Washington Trump-Rivalin Haley wird Opfer von „Swatting“-Anrufen – was das bedeutet
Der Konkurrenzkampf um das Präsidentschaftsamt nimmt in den USA immer diffusere Formen an. So standen bei der republikanischen Bewerberin Nikki Haley in der jüngeren Vergangenheit mehrfach Polizeieinheiten vor der Tür. Das steckt dahinter.
Nachdem Ron DeSantis aus dem Rennen um die US-Präsidentschaft ausgestiegen ist, bleibt Nikki Haley für die Kandidatur die einzige Konkurrentin für Donald Trump – und das bekommt sie zu spüren. Die US-Politikerin wurde in der Vergangenheit mehrmals Ziel von sogenannten „Swatting“-Anrufen, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Verweis auf Polizeiberichte berichte.
Bei „Swatting“-Anrufen handelt es sich um vorgetäuschte Notrufe bei der Polizei, die den Einsatz von Swat-Teams der Polizei bewirken, um das Privathaus des vermeintlichen Opfers zu umstellen und abzusichern.
Der erste inszenierte Notfall fand am 30. Dezember 2023 im Haus von Haley in Kiawah Island, South Carolina statt. Laut Informationen aus Gemeindedokumenten, die Reuters vorliegen, behauptete ein Mann, eine Frau in Haleys Haus erschossen zu haben, und drohte daraufhin sich selbst das Leben zu nehmen. Haleys Wahlkampfteam hat sich zu den genannten Darstellungen bisher nicht geäußert.
Zwei Tage später ging ein erneuter Anruf bei der Polizei ein, wobei eine Person sich als „Rose“ ausgab. Sie behauptete dabei, dass Haleys Tochter in einer Blutlache liege und die US-Politikerin damit drohe, sich zu erschießen. Nach einer Überprüfung durch das Charleston County Sheriff‘s Office wurde jedoch festgestellt, dass es vor Ort keine Notlage gab.
Wer hinter den Anrufen steckt, ist bislang unklar. In einem Fernsehinterview berichtete Haley über den Vorfall vom 30. Dezember, dass die Polizisten beim Eindringen in ihr Haus die Waffen auf ihre Eltern gerichtet hatten. „Es hat meine Familie in Gefahr gebracht“, erklärte sie. „Es war keine sichere Situation. Und das zeigt das Chaos, das unser Land im Moment umgibt“.
Darüber hinaus gibt es Berichte, wonach auch andere US-amerikanische Persönlichkeiten vom „Swatting“ betroffen sind. Darunter auch einige Richter, die an Gerichtsverfahren gegen Donald Trump beteiligt sind. Doch auch die US-Abgeordnete Marjorie Taylor Green wurde Opfer solcher Anrufe, obwohl sie den ehemaligen US-Präsidenten ausdrücklich unterstützt.