Osnabrück Der Corona-Rückblick: Alle Antworten in der Dokumentation
Anlässlich unseres großen Corona-Rückblicks haben wir hier die Antworten aller befragten Personen zum Nachlesen dokumentiert.
Frage: Wie bewerten Sie persönlich die Corona-Krise?
Antwort: Gleich zu Beginn der Krise habe ich Unstimmigkeiten bemerkt und mich - wie schon bei den Fehlalarmen zur Vogel- und Schweinegrippe - kritisch eingebracht. Erstaunt war ich dann, wie brutal ein besonnener Umgang mit Infektionsrisiken verdrängt wurde. Man setzte plötzlich auf Verängstigung, zensierte und diffamierte jedes In-Frage-Stellen und nötigte Kinder und Erwachsene zu wissenschaftlich erwiesenermaßen unsinnigen Maßnahmen. Mich erschreckt bis heute das mögliche Ausmaß von Kritikverlust, Hörigkeit und institutioneller Korruption bei Ämtern, vielen Wissenschaftlern, Journalisten, Ärzten und NGOs. Traurig und wütend bin ich vor allem über das Leid, welches man Millionen Menschen zugefügt hat und über die bewusste Spaltung von Gemeinsamkeit.
Frage: Glauben Sie, dass Corona erneut relevant wird?
Antwort: Laufend mutierende Viren fordern seit Anbeginn unser Immunsystem heraus. Mit 10 Millionen Flugpassagieren pro Tag globalisieren sie sich längst unaufhaltsam. Corona-Varianten werden daran auch weiterhin ihren natürlichen Anteil haben. Neben vielen anderen Mikroben könnte man daher, sogar ohne Erkrankungen, neue Corona-Varianten jederzeit per PCR-Test überall sichtbar machen. Auch SARS-Varianten z.B. waren ja seit Jahrzehnten um uns. Sie haben aber seit Guangdong (2004) bis 2020 niemanden mehr interessiert. Doch selbst als Biowaffen-Konstrukte wären sie epidemiologisch unbedeutend, denn Viren, die ihre Wirte außer Gefecht setzen, limitieren selbst ihre Ausbreitung. Jetzt scheint man aber sogar molekulare Spuren neuer Virus-Gefahren in Gletschern und Kläranlagen zu suchen. Es ist für jemanden, dem es nicht gelingt, seinen Verstand auszuschalten, nur noch lächerlich, mit welchen Horror-Märchen versucht wird, unsere Gesellschaft zu lähmen und auszunutzen. Krankheitsrelevant sind allerdings nicht nur die lange bekannten Infektionsrisiken, sondern auch die Angst und die Nebenwirkungen falscher Politik.
Frage: Welche Ihrer Einschätzungen haben sich Ihrer Meinung nach rückblickend als falsch herausgestellt?
Antwort: Mit meinen epidemiologischen und medizinischen Einschätzungen lag ich von Anfang an richtig. Ich habe aber Anfang 2020 gedacht, es sei lediglich ein weiterer unverschämter Versuch der Pharma-Branche und ihrer Investoren sich mit Hilfe gefügiger Regierungen und der WHO aus Steuergeldern zu bereichern. Ein mit militärischer Hilfe geplantes Massenexperiment mit Nano-Partikeln und Gentechnik bei Milliarden gesunder Menschen habe ich nicht für möglich gehalten. Da habe ich mich geirrt. Deshalb habe ich mir auch die Folgen der unter dem Label „Impfung“ verabreichten gentechnischen Manipulationen nicht so brutal vorstellen können. Auch habe ich die Gier und Entschlossenheit der Akteure und die Hybris ihrer Geld- und Ideengeber unterschätzt.
Frage: Wie sehen Sie die Zukunft der Impfung und was würden Sie empfehlen?
