Hamburg Betrug mit Paket-Nachnahme: Was Sie über die Masche wissen sollten
Obwohl Pakete heute kaum noch per Nachnahme versendet werden, nutzen Kriminelle diese Bezahlmethode immer wieder für Betrugsmaschen. Besonders ärgerlich: Ist das Geld einmal weg, gibt es kaum eine Chance, es zurückzubekommen. Wie Sie die Masche rechtzeitig erkennen können, lesen Sie hier.
Ob im Mehrfamilienhaus in der Stadt oder im Einfamilienhaus auf dem Land – bei fast jedem klingelt ab und zu der Paketbote und fragt, ob man nicht eine Lieferung für den Nachbarn annehmen könne. Da man ein guter Nachbar sein möchte, nimmt man das Amazon-Paket oder die neuen Kleider für den Nachbarn an.
Das größte Ärgernis ist meist, wenn der Nachbar seine Bestellung erst nach einigen Tagen abholt. Doch Verbraucherschützer von „Watchlist Internet“ warnen jetzt davor, dass es Betrüger auf hilfsbereite Nachbarn und Mitbewohner abgesehen haben. Per Nachnahme wollen sie diese um ihr Geld bringen.
Die Betrüger nutzen die Bezahlung per Nachnahme aus. In Zeiten von Online-Bezahldiensten wie Paypal, Klarna oder der Zahlung per Kreditkarte wird die Nachnahme zwar nur noch selten angeboten oder benutzt, besteht aber immer noch.
Die Kriminellen suchen sich für den Betrugsversuch zunächst Adressen heraus und wählen solche, bei denen sie davon ausgehen können, dass dort mehrere Personen wohnen oder arbeiten. Dann schicken sie ein Paket per Nachnahme an die Adresse und hoffen, dass es dort jemand annimmt und bezahlt. Die Chancen, dass der Betrug funktioniert, steigen dann, wenn der Empfänger nicht zu Hause ist. Öffnet stattdessen ein Nachbar, Mitbewohner oder Familienmitglied die Tür, könnte dieser die Sendung annehmen, um dem Empfänger einen Gefallen zu tun – und damit in die Falle tappen.
Diese Betrugsmasche tritt den Verbraucherschützern zufolge in verschiedenen Varianten auf. Diese unterscheiden sich danach, wer als Absender angegeben wird.
So perfide die Masche ist, so einfach ist der Schutz gegen sie: Man sollte nur Pakete annehmen, die man auch erwartet. Dasselbe gilt auch für Pakete von Nachbarn oder Mitbewohnern. Bevor man für sie etwas annimmt, sollte man sich kurz erkundigen, ob sie auch eine Sendung erwarten. Ist das nicht möglich, raten die Verbraucherschützer dazu, die Annahme zu verweigern.
Man brauche auch kein schlechtes Gewissen haben, dass der Empfänger dann sein Paket nicht bekomme. Ist eine Zustellung nicht möglich, muss der Paketbote entweder einen neuen Zustellversuch unternehmen oder das Paket in einem Paketshop abgeben, wo es abgeholt werden kann.
Ist man auf die Nachnahme-Masche reingefallen, bleiben einem nur wenig Möglichkeiten. Man sollte Anzeige erstatten, hat aber kaum Chancen, sein Geld zurückzubekommen. Denn die Post kann dieses nicht zurückholen. Für versehentlich oder falsch bezahlte Beträge ist bei der Nachnahme der Versender des Pakets zuständig. Eine Rückerstattung ist aber von Kriminellen nicht zu erwarten.
Verbraucherschützer mahnen auch zur Vorsicht, falls man versucht, den Absender zu kontaktieren. Meist erhalte man keine Reaktion, manchmal würden die Kriminellen aber antworten und probieren, an weitere Daten oder Ausweisdokumente des Opfers zu kommen. Diese können dann für weitere Betrügerein genutzt werden.
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