Osnabrück  ARD und ZDF in der Kritik: Wie grün sind die Öffentlich-Rechtlichen?

Arlena Schuenemann
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Von Arlena Schuenemann
| 17.01.2024 10:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
ARD und ZDF stehen unter anderem dafür in der Kritik, in ihrer Berichterstattung nicht ausgewogen zu sein. Beeinflusst das die gefühlte Meinungsfreiheit in Deutschland? Foto: dpa/Peter Kneffel
ARD und ZDF stehen unter anderem dafür in der Kritik, in ihrer Berichterstattung nicht ausgewogen zu sein. Beeinflusst das die gefühlte Meinungsfreiheit in Deutschland? Foto: dpa/Peter Kneffel
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Kann man in Deutschland seine politische Meinung noch frei äußern? Und sind ARD und ZDF in Programm und Berichterstattung überhaupt noch ausgewogen? ARD-Intendant Kai Gniffke, Medienanalyst Roland Schatz und Ex-ZDF-Journalist Wolfgang Herles haben darüber im Expertentalk diskutiert.

Nur 40 Prozent der Deutschen glauben, dass sie ihre Meinung noch frei sagen können. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach und des Medienforschungsinstituts Media Tenor hervor. Die Mehrheit – 44 Prozent der Befragten – hat demnach das Gefühl, dass sie aufpassen müssen, wie sie sich äußern. So schlecht war es um die gefühlte Meinungsfreiheit seit Beginn der Erhebung im Jahr 1953 nicht bestellt.

Sind die Medien dafür mitverantwortlich? Die öffentlich-rechtlichen Sender, allen voran ARD und ZDF, stehen seit einiger Zeit zunehmend in der Kritik. Ein Vorwurf lautet, sie seien in der Berichterstattung politisch nicht neutral und zu einseitig. Ist die Kritik berechtigt? Oder ist der Vorwurf vielmehr eine Strategie der Neuen Rechten, die „vierte Gewalt” zu diskreditieren?

Darüber hat Moderator Michael Clasen im 45-minütigen Expertentalk „Wie grün sind ARD und ZDF? Und darf man noch seine Meinung sagen?“ am Donnerstagabend mit unseren Gästen gesprochen.

Hier finden Sie den Expertentalk zum Nachschauen:

Kai Gniffke: Der 63-Jährige ist seit 2019 Intendant des SWR und seit einem Jahr Vorsitzender der ARD. Zuvor war der Journalist und studierte Politikwissenschaftler als Chefredakteur von ARD-aktuell 16 Jahre lang unter anderem für die „Tagesschau“ und die „Tagesthemen“ verantwortlich. Der Rundfunkverbund ARD besteht aus neun regionalen Sendern, den sogenannten Landesrundfunkanstalten, sowie der Deutschen Welle. Insgesamt arbeiten rund 22.000 festangestellte Mitarbeiter bei der ARD.

Roland Schatz: Der Journalist leitet das Schweizer Forschungsinstitut Media Tenor und befasst sich seit mehreren Jahrzehnten mit den Inhalten meinungsbildender Medien. Media Tenor untersucht und analysiert die Qualität und Vielfältigkeit zahlreicher Medien. Mit dem Institut für Demoskopie Allensbach hat das Unternehmen die aktuelle Umfrage zur gefühlten Meinungsfreiheit durchgeführt. Schatz wirft insbesondere den öffentlich-rechtlichen Sendern inhaltliche Einseitigkeit vor.

Wolfgang Herles: Der Journalist und Schriftsteller arbeitete bis 2015 für ZDF, wo er in einigen Bereichen redaktionelle Verantwortung trug. Zuletzt moderierte er die Literatursendung „Das Blaue Sofa“ und war Redaktionsleiter und Moderator der Kultursendung „Aspekte“. 2015 veröffentlichte Herles sein Buch „Die Gefallsüchtigen“. Darin kritisiert der 73-Jährige die Öffentlich-Rechtlichen für mangelnden Qualitätsjournalismus. In seinem neusten Buch „Mehr Anarchie, die Herrschaften!“ rechnet Herles unter anderem mit der derzeitigen Politik ab. Den Gebührensendern wirft er vor, auf die grüne Seite gerückt zu sein, statt ausgewogen und regierungskritisch zu berichten.

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