Antwort: Ich habe mich immer für individuelle Impfentscheidungen eingesetzt, weil ich weiß, dass alle früheren Seuchen höchstens marginal durch Impfprogramme entschärft wurden. Nachweislich reichen die Verbesserung der Lebensverhältnisse und bessere Hygienemaßnahmen aus, um die Gesundheit aller zu schützen. Das gilt für arme Länder genauso. Nicht nur als Arzt, aber später auch als Gesundheitspolitiker und Korruptionsbekämpfer habe ich die zunehmende Kriminalität bei Entwicklung, Zulassung und Vermarktung von Medikamenten und Impfstoffen beobachtet. Studien zur Bewertung von Impfstoffen, die langfristig angelegt sind und die nicht nur die Antikörperbildung, sondern den gesundheitlichen Gesamtnutzen beobachten, fehlen. Sie wären aber die Voraussetzung für Impfempfehlungen. Deshalb halte ich jetzt ein Innehalten und ein Zweifeln am Nutzen neuer Produkte, sowie die ehrliche Aufarbeitung der angerichteten Schäden für notwendig.
Frage: Wie bewerten Sie persönlich die Corona-Krise?
Antwort: Das Virus war halb so schimm – die Gefahr wurde maßlos übertrieben, um den Menschen die Impfung als einzig mögliche Lösung zu verkaufen. Es hab (laut Originaldaten des RKI und laut Bericht des Bundesgesundheitsministeriums!) nie eine nennenswerte Überlastung der Krankenhäuser. Die Daten waren bereits im März 2020 verfügbar. Die Maßnahmen waren größtenteils überflüssig (siehe Schweden!) und haben weit mehr geschadet als genützt. Die Gesellschaft wurde massivst gespalten und nicht linientreue Menschen wurden ausgegrenzt, diffamiert, haben ihren Job verloren u.s.w. Der Staat hat faschistoiden Züge angenommen und es besteht überhaupt keine Bereitschaft zu einer ehrlichen Aufarbeitung.
Frage: Glauben Sie, dass Corona erneut relevant wird?
Antwort: Das Corona-Virus ist endemisch und es wird immer wieder Erkrankungswellen geben, so wie bei der Influenza auch. Das erfordert aber keine speziellen Maßnahmen. Die Gefahr ist allerdings groß, dass andere nue „Pandemien“ aus dem Hut gezaubert werden. Das Geschäftsmodell Corona-Pandemie hat hervorragend funktioniert, um die Konzerne zu bereichern und die Superreichen noch reicher zu machen.
Frage: Welche Ihrer Einschätzungen haben sich Ihrer Meinung nach rückblickend als falsch herausgestellt?
Antwort: Wie bereits gesagt: die Maßnahmen waren größtenteils überflüssig, besonders eklatant gilt dies für Lockdown, Schulschließungen, Maskenpflicht und natürlich die Nötigung zur Impfung bzw. sogar Impfpflicht für Gesundheitswesen und Bundeswehr. Hierdurch sind allein in Deutschland Tausende schwer geschädigt worden. Die Impfung ist der größte Medizinskandal aller Zeiten und stellt Contergan weit in den Schatten. Ein Verbrechen! Besonders an den Kindern und Jugendlichen.
Frage: Wie sehen Sie die Zukunft der Impfung und was würden Sie empfehlen?
Antwort: Die mRNA- und Vektorimpfstoffe müssen sofort vom Markt genommen werden. Die Evidenz, dass sie mehr schaden als nützen ist mittlerweile erdrückend.
Frage: Wie bewerten Sie persönlich die Corona-Krise?
Antwort: Die Corona-Krise hat viele Schwächen nicht nur unseres Gesundheitssystem bloßgelegt, sondern das weltweite Chaos gezeigt. Wir müssen alle unsere Pandemie- und Katastrophenpläne überdenken. Denn, auch wenn wir Corona überwunden haben, die nächste Pandemie kommt so sicher, wie das Amen in der Kirche. Frage ist nur: wann und wie?
Frage: Glauben Sie, dass Corona erneut relevant wird?
