Wurzeln liegen in Westoverledingen  Dritte Generation führt Geschäfte bei Sandersfeld in Papenburg

Gerd Schade
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Von Gerd Schade
| 23.01.2024 18:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Aus dem operativen Geschäft zurückgezogen hat sich Heinz-Werner Sandersfeld (links). Er und seine Frau Olga haben den Betrieb mitaufgebaut, der nun von Jürgen Sandersfeld geführt wird.
Aus dem operativen Geschäft zurückgezogen hat sich Heinz-Werner Sandersfeld (links). Er und seine Frau Olga haben den Betrieb mitaufgebaut, der nun von Jürgen Sandersfeld geführt wird.
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Jürgen Sandersfeld (40) ist mittlerweile alleiniger Geschäftsführer der Stapler-Service-Firma. Das ist nicht die einzige Neuigkeit im Unternehmen.

Westoverledingen/Papenburg - Die Firma Sandersfeld in Papenburg hat einen Generationswechsel in der Geschäftsführung endgültig vollzogen. Der vor mehr als 30 Jahren gegründete Betrieb hat sich mit Service, Vermietung und Verkauf von Gabelstaplern sowie Hubarbeitsbühnen weit über Papenburg hinaus einen Namen gemacht. Die Firma war eine der ersten, die sich zu Beginn der 90er-Jahre in der Tauschlägerstraße im Gewerbegebiet Flachsmeerstraße angesiedelt haben.

In Völlenerkönigsfehn ging alles los

Die Wurzeln des Unternehmens liegen im benachbarten Völlenerkönigsfehn. In dem Westoverledinger Ortsteil wagte Wattje Sandersfeld 1986 mit Reparatur, Handel und Vermietung von Gabelstaplern den Sprung in die Selbstständigkeit. Der Ein-Mann-Betrieb wuchs rasch, der erste Mitarbeiter wurde aber erst 1990 eingestellt. Bereits ein Jahr zuvor stiegen Wattje Sandersfelds Sohn Heinz-Werner und dessen Ehefrau Olga in das kleine Unternehmen ein. 1993 zog es nach Papenburg. Dort wurde eine Werkstatt errichtet. In den folgenden Jahren baute Heinz-Werner Sandersfeld den Betrieb weiter aus. „Es ging aber keineswegs immer nur bergauf“, sagt der 63-Jährige.

Seit geraumer Zeit aber sieht er die Firma bestens aufgestellt. Maßgeblichen Anteil daran habe sein Sohn Jürgen. Dieser ist seit 2013 im Unternehmen und offiziell seit vergangenem Jahr alleiniger Geschäftsführer. „Ich habe mich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen“, betont Heinz-Werner Sandersfeld. Damit wird der Familienbetrieb nunmehr in dritter Generation geführt – auch zur Freude von Gründer Wattje Sandersfeld, der wenige Wochen vor der Vollendung seines 94. Lebensjahres steht.

Jürgen Sandersfeld sechs Monate in Australien

Jürgen Sandersfeld startete mit einer Ausbildung zum Industriemechaniker beim Bauunternehmen Johann Bunte ins Berufsleben. Er blieb dort zehn Jahre, machte seinen Meister und ging für sechs Monate zu einem Gabelstapler-Betrieb nach Australien.

Das vor mehr als 30 Jahren gegründete Unternehmen Sandersfeld hat sich mit Service, Vermietung und Verkauf von Gabelstaplern weit über Papenburg hinaus einen Namen gemacht. Unser Foto zeigt Servicetechniker Nils Meyer an einem Stapler in der Werkstatt an der Tauschlägerstraße. Zum Maschinenpark gehören diverse Miet-Stapler. Fotos: Schade
Das vor mehr als 30 Jahren gegründete Unternehmen Sandersfeld hat sich mit Service, Vermietung und Verkauf von Gabelstaplern weit über Papenburg hinaus einen Namen gemacht. Unser Foto zeigt Servicetechniker Nils Meyer an einem Stapler in der Werkstatt an der Tauschlägerstraße. Zum Maschinenpark gehören diverse Miet-Stapler. Fotos: Schade

„Weltweit“ sei die Staplerservice Sandersfeld GmbH auch beim Verkauf tätig, sagt Jürgen Sandersfeld. Das Einzugsgebiet bei Service, Wartung und Reparatur von Fabrikaten bis zu 50 Tonnen Tragfähigkeit umfasst nach den Worten des 40-Jährigen in etwa den Bereich zwischen den ostfriesischen Inseln, dem Oldenburger und dem Osnabrücker Raum. Das Kundenspektrum reiche „vom kleinen Bäcker bis zum großen Industriebetrieb mit mehr als 250 Maschinen“. Im Grunde seien die meisten Servicetechniker also ständig auf Achse. Die firmeneigene Werkstatt ist mit zwei weiteren Servicetechnikern besetzt. Insgesamt sind zurzeit 19 Menschen in dem Unternehmen beschäftigt, das auch ausbildet. Vom kleinen Hubwagen bis zum 20-Tonnen-Stapler: Der Maschinenpark reicht vom kleinen Hubwagen („Ameise“) bis hin zu Staplern mit einer Tragfähigkeit von 20 Tonnen. Eines der größeren Exemplare steht auf der gegenüberliegenden Seite des Unternehmens, das zuletzt 2018/19 durch den Bau einer Lagerhalle und einer Erweiterung der Büroräume samt Empfang deutlich vergrößert wurde. Es war die bis dato größte Investition des Betriebes.

Expansion der Firma

Der Stapler und eine darüber wehende Sandersfeld-Flagge sind die äußeren Zeichen für eine weitere Expansion der Firma. Denn sie hat Räume und Inventar des ehemaligen Unternehmens Alfred Sinningen Motorgeräte gekauft. Sinningen hatte den Betrieb 2023 nach mehr als 30 Jahren aufgegeben. Heinz-Werner Sandersfeld verhehlt nicht, dass ihm die Übernahme eine Herzensangelegenheit war. „Alfred und ich sind in der Tauschlägerstraße praktisch gemeinsam angefangen“, sagt der 63-Jährige und hebt die „gute Nachbarschaft“ hervor. „Wir haben uns immer gut verstanden.“

Das Unternehmen wird die Räume aber nicht selbst nutzen. Dafür seien die Gebäude zu niedrig, erklärt Jürgen Sandersfeld. Vielmehr solle der Komplex vermietet werden. Die Voraussetzung dafür sei gut – nicht nur wegen der Lage. So seien auf insgesamt rund 800 Quadratmetern Nutzfläche Werkstatt, Verkaufsräume, Lagerhalle und Büros vorhanden. Auch die Inneneinrichtung ist noch da. Sie könne auf Wunsch mitgenutzt werden, sagt Jürgen Sandersfeld.

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