aber unterschiedlich schnell. Foto: Unsplash
Der Ausbau Erneuerbarer Energien kommt gut voran – je nach Landkreis aber unterschiedlich schnell. Foto: Unsplash
Artikel teilen:

Um seine Klimaziele zu erreichen, braucht Deutschland einen schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Bei der Windkraft ging es 2023 gut voran. Wie viele Windräder bei Ihnen vor der Haustür stehen, zeigt unsere Übersicht.

Die niedersächsische Landesregierung rühmt sich damit, seit 2023 das Bundesland mit der meisten produzierten Energie aus Windkraft zu sein. 131 neue Windräder wurden in Niedersachsen zuletzt aufgestellt. Beim Ausbau der Windenergieanlagen (WEA) gibt es ebenso große Unterschiede wie bei der Gesamtzahl bestehender Windräder. Wir zeigen Landkreis für Landkreis, welche die Top-Regionen im Norden sind – und wo man nur wenige Windräder findet.

In Niedersachsen ist die Anzahl der Windräder landesweit am höchsten: 6380 Stück sind übers Land verteilt. Der Kreis Aurich liegt weit vorn mit 636 Windrädern, gefolgt von Cuxhaven (524) und dem Emsland (505). Im Landkreis Osnabrück stehen mit 214 fast doppelt so viele Anlagen wie im Landkreis Oldenburg (120). Die Städte (Osnabrück 3 Anlagen, Oldenburg 4) fallen dagegen kaum ins Gewicht. Sie belegen mit Braunschweig (5) die letzten Plätze.

Im letzten Jahr gab es in Uelzen die meisten Zubauten: In der Region um den Hundertwasser-Bahnhof wurden 19 neue Windräder errichtet, die es auf eine Gesamtleistung von 106 Megawatt bringen. Dicht auf folgt Rotenburg an der Wümme mit 18 neuen Anlagen und einer Leistung von 91 Megawatt. Auf Platz Drei landete Diepholz mit 13 neuen Windrädern und 72 MW Leistung.

Schleswig-Holstein ist beim Zubau auf See (Offshore) und an Land (On-Shore) seit Jahren Spitzenreiter. Insgesamt stehen dort aber nicht die meisten Anlagen, es sind zurzeit 3498.

Mit 841 Anlagen ist Nordfriesland bis dato der Kreis mit den meisten bestehenden Windrädern, gefolgt von Dithmarschen mit 827. Dahinter wird es schon spärlicher: Schleswig-Flensburg (464), Ostholstein (331), Steinburg (297) und Rendsburg-Eckernförde (197) sind als einzige weitere dreistellig. Am wenigsten Windräder stehen im Landkreis Pinneberg (14) und in kreisfreien Städten.

Im letzten Jahr kamen die Landkreise zwischen Nord- und Ostsee aber höchst unterschiedlich gut voran. Der Kreis Dithmarschen liegt mit großem Abstand ganz vorne: 68 neue Anlagen mit einer Leistung von 372 Megawatt wurden hier in den vergangenen zwölf Monaten gebaut. Dahinter folgen Steinburg (38), Nordfriesland (37) und Schleswig-Flensburg (36).

Beim Nachbarn Mecklenburg-Vorpommern ist das eher der generelle Trend. Einziger Lichtblick ist der Landkreis Rostock mit zehn neuen Windrädern und einer kumulierten Leistung von 53 Megawatt. Die meisten Anlagen stehen dagegen in Vorpommern-Greifswald (401). Insgesamt stehen in dem Bundesland an der Ostsee 1929 Windräder.

Als einzige ländliche Region fällt Nordwestmecklenburg mit einer vergleichsweise geringen Anzahl and Windrädern (168) auf. Die Region geriet im vergangenen Jahr bundesweit in die Schlagzeilen, weil sich dort Widerstand gegen eine Flüchtlingsunterkunft regte.

Nach Angaben von Umweltminister Till Backhaus (SPD) baut die Schweriner Landesregierung den Genehmigungs-Stau allmählich ab. Mit 84 Windrädern seien 2023 fast viermal so viele genehmigt worden wie im Vorjahr. In den zurückliegenden Jahren war der Ausbau der Ökostrom-Produktion im Nordosten erheblich ins Stocken geraten, wie die dürftigen Zubau-Zahlen aus dem vergangenen Jahr noch immer belegen.

Ähnliche Artikel