Antwort: Glauben kann man das schon, wissen nicht. Aber es scheint eher unwahrscheinlich, dass eine neue Variante mit schwerem Verlauf und unter Umgehung der Immunabwehr auftaucht.
Frage: Welche Ihrer Einschätzungen haben sich Ihrer Meinung nach rückblickend als falsch herausgestellt?
Antwort: Falsch waren der Glaube an die Vernunft der Menschen; das Gegenteil ist oft passiert. Man wollte lieber absurden Wissenschaftstheorien und kruden Verschwörern glauben, als sich auf die Wissenschaft zu verlassen. Und falsch war auch meine Aussage, die Impfung habe so gut wie keine Nebenwirkungen. Aber das Spektrum der Nebenwirkungen ist minimal im Vergleich zu den Auswirkungen ungebremster Infektionen – nur mit dieser Aussage hilft man niemandem, der an Nebenwirkungen leidet – oder glaubt, zu leiden.
Frage: Wie sehen Sie die Zukunft der Impfung und was würden Sie empfehlen?
Antwort: Die Impfung hat weltweit Millionen Menschen das Leben gerettet. Allein in Deutschland schätzt man, dass zwischen 150.000 und 200.000 Menschen noch leben, weil sie geimpft waren. Und für die Zukunft gilt: Vulnerable Gruppen sollten – wie bei der Grippe – regelmäßig geimpft werden.
Antwort: Am schlimmsten finde ich, dass die oftmals unwissenschaftlichen und überflüssigen Diskussionen um die Impfung zu einer globalen Impfverweigerung geführt haben. Weniger Menschen lassen sich und ihre Kinder insgesamt impfen. Das wird uns noch bitter einholen – denn Impfen ist nach wie vor eine der effektivsten und segensreichsten Innovationen der Medizin.
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Frage: Wie bewerten Sie persönlich die Corona-Krise?
Antwort: Es war eine in vielerlei Hinsicht schwierige Zeit. Fatal war aus meiner Sicht, dass die Diskussionskultur erheblich gelitten hat. Wer nicht das Narrativ der Bundesregierung teilte und diesem widersprach, wurde im öffentlichen Debattenraum – auch von politischen Kommentatoren – schnell in die Nähe der Verschwörungstheoretiker oder sogar Reichsbürger gerückt. Darunter hat sowohl die Glaubwürdigkeit der Politik als auch der Medien und der Wissenschaft gelitten. Am schlimmsten war jedoch die Leichtfertigkeit, mit der Grundrechte ausgehebelt worden sind. Das Bundesverfassungsgericht hatte vor Jahren in einer Hartz-IV-Entscheidung festgestellt, dass die Menschenwürdegarantie des Grundgesetzes ein Mindestmaß an sozialer Teilhabe erfordere. In der Pandemie aber wurde den Ungeimpften unter anderem durch die 2G-Regel sogar dieses Mindestmaß verwehrt. Und dass offizielle Stellen, wie das Bundesgesundheitsministerium und das RKI in Teilen ihre gesetzliche Aufgabe nicht erfüllt haben und sogar mit falschen Erklärungen an die Öffentlichkeit gegangen sind, bedarf zwingend einer Aufarbeitung. Dass es nicht möglich ist, im Bundestag eine qualifizierte Minderheit für eine entsprechende Enquete-Kommission einzurichten, hinterlässt deshalb gesellschaftlich eine offene Wunde. Ich bin froh, dass ich immerhin dazu beitragen konnte, die allgemeine Impfpflicht zu verhindern.
Frage: Glauben Sie, dass Corona erneut relevant wird?
Antwort: Diese Pandemie ist vorbei, das hat auch die WHO unlängst festgestellt.
Frage: Welche Ihrer Einschätzungen haben sich Ihrer Meinung nach möglicherweise rückblickend als falsch herausgestellt?
