Berlin  AfD verliert nach Demos gegen Rechtsextremismus an Zustimmung

Patrick Kern
|
Von Patrick Kern
| 23.01.2024 07:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
AfD-Chefin Alice Weidel. Foto: dpa/Christoph Reichwein
AfD-Chefin Alice Weidel. Foto: dpa/Christoph Reichwein
Artikel teilen:

Laut zwei aktuellen Umfragen hat die AfD auf Bundesebene nach dem großen Demo-Wochenende gegen Rechtsextremismus an Zustimmung verloren. Allerdings kommen die verlorenen Stimmen kaum der Ampel oder der Union zugute.

Die AfD hat nach dem großen Protestwochenende in Deutschland eine kleine Schlappe einstecken müssen. Wie aus dem aktuellen Insa-Meinungstrend für die „Bild“-Zeitung hervorgeht, hat die Partei 1,5 Prozentpunkte eingebüßt. Dennoch liege sie mit 21,5 Prozent weiterhin an Platz zwei, hinter der Union mit 30,5 Prozent.

Die neueste Umfrage-Entwicklung (Insa) im Überblick:

Wie aus der Umfrage hervorgeht, helfen die Verluste der AfD aber weder der Ampelregierung, noch der Union. Zwar können die Grünen ein kleines Plus verzeichnen, doch zusammen mit SPD und FDP ergibt sich insgesamt keine Veränderung. Der größte Zuwachs ist dagegen bei sonstigen Parteien zu erkennen, wozu unter anderem auch das Bündnis Sahra Wagenknecht zählt.

Ähnlich sieht es bei der Forsa-Umfrage für das RTL/ntv-Trendbarometer aus. Hier verliert die AfD zwei Prozentpunkte und landet bei 20 Prozent. Hier gehen die Ampelparteien dank der SPD mit einem Prozentpunkt mehr aus der Umfrage heraus. Hier wird die Wagenknecht-Partei einzeln aufgeführt und bekommt auf Anhieb drei Prozent. Die Fehlertoleranz liegt in beiden Befragungen bei 2,5 Prozentpunkten nach oben oder unten.

Die neueste Umfrage-Entwicklung (Forsa) im Überblick:

Die folgende Statista-Grafik zeigt die Ergebnisse der Sonntagsumfrage (infratest dimap) im Zeitverlauf von 2017 bis 2023:

Am Wochenende haben vielerorts in Deutschland Demonstrationen gegen Rechtsextremismus und für den Schutz der Demokratie stattgefunden. Nach Polizeiangaben haben sich daran mehr als 900.000 Menschen beteiligt. Demnach waren am Samstag insgesamt rund 360.000 Menschen unterwegs. Am Sonntag gingen den Angaben zufolge etwa 550.000 Demonstranten auf die Straße. In München musste der Protest wegen zu großen Andrangs – die Polizei sprach von rund 100.000 Teilnehmern – abgebrochen werden.

Auslöser für die Proteste waren Enthüllungen des Recherchezentrums Correctiv über ein Treffen von Rechtsextremisten am 25. November in Potsdam, bei dem auch AfD-Politiker sowie Mitglieder der CDU und der sehr konservativen Werteunion waren. Besprochen wurden nach Angaben von Teilnehmern Pläne, wie eine große Zahl Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen soll - auch unter Zwang.

Ähnliche Artikel