Schiff sinkt vor Schleuse  Wie es mit dem havarierten Binnenschiff in Lathen weitergeht

Tobias Böckermann und Wilfried Roggendorf
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Von Tobias Böckermann und Wilfried Roggendorf
| 27.01.2024 14:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Vorne geht nichts mehr. Foto: Böckermann
Vorne geht nichts mehr. Foto: Böckermann
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Vor der Schleuse Hilter des Dortmund-Ems-Kanals bei Lathen drohte am Freitagnachmittag ein Schiff zu sinken. Die Bergung wird noch Tage andauern. Zur Unglücksursache gibt es berechtigte Vermutungen.

Hilter/Lathen - Die Ursache, warum das mit 560 Tonnen Gerste beladene deutsche Binnenschiff „Stadt Plaue“ am Freitag kurz nach 15.30 Uhr zu sinken begann, ist noch unbekannt. Vermutlich ist jedoch ein defekter Anker-Kettenkasten der Grund. Ein solcher Schaden war dem Vernehmen nach bereits vor einigen Wochen bei dem 1954 gebauten Schiff aufgetreten, das Wasser könnte hier eingedrungen sein. Eine Untersuchung wird folgen.

Bei der Schleuse Hilter im emsländischen Lathen droht ein Binnenschiff zu sinken. Es hat 560 Tonnen Getreide geladen. Foto: Böckermann
Bei der Schleuse Hilter im emsländischen Lathen droht ein Binnenschiff zu sinken. Es hat 560 Tonnen Getreide geladen. Foto: Böckermann

Das Schiff fährt unter deutscher Flagge und ist 67 Meter lang. Die aus zwei Personen bestehende Besatzung blieb unverletzt. Eigentlich sollte das Schiff auf dem Dortmund-Ems-Kanal weiterfahren in Richtung Lathen, um die Ladung zu löschen. Den Angaben der Einsatzkräfte zufolge, war das Schiff innerhalb von rund einer halben Stunde havariert, als es vor der Schleusenkammer wartete. Das Vorschiff liegt auf Grund. Ob das Schiff komplett sinken würde, war zunächst unklar.

Schiff liegt nicht im Fahrwasser

Das Schiff liegt nicht im Fahrwasser, weshalb der Kanal möglicherweise für den Schiffsverkehr wieder freigegeben werden kann. Das muss das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) noch entscheiden. Am Freitagabend waren die Feuerwehren Haren und Lathen im Einsatz. Weil das Schiff 500 Liter Diesel an Bord hatte, wurde die Feuerwehr Dörpen hinzu beordert, um dann gemeinsam eine Ölsperre aufzubauen.

Die Feuerwehren legten am Freitagabend eine Ölsperre aus. Foto: Böckermann
Die Feuerwehren legten am Freitagabend eine Ölsperre aus. Foto: Böckermann

Die Bergung des Schiffes wird nach Einschätzung der Beteiligten eine langwierige Angelegenheit. Vermutlich muss es gleichzeitig durch Luftbehälter angehoben und entladen werden. Wann und wie das geschehen sollte, war am späten Freitagabend noch unklar.

Vor der Schleuse Lathen Hilter des Dortmund-Ems-Kanals bei Lathen drohte am Freitagnachmittag ein Binnenschiff komplett zu sinken. Drei Feuerwehren waren im Einsatz. Foto: Böckermann
Vor der Schleuse Lathen Hilter des Dortmund-Ems-Kanals bei Lathen drohte am Freitagnachmittag ein Binnenschiff komplett zu sinken. Drei Feuerwehren waren im Einsatz. Foto: Böckermann

Im Einsatz waren neben den Feuerwehren auch das WSA und die Polizei. Wie letztere am Samstagmorgen mitteilte, werden die Bergungsarbeiten ersten Erkenntnissen zufolge noch mehrere Tage andauern.

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