Antwort: Die Entscheidung, im Bundestag für die einrichtungsbezogene Impfpflicht zu stimmen, war im Nachhinein betrachtet ein Fehler. Zum Zeitpunkt der Entscheidung teilte uns das RKI noch mit, die Impfung könne signifikant eine Ansteckung Dritter dämpfen, wenn nicht gar verhindern. Das hat sich anschließend sehr schnell als falsch herausgestellt. Ansonsten werfe ich mir vor, nicht noch lauter für die Beachtung der Grundrechte gewesen zu sein.
Frage: Wie sehen Sie die Zukunft der Impfung und was würden Sie empfehlen?
Antwort: Ich habe immer für die Impfung gegen Corona geworben. Ich glaube aber, dass weite Teile der politischen Klasse dem Ansehen der Impfung im Allgemeinen einen Bärendienst erwiesen haben, weil ab einem bestimmten Zeitpunkt der Pandemie nicht mehr geworben, sondern gedroht wurde. Mit dem staatlichen Zwang, mit der Verknüpfung der Impfung mit sozialer Teilhabe wurde bei einer großen Minderheit eine Art von Reaktanz ausgelöst, mit der Folge, dass auch die Bereitschaft bei anderen Impfungen nachgelassen hat. Ich rate jedenfalls dazu, alle medizinisch empfohlenen Impfungen vorzunehmen.
Frage: Wie bewerten Sie persönlich die Corona-Krise?
Antwort: Die Corona Krise bedeutet für mich einen Einschnitt in die Gesellschaft, in die Grundrechte, in unser Verständnis von Rechtsstaatlichkeit. Corona zeigte nichts Neues, es zeigte, welche Schwächen und welche Mißstände in dieser Gesellschaft seit Jahrzehnten vorliegen. Es hat für Vieles die Augen geöffnet und ich habe gelernt, dass wir für Grund- und Menschenrechte deutlich einstehen müssen.
Frage: Glauben Sie, dass Corona erneut relevant wird?
Antwort: Aus wissenschaftlicher Sicht war und ist Corona eine mit der Influenza vergleichbare Atemwegsinfektion, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Atemwegsinfektionen ereilen uns unter anderem aufgrund des Vitamin D Mangels im Winter immer wieder, und so wird unser Immunsystem auch in den nächsten Wintern mit Infektionen der Atemwege umgehen müssen, seien es nun Rhinoviren, Influenzaviren oder Coronaviren.
Frage: Welche Ihrer Einschätzungen haben sich Ihrer Meinung nach rückblickend als falsch herausgestellt?
Antwort: Schon im März 2020 war es renommierten Wissenschaftlern klar, dass SARS CoV2 eine ähnliche Infektionsrate, einen ähnlichen Verlauf und eine ähnliche Mortalitätsrate wie Influenzaviren hat. Diese bekannte Pathologie hat die massiv grundrechtseinschränkenden Maßnahmen in keinster Weise berechtigt, denn diese Maßnahmen waren geprägt von einem autoritären, rechthaberischen und maßlosen Verhalten der Politik, weit weg vom wissenschaftlichen Diskurs und rationaler Vernunft. Als Beispiel: Kindern und Jugendlichen das Recht auf Bildung und Ausbildung längerfristig zu entziehen und damit – wie wir heute sehen – junge Existenzen zu belasten oder gar zu zerstören war ein entscheidender autoritärer, rechthaberischer und maßloser Fehler. Wir werden es in der Zukunft mit einer „Generation Maske“ zu tun haben, die sehr unter den Coronamaßnahmen unschuldig leidet. Da sich meine Einschätzungen bis zurückgehend März 2020 zu Corona bislang alle bewahrheitet haben, konnte rückblickend keine meiner Arbeitshypothesen widerlegt werden. Zu dieser meiner Ansicht gibt es auch im kritischen wissenschaftlich renommierten Diskurs eine einhellige Zustimmung.
Antwort: Die tatsächliche Reaktion der Politik habe ich wirklich falsch eingeschätzt. Ich hätte nie gedacht, dass die Politik auf lange Sicht derart autoritär, rechthaberisch, maßlos und unbelehrbar reagiert, da habe ich mich getäuscht.
Frage: Wie sehen Sie die Zukunft der Impfung und was würden Sie empfehlen?
Antwort: Klassische Impfungen (unter Nutzung von Antigenen) z. B. gegen Diphterie oder Polio sind ein bedeutender Meilenstein der modernen Medizin. Dies kann man von den mRNA Injektionen, die gemeinhin als „Corona-Impfung“ fälschlicherweise den Menschen aufgezwungen wurden, nicht sagen. Wir haben diese mRNA „Impf“technologie überhaupt nicht im Griff, so weiß niemand, wie viel µg Spike-Protein pro kg Körpergewicht im Menschen gebildet wird, wir wissen nichts über den Ort dieser Produktion (welche Zellen?) und über die Dauer der mRNA Ablesung. Da grundlegende Daten zur Qualität, Pharmakokinetik und Pharmakodynamik zu der mRNA-Technologie nicht vorliegen, die Toxikologie absolut unzureichend und die klinische Prüfung bruchstückhaft ist, darf diese mRNA „Impfung“ bei jetzigem Wissensstand keine Zukunft bei der Anwendung am Menschen haben. Unzureichende Wirksamkeit (Geimpfte erkranken schwer an Corona) und massiv auftretende Nebenwirkungen (Myocarditis, Thrombosen etc) sprechen ebenfalls dafür, dass diese Technologie keine Zukunft haben wird und haben darf.
Antwort: Schon bei anderen Atemwegsinfektionen wissen wir seit langem, dass eine gute Versorgung mit Vitamin D und C, Zink, eventuell Echinacin, Artemisia und weiteren die Psyche, das Nerven- und Immunsystem (PNI) stärkende Substanzen einen sehr sicheren Schutz vor Influenza, Corona und anderen Viren gewährleistet. Speziell bei Corona wurde schnell (2020) eine hochwirksame, zugelassene und sichere therapeutische Substanz entdeckt, die am gleichen Zellrezeptor andockt wie Corona und damit die Verbreitung des Virus im Körper effizient behindert. Daraus können wir schließen, dass es sowohl bei Prophylaxe wie auch Therapie sehr gut wirksame Substanzen gibt, die eine gefährliche, experimentelle gentherapeutische „Impfung“ obsolet machen.
Frage: Wie bewerten Sie persönlich die Corona-Krise?
Antwort: Meine persönliche Bilanz fällt gemischt aus. Aus gesundheitlicher Sicht ist die Bundesrepublik weitgehend erfolgreich durch die Corona-Pandemie gekommen, auch durch eine anfangs relativ hohe Impfquote. Die gesellschaftlichen Folgen wirken allerdings bis in die heutige Gegenwart. Ein schon vor der Pandemie zu beobachtender Rückzug in das Private und eine verstärkte Sicht allein auf die eigenen Interessen haben sich m.E. noch verstärkt. Dies wirkt sich auch auf die Diskussionskultur aus, die rauer und kompromissloser geworden ist. Beeinflusst wird diese Entwicklung durch die sozialen Medien.
Frage: Glauben Sie, dass Corona erneut relevant wird?
Antwort: Ich denke, dass wir zukünftig mit Corona leben werden, aber die Erkrankung mehr wie eine Grippe wirken wird. Die Auswirkungen der Jahre 2020/2021 werden wir nicht mehr erleben. Allerdings glaube ich, dass andere, neue Viruserkrankungen ähnlich große Relevanz erlangen könnten.
Frage: Welche Ihrer Einschätzungen haben sich Ihrer Meinung nach möglicherweise rückblickend als falsch herausgestellt?
Antwort: Die Entscheidungen zu Beginn der Pandemie waren von der großen Unsicherheit über die Ausbreitung der Krankheit sowie die in anderen Ländern früh zu beobachtenden schweren Verläufe geprägt. Ich habe deshalb immer für Verständnis für die getroffenen Maßnahmen der Entscheidungsträger geworben, die nach besten Wissen und Gewissen in der jeweiligen Situation gehandelt haben. Im Nachhinein sehe ich allerdings einige Maßnahmen als zu schwere Eingriffe in die Rechte der Betroffenen an. Dazu zähle ich insbesondere die Schulschließungen wie auch die vollständige Schließung von Kranken- und Pflegeeinrichtungen, insbesondere für nahe Angehörige.
Frage: Wie sehen Sie die Zukunft der Impfung und was würden Sie empfehlen?
Antwort: Ich bin schon vor Corona ein überzeugter Impfbefürworter gewesen, weil sich m.E. durch Impfungen schwere Erkrankungen verhindern bzw. abmildern lassen. Deshalb verfüge ich über einen umfassenden Impfschutz. Diese Einstellung hat sich während der Coronapandemie nicht verändert, sondern eher noch verstärkt. Die Entwicklung von Impfstoffen halte ich für eine große medizinische Errungenschaft und kann Impfungen nur empfehlen. Letztendlich muss dies allerdings jeder für sich selbst entscheiden.
Antwort: „Die Pandemie hat wie unter dem Brennglas die zentrale Bedeutung der ambulanten Versorgung deutlich gemacht: Es geht nicht ohne die rund 100.000 ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen. 19 von 20 Covid-19-Fällen wurden von den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten behandelt. Und das noch neben der Regelversorgung, denn Krankheiten und Verletzungen, die behandelt werden mussten, waren ja nicht plötzlich verschwunden. Die Herausforderungen waren gewaltig und bisher einmalig. Es musste eine schnelle und wohnortnahe Versorgung von Verdachtsfällen und weniger schweren Krankheitsfällen organisiert werden. Gleichzeitig galt es, die Krankenhäuser vor Überlastung zu schützen. Das gelang dank der enormen Leistungsfähigkeit der Kolleginnen und Kollegen sowie ihrer Teams in den Praxen. Dies alles geschah in einer bundesweiten Mangelsituation, vor allem bei Desinfektionsmitteln, Schutzmaterialien und später noch einmal bei den Impfstoffen Die viel gescholtene gemeinsame Selbstverwaltung von KBV, Kassenärztlichen Vereinigungen und gesetzlichen Krankenkassen sowie der Gemeinsame Bundesausschuss haben notwendige Sonderregelungen wie etwa die telefonische AU schnell beschlossen und umgesetzt. Quasi über Nacht wurde die bundesweite Bereitschaftsdienstnummer 116117 zur inoffiziellen nationalen Coronahotline. Ärgerlich war, dass die Praxen erst ab April 2021 mit dem Impfen beginnen konnten – und das auch nur mit angezogener Handbremse. Wegen der Lieferengpässe bekamen die Praxen zunächst deutlich weniger Impfstoff als bestellt und bedarfsdeckend. Um es klar zu sagen: Ohne ambulante Strukturen und deren Selbstverwaltung wäre die Pandemie organisatorisch und logistisch nicht zu meistern gewesen. Dies alles gelang trotz und auch vor dem Hintergrund einer teilweise desaströs zu nennenden politischen Kommunikation. Viele politisch administrierte Maßnahmen stützten sich auf rein theoretische Berechnungen von beispielsweise Physikern, Modellierern oder Statistikern. Diejenigen, die jeden Tag Menschen vor Ort medizinisch versorgen, wurden erst gar nicht einbezogen. Grundsätzlich sollten künftig bei einer vergleichbaren Notlage die medizinische Bewertung von Maßnahmen im Vordergrund stehen, nicht politische Erwägungen. Bund und Länder müssen sich zudem ihrer Verantwortung für den Katastrophenfall deutlich stärker bewusst sein und Vorsorge treffen. Nicht nur mit Papierkonzepten in Schubladen, sondern durch konkretes Handeln, beispielsweise das Anlegen von Vorräten von Schutzmaterial. Mit Corona haben wir gelernt zu leben. Ähnlich wie bei der jährlichen Grippewelle gibt es angepasste Impfstoffe, die in den Praxen verimpft werden. Das haben wir im Griff! Doch irgendwann wird die nächste Pandemie kommen. Das ist keine Schwarzmalerei, sondern statistisch leider wahrscheinlich. Umso wichtiger wäre es daher, die bewährte Struktur der niedergelassenen Praxen zu stärken. Leider beobachten wir im Augenblick das Gegenteil.“
Frage: Wie bewerten Sie persönlich die Corona-Krise?
Antwort: Die Corona - Pandemie kam zwar für viele überraschend, jedoch war abzusehen, dass uns ein solches Ereignis in der Zukunft irgendeinmal treffen würde. Spätestens seit der Schweinegrippe war damit zu rechnen. Gut vorbereitet war unser Gesundheitswesen darauf nicht. Anfangs waren gerade die Mitarbeiter im Gesundheitswesen großen Risiken au8sgesetzt, da Schutzmaterialien lange fehlten. Die Ärzteschaft wie auch Krankenschwestern/-pfleger und Medizinische Fachangestellten haben hier unter persönlichen Gesundheitsrisiken zu jedem Zeitpunkt die medizinische Versorgung sichergestellt. Gedankt wurde dies den ambulant tätigen Gesundheitsberufen nicht, die Politik hatte nicht einmal einen Corona - Bonus analog zum stationären Bereich übrig. Da musste das „Klatschen von den Balkonen“ reichen. Auch die finanzielle Schieflage in den Praxen wurde ignoriert und wie üblich als Aufgabe der Selbstverwaltung bezeichnet. In hektischer Betriebsamkeit wurden dann Pandemiemaßnahmen beschlossen, die im föderalen Gestrüpp oftmals dysfunktional waren und oftmals wissenschaftlichen Kriterien nicht standhielten. Kindergärten und Schulen wurden geschlossen, Spielplätze abgesperrt und den Kindern Entwicklungsmöglichkeiten unbegründet genommen. Während es für Erwachsene deutlich weniger Einschränkungen gab - beispielsweise große Sportevents waren bald wieder möglich - duften die Kinder lange nur massiv eingeschränkte Außenkontakte haben, wurden Familien zwischen Homeoffice und Homeschooling belastet und waren am Längsten durch eine Maskenpflicht beeinträchtigt. Der BVKJ und ich als damaliger Präsident haben schon sehr früh zu Pandemiebeginn auf die absehbaren desaströsen Folgen solchen Handelns hingewiesen, lange Zeit vergeblich. Bundesgesundheitsminister Lauterbach un die meisten Politiker hörten nur auf handverlesene Experten aus dem Elfenbeinturm der Wissenschaften Virologie, Epidemiologie und Mobilitätsforschung, die wie der Minister selbst gerne durch die Talkshows tingelten. Kinder- und Jugendärzte, Kinder- und Jugendpsychiater und -psychologen, Pädagogen, Sozialwissenschaftler suchte man in diesen elitären Kreisen vergeblich. Kritischere Wissenschaftler wurden abgemeiert und zumeist nicht gehört. Dazu kam, dass sich die Gesundheitspolitik unbotmäßig in die medizinische Wissenschaft einmischte und beispielsweise in eigener Hybris glaubte Dinge besser als die Ständige Impfkommission zu wissen. Im 5. Jahr nach Beginn der Pandemie sieht Deutschland den selbst angerichteten Scherbenhaufen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien und Erfahrungsberichte zeigen schonungslos auf, dass politisches Handeln den Kindern und Jugendlichen Entwicklungsmöglichkeiten und damit Zukunft teilweise sicherlich unwiederbringlich genommen haben. Sozialverhaltensstörungen, psychische Erkrankungen wie z.B. Depressionen, Angst- und Essstörungen, Adipositas und Bewegungsmangel, schulische Leistungsstörungen seien hier beispielhaft genannt. Eher halbherzig finanzierte „Korrekturmaßnahmen“ durch den Staat werden diese Schäden nicht beheben können, zumal Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern wie beispielsweise die NL nur sehr geringe finanzielle Anstrengungen unternimmt. Die Schulen sind nach wie vor unterfinanziert, räumliche Situationen und Digitalisierung immer noch mangelhaft. Alles in allem ziehe ich eine sehr ernüchternde Bilanz - no lessons learnt.
Frage: Glauben Sie, dass Corona erneut relevant wird?
Antwort: Wie andere auch kann ich nicht die Glaskugel befragen. Sicher dürfte allerdings sein, dass die Coronapandemie nicht die letzte pandemischen Lage gewesen sein wird, die unser Land herausfordern wird. Ob dies durch Coronaviren oder andere gefährliche Erreger sein wird, weiß ich natürlich nicht. Gerade auch durch den fortschreitenden Klimawandel muss befürchtet werden, dass zukünftig auch andere Erreger wie Dengue, Westnil-Virus oder Malaria eine Bedrohung darstellen werden. Auf solche Szenarien sind wir nach wie vor nicht gut vorbereitet.
Frage: Welche Ihrer Einschätzungen haben sich Ihrer Meinung nach möglicherweise rückblickend als falsch herausgestellt?
Antwort: Da müsste ich lange überlegen. Im Wesentlichen haben unsere Einschätzungen leider gestimmt. Vielleicht eine kritische Einschränkung: Bei der Impfnotwendigkeit gegen Corona bei allen Kindern muss man im Nachhinein anmerken, dass dies in diesem Umfang wahrscheinlich nicht notwendig gewesen ist.
Frage: Wie sehen Sie die Zukunft der Impfung und was würden Sie empfehlen?
Antwort: Da ist die STIKO ganz klar und ich stehe voll hinter den Empfehlungen, dass die Coronaimpfung zur Zeit Risikogruppen vorbehalten sein soll.
Frage: Wie bewerten Sie persönlich die Corona-Krise?
Antwort: Ich habe gerade die zweite Infektion hinter mir. Sehr lästig und anstrengend, damit die Weihnachtsferien zu bestreiten. Aber zum Glück keine bleibenden Probleme. Dabei hat mir Paxlovid sehr geholfen. Nach 24 Stunden sind die schlimmsten Beschwerden weg.
Frage: Glauben Sie, dass Corona erneut relevant wird?
Antwort: Nicht als Pandemie. Aber es ist bleibt ein Dauerthema, weil der Krankenstand deutlich höher liegt und die Langzeitfolgen unzureichend erforscht sind.
Frage: Welche Ihrer Einschätzungen haben sich Ihrer Meinung nach möglicherweise rückblickend als falsch herausgestellt?
Antwort: Mit der Forderung nach der Impfpflicht als Vorsorge gegen weitere Freiheitsbeschränkungen im nächsten Winter. Die sind auch so nicht gekommen.
Frage: Wie sehen Sie die Zukunft der Impfung und was würden Sie empfehlen?
Antwort: Wer über 50 und weder erkrankt war noch geimpft ist, sollte das unbedingt tun. Grundimmunisierung ist lebensrettend. Ansonsten kann man sich auf die mittlerweile vorhandenen effektiven Medikamente verlassen und die Auffrischimpfung wie bei der Grippe nach dem eigenen Risikostatus entscheiden.
Ex-RKI-Chef Lothar Wiehler, Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn, der Chef der Virologie an der Berliner Charité Christian Drosten, Virologe Hendrik Streeck, Gesundheitsminister Karl Lauterbach wollten sich auf Anfrage nicht äußern.